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Drittanbieter auf der Telefonrechnung: Unberechtigte Forderungen

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Tauchen auf Ihrer Mobilfunkrechnung unberechtigte Kosten auf, können Sie sich wehren.
  • Den Anschluss zu sperren, ist nur zulässig, wenn Sie bei Ihrem Provider mit mindestens 75 Euro im Rückstand sind.
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Probleme mit Drittanbietern

Die Maschen der Drittanbieter münden meist in ungewollten Abos, deren Kosten dann über die monatliche Mobilfunkrechnung mit vom Konto eingezogen werden. Zumeist reicht das Antippen eines Werbebanneraus, um in einer Abofalle zu landen. Und das, obwohl ein Vertrag erst dann wirksam wird, wenn man sich per Button ausdrücklich zur Zahlung verpflichtet.

Es sind auch Fälle bekannt, bei denen Nutzer von gängigen Internetseiten, ohne etwas anzutippen, auf unbekannte Seiten umgeleitet wurden. Das Ergebnis waren ungewollte Abos mit bis zu 9,99 Euro pro Woche.

Auf der Rechnung nicht gleich zu erkennen Gerade die Zahlungspflicht wird in der Werbung für solche Bezahl-Angebote oft verschleiert: Viele wissen am Monatsende gar nicht, woher der Posten auf der Mobilfunkrechnung überhaupt stammt. Denn die eigentlichen Abo-Betreiber ("Drittanbieter") sind meist gar nicht zu erkennen – auf der Rechnung findet man in vielen Fällen den Namen einer Abrechnungsfirma.

So können Sie Ihr Geld zurückfordern

Sollten Sie auf Ihrer Monatsrechnung Beträge über Leistungen finden, die Sie nicht bewusst gekauft haben, können Sie sich auf mehreren Wegen wehren (am besten schriftlich per Einschreiben).

  • Eine Drittanbietersperre schließt Käufe für die Zukunft aus. Diese können Sie kostenlos bei Ihrem Provider beantragen. Dadurch könnten Sie allerdings auch eine eventuell gewollte Möglichkeit verlieren, mit Ihrer Mobilnummer Zahlungen zu tätigen.
  • Unberechtigte Abrechnungen können Sie beim Abo-Betreiber sowohl für die Zukunft stoppen,
  • als auch die Rechnung beanstanden und den Betrag zurückfordern.

Wie das im Detail funktioniert und eine Reihe von Musterbriefen haben wir für Sie zusammengestellt. Damit sind Sie vor unberechtigten Forderungen sicher.

Wenn die umstrittenen Kosten mit der Mobilfunkrechnung per Lastschrift von Ihrem Konto eingezogen worden sind, können Sie den Gesamtbetrag kostenlos bei Ihrer Bank zurückbuchen lassen. In dem Fall müssen Sie danach dem Mobilfunkanbieter dessen berechtigte Forderungen ohne den Drittanbieteranteil erneut überweisen. Schreiben Sie dem Provider außerdem einen Brief mit einer Tilgungsbestimmung, in der Sie erklären, dass Sie die volle Summe zurückgebucht und eine neue Überweisung ausschließlich für die berechtigten Ansprüche getätigt haben.

Provider macht Gegenwehr schwer

Verbraucher haben berichtet, dass Provider selbst bei einer  bestrittenen Forderung eine Anschlusssperre angedroht und auch umgesetzt haben. Laut Telekommunikationsgesetz (§ 45k Abs. 2) ist dies jedoch nur erlaubt

  • nach vorheriger schriftlicher Androhung einer Sperre und
  • bei Zahlungsverzug mit mindestens 75 Euro.

Bestreiten Sie gegenüber Ihrem Telekommunikationsanbieter Beträge von Drittanbietern, dürfen diese nicht auf die 75-Euro-Regelung aufgerechnet werden.

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