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Entlastungspaket – wie profitiere ich von der Energiepauschale?

Stand:
Die Bundesregierung hat ein Entlastungspaket angekündigt, das hohen Energiepreisen entgegenwirken soll. Benzinpreise sollen sinken und Einmalzahlungen stattfinden.
Die Tankanzeige eines Autos steht unter der Hälfte.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Sonderzahlungen in Höhe von 300 Euro brutto für Erwerbstätige sollen automatisch über das Gehalt ausgezahlt werden.
  • Selbständige sollen die Energiepreispauschale über eine einmalige Senkung ihrer Einkommensteuer-Vorauszahlung erhalten.
  • Beziehen Sie Kindergeld, erhalten Sie 100 Euro pro Kind.
  • Erhalten Sie Sozialleistungen, wurde eine bereits beschlossene Einmalzahlung auf 200 Euro erhöht.
  • Der Benzinpreis soll 3 Monate lang um 30 Cent und der Dieselpreis um 14 Cent pro Liter gesenkt werden.
  • Ein bundesweites Monatsticket für den Nahverkehr soll über einen Zeitraum von 3 Monaten nur 9 Euro pro Monat kosten.  Dabei sollen auch Menschen profitieren, die bereits eine ÖPNV-Monatskarte haben.
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Ab wann gilt das Entlastungspaket gegen hohe Energiekosten?

Wegen der hohen Energiekosten plant die Bundesregierung ein Entlastungspaket für Verbraucher:innen. Damit das Entlastungspaket rechtskräftig wird, müssen wesentliche Teile noch als Gesetze durch den Bundestag und den Bundesrat. Wann genau das passieren wird, kann man momentan noch nicht sagen. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Maßnahmen frühestens zum 1. Juni 2022 starten.

Was muss ich machen, um von der Energiepauschale zu profitieren?

Nach jetzigem Stand müssen Sie nicht aktiv werden, um von dem geplanten Entlastungspaket zu profitieren. Alle Einmalzahlungen erhalten Sie direkt über Gehalt, Kindergeld oder auf anderem Wege. Die Kostenreduzierung für ÖPNV-Tickets oder Benzin und Diesel finden ebenfalls automatisch statt.

Wie bekomme ich die 300 Euro Sonderzahlung aus der Energiepauschale?

Die vielleicht größte Maßnahme des Entlastungspakets ist eine einmalige Sonderzahlung, die an alle einkommenssteuerpflichtigen Angestellten überwiesen werden soll. So ist vorgesehen, dass 300 Euro brutto mit dem Gehalt ausgezahlt werden. Selbstständige sollen über eine verringerte Steuervorauszahlung miteinbezogen werden.

Die Kopplung an die Lohnabrechnung bedeutet zugleich, dass beispielsweise Rentner:innen nicht von dieser Maßnahme profitieren können. Zu beachten ist außerdem, dass die 300 Euro einkommenssteuerpflichtig sein werden. 

Entlastungspaket: 100 Euro Kindergeld und Sozialleistung

Familien mit Kindern sollen zusätzlich entlastet werden. Über die Familienkassen sollen 100 Euro pro Kind als einmaliger Zuschuss zum Kindergeld ausgezahlt werden. Der Bonus wird auf den Kinderfreibetrag angerechnet.

Wenn Sie Sozialleistungen empfangen, sollen Sie darüber hinaus ebenfalls eine Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro erhalten. Diese gilt als Erhöhung von der im Januar 2022 bereits beschlossenen Zahlung von 100 Euro. Demnach würden Sie insgesamt 200 Euro als Sonderzahlung erhalten. Ab 2023 sollen zudem die Regelbedarfe erhöht werden, um die Preissteigerungen auch längerfristig abzudecken.

Spritpreise werden gesenkt

Mit einer Senkung der Kraftstoffsteuer möchte die Bundesregierung den hohen Benzinpreisen entgegenwirken. So will sie die Steuer auf den europäischen Mindestwert senken. Dadurch fallen die Preise

  • für Benzin um 30 Cent pro Liter und
  • für Diesel um 14 Cent pro Liter.

Diese Maßnahme soll auf 3 Monate befristet sein und bei einem Start am 1. Juni 2022 bis Ende August 2022 laufen.

9-Euro-Monatskarte für Bus und Bahn

Wenn Sie den öffentlichen Personennahverkehr nutzen, kann das Paket Sie ebenfalls entlasten. So soll für einen Zeitraum von 3 Monaten ein Monatsticket für den Nahverkehr nur noch 9 Euro kosten. Das Ticket soll bundesweit gültig sein. Zeitkartenabonnenten sollen eine Erstattung oder eine Gutschrift für die Differenz zwischen ihrem Abopreis und dem 9-Euro Ticket bekommen. Die Kosten sollen aus dem Bundeshaushalt finanziert werden.

Entlastungspaket plant auch längerfristige Maßnahmen

Neben den direkten Maßnahmen in 2022 plant die Bundesregierung auch längerfristige Änderungen. So soll zum Beispiel schon ab 2024 (statt wie geplant erst ab 2025) jede neu eingebaute Heizung in einer Immobilie mit 65-Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden. Eine stärkere Förderung von Wärmepumpen soll es auch geben, wobei hierzu bislang keine konkreten Maßnahmen beschrieben wurden. Im Gespräch ist auch, das Abschalten verschiedener Kohlekraftwerke vorübergehend auszusetzen.