Menü

„15 Kilo Nussnougatcreme bitte, Frau Lange“

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Unternehmen nutzen Fußball-WM als Aufhänger für Prämienaktionen
  • Fußball-WM löst Begeisterung aus: das soll zum Kauf anregen
  • Oft müssen absurde Mengen gekauft werden, um Punkte für Prämie zu erhalten
Drei Männer schauen ein Fussballspiel
Off

Nicht nur Sportfans fiebern dem Beginn der Fußball-WM am 14. Juni entgegen. Auch zahlreiche Unternehmen jubeln, denn der Rubel rollt: Seit Wochen laufen sogenannte Prämienaktionen, bei denen man Punkte sammeln und dafür eine auf das Ereignis zugeschnittene Aktionsware erhalten kann.

Die Prämienaktionen klingen zunächst einmal attraktiv: Es gibt etwas umsonst dazu für Produkte, die man sowieso einkaufen würde. So einfach ist es aber nicht. Solche Marketingmaßnahmen zielen darauf ab, dass man große Mengen eines Produkts kauft – also viel mehr, als man eigentlich braucht.  
Die Prämien werden so gestaltet, dass ihnen in Verbindung mit dem Großereignis ein emotionaler Wert zugeschrieben wird. Da wird zum Beispiel ein Fußball mit aufgedruckten Unterschriften der Nationalmannschaft angeboten – oder Sammelbilder der Spieler aller Nationalmannschaften. Der Anreiz zum Kauf der Produkte geht dann nicht mehr davon aus, dass man Nussnougatcreme oder Schokoriegel braucht. Man muss die Produkte kaufen, um Punkte zu sammeln. Um eine richtig gute Prämie – wie den Fußball - zu erhalten, braucht man sehr viele Punkte. Die Menge an Süßigkeiten oder Brotaufstrich, die man dafür erwerben muss, ist zu viel für den Hausgebrauch.

Viele der Werbeaktionen nehmen eine junge Zielgruppe ins Visier. Deshalb haben wir Unterrichtsmaterial erarbeitet, um Kinder und Jugendliche zu befähigen, in emotional gefärbten Kaufsituationen selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Dieses Material und unser gesamtes Angebot finden Sie unter: https://www.verbraucherzentrale-bawue.de/bildung