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Airbus A380: Womit Verbraucher bei geschlossenen Fonds rechnen müssen

Stand:

Anleger am Grauen Kapitalmarkt gehen das Risiko ein, erhaltene Ausschüttungen auch noch Jahre später zurückzahlen zu müssen. 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Haben Sie in geschlossene Fonds und Beteiligungen investiert, besteht die Gefahr, dass ein Insolvenzverwalter erhaltene Rückzahlung auch noch Jahre später zurückverlangt.
  • Dieses Haftungsrisiko ist vielen Anlegern nicht bewusst. Die Marktwächter kritisieren die mangelnde Transparenz bei Ausschüttungen von geschlossenen Fonds.
Airbus A380
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Airbus stellt die Produktion des A380 ein. Insgesamt haben mehr als 50.000 Anleger in Deutschland rund 1,6 Milliarden Euro in A380-Fonds investiert. Mit sogenannten geschlossenen Fonds haben die Anleger die Airbus-Jets mitfinanziert. 
Gerät ein geschlossener Fonds in finanzielle Schieflage, wird die Gesellschaft selbst zwar in der Regel keine Rückzahlung der Ausschüttungen fordern. Aber Insolvenzverwalter verlangen das Geld von Anlegern zurück. Dies betrifft Anlageformen des Grauen Kapitalmarktes wie Kommanditgesellschaften. Auch bei aktuell diskutierten Flugzeugfonds, die den Airbus A380 finanziert haben, ist die Rückforderung von Ausschüttungen laut Prospekt grundsätzlich möglich.

Was sind geschlossene Fonds?

Bei geschlossenen Fonds investieren Sie in der Regel in ein konkretes Projekt, zum Beispiel in den Bau einzelner Flugzeuge. Ist der erforderliche Betrag beisammen, werden keine weiteren Gelder mehr eingesammelt. Der Fonds wird also "geschlossen". 

Wichtig: Da es sich um eine unternehmerische Beteiligung handelt, droht Ihnen im schlimmsten Fall ein Totalverlust des angelegten Geldes. Ein vorzeitiger Ausstieg ist bei Beteiligungen, geschlossenen Fonds sowie den meisten anderen Anlagen des Grauen Kapitalmarktes oft problematisch. Die Unterschiede zu offenen Fonds erklären wir hier. 

Anlegern geschlossener Fonds drohen Rückzahlungen

Gerät ein geschlossener Fonds in finanzielle Schieflage, hat die Fondsgesellschaft selbst in der Regel keinen Anspruch auf Rückzahlung der Ausschüttungen. Doch was vielen Anlegern nicht bewusst ist: Bei Gläubigern oder Insolvenzverwaltern kann das anders aussehen, sie können das Geld von Ihnen zurückverlangen. Denn als Anleger tragen Sie das Haftungsrisiko.

Oft erhalten Sie zunächst noch ein Schreiben, in denen die Fondsgesellschaft Ihnen zu den Auszahlungen gratuliert. Dass Sie die erhaltenen Ausschüttungen möglicherweise wieder zurückzahlen müssen – und das noch Jahre später – wird darin nicht erwähnt. Entscheidend dabei ist, dass die Ausschüttungen oftmals keine Gewinne sind, sondern Rückzahlungen der Einlage – und die können wieder eingefordert werden.

Schadensersatzansprüche meist verjährt

Nicht selten tritt eine solche Forderungen nach Rückzahlung erst viele Jahre nach Vertragsschluss auf. Als Anleger können Sie dann nicht mehr die Notbremse ziehen und Schadensersatzansprüche geltend machen. Mögliche Gründe dafür wären zum Beispiel eine fehlerhafte Anlageberatung oder ein unzureichender Verkaufsprospekt. Die Verjährungsfrist beträgt bis zu zehn Jahre.

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Mangelnde Transparenz: Haftungsrisiko ist Anlegern oft nicht bewusst

Vielen Anlegern am Grauen Kapitalmarkt ist nicht bewusst, dass sie das Risiko eingehen, erhaltene Ausschüttungen auch noch Jahre später zurückzahlen zu müssen. Grund dafür ist oft eine mangelnde Aufklärung in den Mitteilungen der Unternehmen und Fondsgesellschaften.

Zwar sind alle Anbieter von sogenannten „geschlossenen alternativen Investmentfonds“ (AIF) seit 2013 gesetzlich dazu verpflichtet, über das Risiko einer Rückzahlung aufzuklären. Diese Regelung gilt aber nicht für ältere, noch bestehende Fonds oder für Beteiligungen nach dem Vermögensanlagengesetz.

Die Marktwächter-Experten fordern deswegen, die Informationspflicht auch auf ältere, noch laufende Fonds und andere Anlageformen des Grauen Kapitalmarkts auszudehnen. 

Investieren Sie in Beteiligungen oder geschlossenen Fonds sollten Sie prüfen, ob Sie gegebenenfalls zur Rückzahlung verpflichtet sind. Nur dann können Sie noch rechtzeitig vor einer Verjährung prüfen, ob Sie Schadensersatzansprüche geltend machen können.

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Die Marktwächter der Verbraucherzentralen wollen dieses Thema weiter verfolgen. Dazu brauchen wir Ihre Hilfe! Welche Erfahrungen haben Sie mit Flugzeugfonds gemacht? Wie wurden die Anlageprodukte verkauft? Schildern Sie uns hier Ihre Erfahrungen.