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Riester-Rente: Württembergische erhebt Kosten doppelt

Stand:

Der Versicherer Württembergische berechnet bei Riester-Rentenversicherungen systematisch mehrfach Abschluss- und Vertriebskosten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei Riester-Rentenversicherungen bei der Württembergischen zahlen Sie in bestimmten Konstellationen doppelte Abschluss- und Vertriebskosten auf Teilbeiträge.
  • Riestersparer mit Kindern sind besonders häufig belastet.
  • Die zweifache Erhebung von Abschluss- und Vertriebskosten ist per Gesetz nicht ausgeschlossen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert, die mehrfache Erhebung von Kosten gesetzlich zu unterbinden.
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Szenario: Ein Riester-Sparer bei der Württembergischen Lebensversicherung AG erhält neue Kinderzulagen. Dadurch sinken seine Eigenbeiträge, auf die er bereits die vollen Abschluss- und Vertriebskosten bezahlt hat. Für die neuen Kinderzulagen wird er jedoch erneut zur Kasse gebeten – der Versicherer verlangt ein zweites Mal Abschluss- und Vertriebskosten. Und noch mehr: Fällt die Zulage des Riester-Sparers wieder weg, verlangt die Württembergische abermals Abschluss- und Vertriebskosten auf die dann wieder erhöhten Eigenbeiträge.

Doppelte Abschlussprovisionen bei gleichem Gesamtbeitrag

Dieser Fall, zeigt: Bei jeder zulagenbedingten Änderung des Eigenbeitrags zahlt der Versicherte bei der Württembergischen erneut Abschluss- und Vertriebskosten. Obwohl sich im vorliegenden Fall der Gesamtbeitrag des Versicherten über den gesamten Zeitraum nicht verändert. 
Es ist zu befürchten, dass auch andere Versicherer für jede Form von Zulagenerhöhung die Abschluss- und Vertriebskosten erneut berechnen – zum Beispiel bei der jüngsten Erhöhung der Riester-Grundzulage um 21 Euro. Dies lässt sich aber weder in den Verträgen noch in den Standmitteilungen eindeutig erkennen. Konkrete Fälle liegen dazu noch nicht vor. 

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Riestersparer mit Kindern am stärksten belastet

Die doppelte Erhebung von Abschluss- und Vertriebskosten ist per Gesetz nicht ausgeschlossen. Sie führt jedoch zu spürbaren finanziellen Einbußen bei Riester-Sparern – vor allem, wenn sie Kinder haben.

Das Ziel des Gesetzgebers, mit Riester-Verträgen eine flexible, transparente und in den Kosten klar geregelte Altersversorgung zu schaffen, wird durch Anbieter wie die Württembergische konterkariert.

Reform der privaten Altersvorsorge notwendig

Dieser Fall zeigt exemplarisch, wo die Probleme der privaten Altersvorsorge unter Riester liegen. Der Vertrieb hält doppelt die Hand auf, nur weil Teile des Eigenbeitrags zwischenzeitlich durch eine Riester-Zulage ersetzt werden. Die mehrfache Erhebung von Abschluss- und Vertriebskosten sollte deswegen gesetzlich unterbunden werden. Kosten dürfen nur entstehen, wenn die Gesamtsparleistung auch wirklich steigt.

Aus Sicht des vzbv sollte die private Altersvorsorge durch einen Altersvorsorgefonds nach schwedischem Vorbild grundsätzlich reformiert werden. Ein solcher Fonds würde mit stark reduzierten Vertriebskosten auskommen und flexible Einzahlungen zulassen.