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Das Versicherungsvertrags-Gesetz: Basis für den Versicherungsschutz

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Rechte und Pflichten von Versicherern und Versicherungsnehmer sind im Versicherungsvertragsgesetz geregelt. Wir informieren über wesentliche Grundlagen.

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Rechte und Pflichten von Versicherern und Versicherungsnehmer sind im Versicherungsvertragsgesetz geregelt. Es bildet die Grundlage für den Abschluss von Versicherungsverträgen in allen Sparten mit Ausnahme der Rückversicherung.

Qualifikation: Wer Versicherungen verkauft, muss laut Vermittlerrichtlinie eine Qualifikation nachweisen.

Dokumentationspflicht: Der Vermittler muss den Kunden vor Vertragsabschluss umfassend informieren und die Beratung dokumentieren. Geschieht dies nicht, haben Sie einen Schadenersatzanspruch.

Allerdings können Sie auf die Beratung oder die Dokumentation verzichten. In diesem Fall muss Sie Versicherungsvermittler durch eine gesonderte schriftliche Erklärung ausdrücklich darauf hinweisen, dass sich ein Verzicht nachteilig auf Ihre Möglichkeit auswirken kann, gegen den Versicherungsvermittler einen Schadensersatzanspruch nach § 63 VVG geltend zu machen."

Informationspflicht des Versicherers: Potenzielle Kunden müssen schon vor dem Vertragsabschluss vom Versicherer umfassend informiert und beraten werden. Unabhängig davon, ob ein Vertrag letztlich zustande kommt, müssen Versicherer schon bei Antragstellung die Versicherungsbedingungen und ein Produktinformationsblatt übermitteln, das übersichtlich und verständlich über die wichtigsten Merkmale der Versicherung informiert. Bei Lebensversicherungen muss der Versicherer zusätzlich eine Modellrechnung über mögliche Ablaufleistungen zur Verfügung stellen, um die Vergleichbarkeit verschiedener Angebote zu ermöglichen. Wir empfehlen, sich diese Unterlagen in Ruhe durchzulesen und keinesfalls sofort einen Vertrag zu unterzeichnen. Verzichten Sie nicht auf Ihre Informationsrechte!

Grobe Fahrlässigkeit: Bei grober Fahrlässigkeit kann der Versicherer seine Leistung je nach Schwere des Verschuldens kürzen. Bei Vorsatz muss die Versicherung überhaupt nicht leisten.

Laufzeit: Versicherungskunden können vertraglich länger laufende Verträge spätestens zum Ende des dritten Jahres kündigen.

Anzeigepflicht: Als Kunde müssen Sie bei Vertragsabschluss nur die Umstände nennen,, nach denen der Versicherer ausdrücklich und schriftlich fragt. Geben Sie beispielsweise in Vergessenheit geratene Vorerkrankungen nicht an, weil der Versicherungsvertreter Sie bei Vertragsabschluss nicht darauf anspricht, darf der Versicherer weder Leistungen verweigern noch den Vertrag kündigen.

Widerruf und Widerrufsfrist: Sie können Versicherungsverträge ohne Angabe von Gründen widerrufen: bei Lebensversicherungen bis 30 Tage nach Abschluss, bei allen anderen Versicherungsverträgen mit einer Frist von 14 Tagen.

Lebensversicherungen: Wenn Sie eine Lebensversicherung vorzeitig kündigen, gibt es einen garantierten Mindestrückkaufswert. Bei Beendigung Ihres Vertrags werden Sie an 50 Prozent der stillen Reserven aus festverzinslichen Anlagen des Versicherungsunternehmens beteiligt. Zumindest soweit diese den sogenannten Sicherungsbedarf übersteigen. Früher bedeutete vorzeitige Kündigung den Verlust der Einzahlungen.

Abschluss- und Vertriebskosten: Versicherer sind verpflichtet, die jeweiligen Abschluss- und Vertriebskosten zu beziffern und offen zu legen (dies gilt sowohl für die Lebens- wie für die private Krankenversicherung).