Menü

Datenschutz beim Internet-Einkauf

Stand:
Off
Datenhandel Datenschutz
Foto: stockWERK / Fotolia.com

Die elektronische Erhebung bzw. Weiterleitung von Daten macht deren Verarbeitung und Weiterverwendung für den Anbieter viel einfacher als auf konventionellem Wege.

Speicherung und Sortierung nach bestimmten, vorher definierten Merkmalen können leichter automatisiert erfolgen und die Daten somit sehr effizient verwaltet und für künftige Werbeaktionen gezielt sortiert und eingesetzt werden. Ein einfaches Beispiel: Gibt man bei seiner Bestellung auch noch in einem entsprechenden Feld seine privaten Interessen an, wird man für weitere Werbesendungen einer entsprechenden Zielgruppe zugeordnet, z.B. für bestimmte Artikel oder auch Marken.

Mittlerweile existieren zudem auch Anbieter, die dem Besucher für die Preisgabe seiner persönlichen Daten, seiner Interessen, sonstiger Informationen über sein Einkaufsverhalten oder sein Einkommen Geld bieten. Grundsätzlich muss dem Nutzer immer bewusst sein, dass er für Vergünstigungen oftmals mit der Preisgabe seiner Daten zahlt und mit der damit verbundenen weiteren Verwendung z.B. eben zur zielgerichteten Werbung.

Vorgeschriebene Information

Personenbezogene Daten wie Name, Anschrift, Lieferadresse, Zahlungsart und Kontonummer, die zur Lieferung und Bezahlung bestellter Waren online erhoben werden, darf der Unternehmer auch ohne Ihre ausdrückliche Einwilligung erheben und für die Vertragsdurchführung nutzen. Sie müssen jedoch anhand einer "Datenschutzerklärung über Art, Umfang und Zwecke der Datenerhebung, Datennutzung und Verarbeitung informiert werden.

Für die Erhebung, die Verarbeitung und die Nutzung von Daten, die für die Durchführung des Vertrages nicht erforderlich sind, sondern die sich zum Beispiel auf private Interessen beziehen, muss der Kunde aber ausdrücklich seine Einwilligung erklärt haben, damit diese vom Unternehmer genutzt werden können.

Nutzung der Daten für Werbung und Marktforschung

Ein besonderes "Kapitel" stellt die Nutzung der Vertragsdaten zu Zwecken der Werbung dar. Erhält der Kunde, der im Internet etwas bestellt hat, später von dem Unternehmen Werbung mit der Post, ist dies solange erlaubt, bis er der Verwendung seiner Daten zur Werbung oder auch zu Marktforschung widerspricht.

Anders sieht die Rechtslage bei der Werbung per Telefon, Telefax- oder E-Mail aus. Werbung auf diesen Wegen ist ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Empfängers unzulässig. Dieser strenge Grundsatz wird allerdings für elektronische Post beim Internet-Einkauf aufgelockert. Denn Werbe-E-Mails vom Online-Händler sind ausnahmsweise dann zulässig, wenn der Kunde dem Unternehmer seine E-Mail-Adresse im Zusammenhang mit der Onlinebestellung mitgeteilt hat und der Unternehmer den Kunden dann Werbemails für eigene ähnliche Produkte schickt. Hat der Kunde allerdings der Verwendung seiner E-Mail-Adresse für eigene Werbung des Unternehmers widersprochen, bleibt es dabei, dass die E-Mail-Werbung unzulässig ist. Auf das Widerspruchsrecht ist der Kunde schon bei der Bekanntgabe seiner E-Mail-Adresse und auch bei jeder Werbung klar und deutlich hinzuweisen.

Achten Sie deshalb darauf, ob an einer vorformulierten Einverständniserklärung bereits standardmäßig ein "o.k."-Häkchen zu finden ist. Dieses muss der Kunde erst wieder entfernen, wenn er keine E-Mails bekommen möchte.