"Pesto unter der Lupe - italienisches Original oder herbe Enttäuschung?"

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Das Thema Pesto eignet sich gut zur Umsetzung im Unterricht. Dazu bietet die Verbraucherzentrale einen kostenlosen Workshop an, in dem die Schüler lernen Produktinformationen zu nutzen und Werbung zu hinterfragen. So werden sie dazu angeregt, ihr eigenes Konsumverhalten zu reflektieren.

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"Pesto" ist eine ungekochte, pastöse Würzsoße, die aus Italien stammt und in der Regel zu Nudeln oder auf Brot gegessen wird. Eine der bekanntesten Pesto-Sorten ist "Pesto alla Genovese" (Pesto nach Genueser Art). Es wird traditionell aus Basilikum, Pinienkernen, Parmesan oder Pecorino, Olivenöl, Knoblauch und Salz hergestellt. Zurzeit gibt es jedoch keine lebensmittelrechtliche Definition oder festgelegte Qualitätsanforderungen für die Herstellung von Pesto.

Pesto ist auch als industriell hergestelltes Fertigprodukt im Lebensmitteleinzelhandel erhältlich. Einige Hersteller ersetzen in ihren Produkten die im Originalrezept enthaltenen typischen Zutaten durch kostengünstigere Zutaten. Häufig werden zum Beispiel Olivenöl durch Sonnenblumen- oder andere Pflanzenöle und Pinienkerne durch Cashewkerne ersetzt. Bei einigen Produkten werden auch Streckmittel wie Kartoffelflocken oder Weizengrieß eingesetzt. Darüber hinaus können Zusätze wie Zucker, Aromen oder Zusatzstoffe enthalten sein, die traditionell nicht verwendet werden. Damit entsprechen diese Produkte nicht der allgemeinen Verbrauchererwartung an ein traditionell italienisch zubereitetes Pesto alla Genovese.

Das Thema Pesto eignet sich auch zur Umsetzung im Unterricht. Dazu bietet die Verbraucherzentrale einen kostenlosen Workshop an, bei dem die Schüler zu "Warentestern" werden:

Sie beurteilen und vergleichen Zutaten, Einsatz von Zusatzstoffen, Kennzeichnung sowie Geruch und Geschmack von zwei im Handel erhältlichen Pesto-Zubereitungen. Anhand der Zutatenliste untersuchen und bewerten sie die Zusammensetzung der Produkte. Auch Werbung und Abbildungen der Produkte werden analysiert und auf Widersprüche zwischen Werbung und Wirklichkeit geprüft. Die Schüler lernen im Workshop Produktinformationen zu nutzen, Werbung zu hinterfragen und sie werden angeregt, ihr eigenes Konsumverhalten zu reflektieren.

Optional können die Schüler im praktischen Teil der Unterrichtseinheit ein Pesto aus frischen Zutaten selbst zubereiten und dieses mit den industriell hergestellten Produkten vergleichen. Der Workshop kann ab Klassenstufe 8 in zwei Varianten eingesetzt werden:

 

1. Workshop in der Verbraucherzentrale (oder Schulen ohne Lehrküche)

Der Workshop mit Produktvergleich und Verkostung von zwei industriell hergestellten Pesto-Zubereitungen (bio vs. konventionell) wird in der Beratungsstelle oder Schule von einer Fachkraft der Verbraucherzentrale (plus Lehrkraft) durchgeführt.

Dauer: 1-2 Schulstunden

2. Workshop in Schulen mit Lehrküche

Der Workshop mit Produktvergleich und selbstständiger Pestoherstellung in der Lehrküche sowie anschließender Verkostung wird von einer Fachkraft der Verbraucherzentrale (plus Lehrkraft) vor Ort in der Schule durchgeführt.

Dauer: 2-3 Schulstunden

Weitere Informationen und Anfragen für Gruppen- und Schulklassenführungen bitte per E-Mail oder unter der Rufnummer 0711/66 91 211 (Mo-Fr, 9 bis 12 Uhr).