Kostenloses Webinar Stromanbieterwechsel - so geht's am Donnerstag, 28.11., um 18:00 Uhr. Jetzt hier anmelden und bequem von zuhause aus teilnehmen!

Was sind eigentlich Transfettsäuren (TFS)?

Stand:

TFS entstehen sowohl durch natürliche Stoffwechselvorgänge (zum Beispiel in der Milch) als auch durch lebensmitteltechnologische Prozesse. Bei der Teilhärtung von pflanzlichen Ölen sollen streichfähige Produkte wie zum Beispiel Back- oder Ziehmargarine entstehen. Deshalb findet man TFS vor allem in fettreichen Lebensmitteln wie Back- und Süßwaren, Fertiglebensmitteln sowie frittierten Kartoffelprodukten und Knabberartikeln.

Angebissener Donut in Kinderhand
Off

Weshalb sind sie in der Ernährung unerwünscht?
TFS können sowohl den Gehalt an Gesamtcholesterin als auch den Gehalt an LDL-Cholesterin und Triglyceriden im Blut erhöhen. Gleichzeitig senken sie den Gehalt von HDL-Cholesterin. Damit erhöhen hohe Aufnahmemengen TFS (mehr als zwei Prozent der Nahrungsenergie) das Risiko für eine Fettstoffwechselstörung.

Was sagt die Lebensmittelkennzeichnung?
Die Kennzeichnung des Gehalts an TFS in der Nährwerttabelle ist nicht vorgesehen und auch nicht erlaubt. Auch eine nährwertbezogene Angabe wie „ohne TFS“ oder „arm an TFS“ ist nicht zugelassen. Einen Hinweis gibt lediglich die Angabe „teilweise gehärtet“ im Zutatenverzeichnis, zum Beispiel bei Streichfetten. Nur bei Teilhärtung können TFS entstehen. Wird das Fett vollständig gehärtet, entstehen gesättigte Fettsäuren, aber keine TFS. Die Angabe lautet dann „ganz gehärtet.“ Diese Vorschriften helfen Verbrauchern, die sich über den TFS-Gehalt in der Praxis informieren wollen, also nicht so richtig weiter. Sie gelten auch nur für verpackte Lebensmittel. Lebensmittel wie Feine Backwaren oder Fast Food, die unverpackt in der Bäckerei oder am Imbisstand verkauft werden, müssen nicht gekennzeichnet werden. Sie sind aber im Hinblick auf den TFS-Gehalt problematisch.

Was tun die Hersteller?
Im Jahr 2012 wurden in Deutschland „Leitlinien zur Minimierung von TFS in Lebensmitteln“ eingeführt. Sie umfassen eine Rahmenleitlinie und sieben Produktleitlinien. Daraufhin ist der Durchschnitt der TFS-Gehalte in Lebensmitteln in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Allerdings wurden bei einzelnen Proben innerhalb einer Produktgruppe immer noch sehr hohe TFS-Gehalte festgestellt, zum Beispiel in zubereiteten Pommes frites oder Feingebäck aus Hefe (Donuts).

Anders in Dänemark. Dort gilt bereits seit 2004 ein Grenzwert von 2 g/100 g TFS in allen Lebensmittelgruppen und zeigte große Wirkung: Innerhalb eines Jahres waren TFS praktisch aus der Nahrungsmittelkette verschwunden. Im dänischen Beispiel erfolgte eine gleichmäßige Reduktion von TFS in allen Lebensmittelgruppen – auch bei Fastfood. Damit profitierten alle Verbrauchergruppen, auch besonders betroffene, zum Beispiel jüngere Menschen, die als Zielgruppe von Fastfoodangeboten
gelten. Die sonstigen Produkteigenschaften wie Haltbarkeit und Konsistenz haben sich nicht verschlechtert, meistens wurden die TFS durch einfach-ungesättigte, herzschonende Fettsäuren ersetzt. Das dänische Modell wurde inzwischen von Österreich, Ungarn, Norwegen, Island und der Schweiz übernommen – mit ähnlichen Erfolgen.

Was fordert die Verbraucherzentrale?
TFS sollten aus der Nahrungsmittelindustrie verbannt werden, darüber sind sich Wissenschaftler heute einig. Die Verbraucherzentrale fordert deshalb schon seit Jahren einen Höchstgehalt für TFS von 2 g/100 g Fett in Lebensmitteln (= maximal zwei Prozent Anteil an Transfetten). Ausgenommen davon sind Milch- und Fleischprodukte, in denen TFS natürlicherweise vorkommen.

Dieser strenge Grenzwert führt praktisch zu einem Verbot von TFS, wie das Beispiel Dänemarks zeigt. Freiwillige Vereinbarungen wie die Produktleitlinien der deutschen Lebensmittelindustrie helfen dagegen aus Sicht der Verbraucherzentrale nicht weiter.

Anfang Oktober 2018 hat die Europäische Kommission einen vorläufigen Verordnungsvorschlag zur „Festlegung einer Höchstgrenze von Fettsäuren in Lebensmitteln“ vorgelegt. Der Vorschlag sieht eine Grenze von 2 g/100 g Fett in Lebensmitteln vor. Gleichzeitig wurde eine online-Befragung der Interessengruppen und Bürger eingeleitet. Die Verbraucherzentrale fordert, dass die Kommission bei ihrem strikten Kurs bleibt.