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Werden pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel bestrahlt?

Stand:
Muss ich mir Sorgen machen, dass Lebensmittel in Deutschland bestrahlt wurden?
Off

Frage

Ich habe gelesen, dass Nahrungsergänzungsmittel aus Blättern oder Algen in manchen Ländern bestrahlt werden. Ist das in Deutschland auch erlaubt und ist das gefährlich?

Antwort

Lebensmittel - und dazu gehören auch die Nahrungsergänzungsmittel - werden weltweit mit ionisierenden Strahlen behandelt. Dadurch sollen lebensmittelbedingte Erkrankungen, etwa durch Salmonellen, verringert werden. Oder die Haltbarkeit verlängert werden, z.B. indem man das Sprossen oder Keimen verhindert.

Das kann sinnvoll sein, darf aber keineswegs eine unsaubere Produktion vertuschen. Hygienemaßnahmen und eine gute Herstellungspraxis müssen trotzdem eingehalten werden. Das ist gesetzlich geregelt. Erlaubt ist in Deutschland der Verkauf bestrahlter getrockneter aromatischer Kräuter und Gewürze bzw. deren Einsatz, z.B. in Käsezubereitungen. Alle anderen bestrahlten Lebensmittel - und damit auch Nahrungsergänzungsmittel - benötigen eine Extragenehmigung, eine sogenannte Allgemeinverfügung.

Bio-Produkte dürfen nicht bestrahlt werden. Werden Lebensmittel oder einzelne Zutaten so behandelt, muss das auf der Verpackung vermerkt werden. Dort steht dann "bestrahlt" oder "mit ionisierenden Strahlen behandelt". Das gilt auch beim Verkauf im Internet oder bei losem Verkauf. Tatsächlich kommen solche Lebensmittel in Deutschland aber sehr selten vor.

Wichtig zu wissen: Die Lebensmittel werden durch die Bestrahlung nicht radioaktiv. Durch die Bestrahlung entstehen Ihnen beim Verzehr laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) keine gesundheitlichen Risiken. Allerdings kann es zu Vitaminverlusten kommen.

Die Lebensmittelüberwachungsbehörden untersuchen Lebensmittel und damit auch Nahrungsergänzungsmittel regelmäßig auf Bestrahlung. Und sie werden immer mal wieder bei bestimmten Produkten fündig, für die eine Bestrahlung nicht zulässig ist. Dazu zählen Pulver von Moringa, Spirulina, Chlorella, Kurkuma, Ashwagandha (Withania somnifera) sowie Goji-Beeren und Chia-Samen. Meist handelt es sich dabei um Importe aus Asien, zum Teil via USA.


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Quellen: