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So gelingt der Vermögenserhalt im Alter

Stand:

Das Wichtigste in Kürze
 

  • Eine Bestandsaufnahme sorgt für einen Überblick Ihrer Geldanlagen
  • Bedarf klären und ermitteln, wieviel Geld Sie wirklich jederzeit verfügbar brauchen
  • Verträge ausmisten und ergänzen für den Vermögenserhalt
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Der Bausparvertrag ist fällig, eine Lebensversicherung wird ausgezahlt oder der Arbeitgeber bietet eine Abfindung für einen vorgezogenen Ruhestand an. Doch das verfügbare Geld kann höchstens zu Minizinsen angelegt werden, außerdem nagt die Inflationsrate beständig an der Substanz des Vermögens. Wie kann man den Erhalt des Vermögens auch im Alter noch irgendwie sicherstellen? Welche Anlageprodukte kommen für Senioren in Frage?

Die aktuellen Zinsen für Sparguthaben liegen selten noch über einem halben Prozentpunkt pro Jahr. Wenn die Zinssätze deutlich geringer sind als die Inflationsrate, verliert das Vermögen an Kaufkraft. Die offizielle Inflationsrate liegt bei rund zwei Prozent und ist ein erster Anhaltspunkt für den Kaufkraftverlust. Im Einzelfall schlagen Preissteigerungen aber unterschiedlich stark zu Buche. Denn wer zum Beispiel im Eigenheim wohnt, bleibt verschont von den hohen Mietpreissteigerungen der jüngsten Zeit.

Tipp: Das Statistische Bundesamt veröffentlicht einen Preismonitor: https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/Preismonitor/Preismonitor.html. Dort können Sie nachsehen, wie sich die Preise für bestimmte Waren und Dienstleistungen entwickelt haben.

Die nächste Hürde für Ihr Ziel, Vermögen auch im Alter zu erhalten, sind die Kosten der Finanzprodukte, in die Sie Ihr Geld anlegen. Wer sein Geld Anlageberatern und Vermögensverwaltern anvertraut, muss damit rechnen, dass deren Entgelte mindestens anderthalb bis zwei Prozent des Vermögens pro Jahr auffressen. Will man also trotz Inflation, Kosten und womöglich auch noch Steuern die Kaufkraft erhalten, muss man Anlageprodukte in Betracht ziehen, die höhere Risiken und damit auch höhere Chancen aufweisen
und überdies möglichst preiswert sind.

Die folgenden drei Schritte helfen Ihnen, zu Ihrer persönlichen Strategie zu finden.

Schritt 1: Bestandsaufnahme

Wie ist Ihr Geld aktuell angelegt? Bilden Sie gedanklich vier Stapel (Profis sprechen von Vermögens- oder Anlageklassen) und ordnen Sie die Verträge zu. Auf den ersten Stapel legen Sie Einlagen, alle möglichen Zinspapiere inklusive Rentenfonds, Bausparguthaben, klassische Lebens- und Rentenversicherungen. Hier schlägt die Niedrigzinsphase voll durch. Ausnahmen gibt es nur bei alten Verträgen mit hohen garantierten Leistungen. Beispiele: alte Bausparverträge mit festem Zins und Bonus, alte Lebens- und Rentenversicherungen mit Garantieleistungen.

Auf den zweiten Stapel legen Sie Verträge, mit denen Sie direkt oder indirekt am Aktienmarkt anlegen: einzelne Aktien, Aktienfonds, Versicherungen mit Aktienfonds. Da hier keine Zinsen gezahlt werden, sondern je nach Unternehmensgewinn Dividenden, spielt der aktuelle Zins direkt keine Rolle. Im Rückblick waren die Erträge von Aktien vor Berücksichtigung von Kosten im Durchschnitt knapp vier Prozentpunkte pro Jahr höher als die Erträge aus sicheren Zinspapieren.

Den dritten Stapel bildet Immobilienvermögen. Dieser enthält neben dem Eigenheim auch vermietete Immobilien oder Immobilienfonds. Auf den vierten Stapel schließlich kommen Geldanlagen in Rohstoffe, also etwa Gold- und Silbermünzen. Damit ist der Vermögensbestand grob den verschiedenen Anlageklassen, mit denen jeweils unterschiedliche Risiken und Chancen verbunden sind, zugeordnet. Notieren Sie dann für alle Produkte die Höhe der jährlichen Kosten. Festgeld und Co. sind kostenfrei, bei Lebensversicherungen und Investmentfonds fallen aber Kosten für Abschluss und Verwaltung an, welche die möglichen Erträge jährlich oft um anderthalb bis drei Prozent reduzieren. Schließlich wäre noch zu klären, wie lange die Verträge noch laufen.

Schritt 2: Bedarf klären

Nachdem Sie Ihr Vermögen grob sortiert haben, richtet sich nun der Blick auf Ihren Bedarf in der Zukunft: Welchen Geldbetrag brauchen Sie jederzeit verfügbar? Denken Sie an notwendige Anschaffungen, aber auch an eventuelle Gesundheitskosten. Dafür käme ein Tagesgeldkonto in Frage. Welchen Teil des Vermögens benötigen Sie vorerst nicht, weil es noch keinen Bedarf gibt, wollen ihn aber im Bedarfsfall verfügbar haben? Viele denken dabei an eventuelle Kosten für Pflege oder Pflegeheim. Ist es Ihnen wichtig, dass Ihr Geld im Todesfall vererbt wird oder spielt das keine Rolle? Wie viel Wertschwankungsrisiko für Ihr Vermögen können und wollen Sie eingehen für die Chance auf eine höhere Rendite? Je nach Risikobereitschaft und Flexibilitätswunsch käme dann eine Mischung aus Festgeldern, Rentenfonds, offenen Immobilienfonds oder Aktienfonds in Frage (am besten günstige Indexfonds). Sind Sie auf ein monatliches Zusatzeinkommen angewiesen? Soll es garantiert lebenslang bezahlt werden? Oder für einen bestimmten Zeitraum? Für diesen Bedarf stehen Bankauszahlpläne, Fondsauszahlpläne oder private Rentenversicherungen zur Verfügung.

Schritt 3: Ausmisten und ergänzen

Wenn Sie wissen, wo Sie stehen und wo Sie hinwollen mit Ihrem Vermögen, dann besteht der letzte Schritt auf dem Weg zu Ihrer persönlichen Strategie für den Vermögenserhalt im Alter darin, gezielt bestehende Verträge auszumisten und dort zu ergänzen, wo dies nötig ist. Stellen Sie sicher, dass die Risiken breit gestreut sind auf die verschiedenen Vermögensklassen (das sind die oben genannten Stapel). Eine erste gute Streuung ist schon erreicht, wenn das Geld nicht nur in die klassischen Zinspapiere und Einlagen angelegt ist, sondern zum Teil auch in weltweite Aktien. Kostengünstig geht dies etwa mit Indexfonds, welche den Aktienindex MSCI All Country World Index mit seinen rund 2.800 Aktien aus 49 Ländern abbilden. Ein so breit gestreuter Aktienkorb war auf lange Sicht die rentabelste Art, Vermögen anzulegen.

Bei Immobilien gibt es zu Direktinvestitionen, die auch erhebliche Instandhaltungskosten nach sich ziehen, günstigere und weniger riskante Alternativen: Mit drei oder vier offenen Immobilienfonds kann man auch kleinere Summen in diese Anlageklasse investieren und verteilt Verlustrisiken zugleich über einige hundert Immobilienobjekte. Goldmünzen können Sie bei Ihrer Bank kaufen, ab einer halben Unze Gewicht sind die An- und Verkaufskosten auch überschaubar. So eine Strategie mit einer Streuung über verschiedene Vermögensklassen mit günstigen Produkten sollte die Basis jeder Geldanlage sein. Sie ist auch nicht so schwer umzusetzen, wie man das vielleicht erwartet hätte. Und nur so hat man auf lange Sicht eine gute Chance, stets Renditen oberhalb der Inflationsrate zu erzielen. Aber trotz allem gilt: Sie müssen sich mit der Anlage wohlfühlen. Wenn für Sie Börsenkurse und Goldpreise Stress sind – einen Kursrutsch bei Aktien von 50 Prozent kann man nie ausschließen – und die Renditechancen dann doch nicht so wichtig sind, dann bleiben Sie einfach beim Tages- und Festgeld. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf unserer Internetseite, einem neuen Ratgeber, in unseren Webinaren und im Podcast.