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Slimsticks: Verbraucher unzulässig in Abos gelockt

Stand:

Auf slimsticks.de, slimsticks-abo.de und slimsticks-gratis.de haben Verbraucher unbewusst kostenpflichtige Bestellungen von Nahrungsergänzungsmitteln getätigt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Verbraucher melden Probleme mit Bestellungen des Nahrungsergänzungsmittels "Slimsticks".
  • Auf der Internetseite werden sie in undurchsichtige Abos gelockt.
  • Die Verbraucherzentralen meinen: So kommt kein rechtswirksamer Vertrag zustande.
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Immer wieder beschweren sich Verbraucher, dass sie auf slimsticks.de, slimsticks-abo.de und slimsticks-gratis.de unbewusst kostenpflichtige Bestellungen ausgelöst hätten und es dadurch zu unfreiwilligen Käufen und Abonnements von einem Nahrungsergänzungsmittel mit dem Namen "Slimsticks" gekommen sei. Insgesamt sind uns mehr als 150 Fälle aus 15 Bundesländern gemeldet worden.

Im Rahmen des Marktwächterprojekts haben wir die Internetseiten überprüft - und sehen in dem Angebot gesetzliche Informationspflichten verletzt. Betroffene sollten nicht zahlen und eine Beratung aufsuchen. Eine irreführende Werbung hat inzwischen auch das Landgericht Aachen gesehen - und im Februar 2017 im Sinne der Verbraucher geurteilt.

Undurchsichtiges Bestellverfahren

Auf www.slimsticks.de werden Verbraucher aufgefordert Namen und Zustelladresse einzugeben. Nach Klick auf den Button "Weiter" wird sofort eine Bestellung ausgelöst.
Informationen über den Gesamtpreis erfolgen im Bestellprozess nicht. Diese müssen dem Verbraucher aber rechtmäßig vor dem Kauf zur Verfügung gestellt werden. Außerdem muss der "Weiter"-Button durch eine eindeutige Formulierung wie beispielsweise "kostenpflichtig bestellen" ersetzt werden.

Angebliches Gratis-Geschenk nur im Abo

Über Werbung auf Facebook gelangten zudem viele Verbraucher auf die Webseiten www.slimsticks-gratis.de oder www.slimsticks-abo.de. Sowohl in der Facebook-Anzeige als auch auf der Webseite wurde Verbrauchern bei Bestellung eines Testpakets ein Bluetooth-Fitnessband gratis versprochen. Auf der Webseite hieß es: "Für jeden SlimSticks Tester: Das FitBand Bluetooth im Wert von 79,90 Euro".

Erst bei genauerem Hinschauen wurde allerdings klar, dass das Fitnessarmband nur dann ausgeliefert wird, wenn sich der Besteller auf das 90-Tage-Abonnement des Nahrungsergänzungsmittels einlässt und dafür insgesamt 149,70 Euro bezahlt. Darüber wurde der Verbraucher auf der Webseite jedoch nicht eindeutig informiert.

Inzwischen leitet die Webseite www.slimsticks-gratis.de auf eine neue URL um: slimsticks-abo.de. Das angebliche Gratis-Armband wird auch dort in gleicher Weise angeboten.

Verbraucher frühzeitig warnen

"Die Slimsticks-Seiten kommen nicht hinreichend ihren gesetzlichen Informationspflichten nach. Unter diesen Umständen kommt kein rechtswirksamer Vertrag zustande, sodass für betroffene Verbraucher auch keine Zahlungspflicht besteht", erläutert Kirsti Dautzenberg vom Marktwächterprojekt. Sie rät Betroffenen dazu, nach Zahlungsaufforderung zunächst nicht zu zahlen und sich von einer Verbraucherzentrale in ihrer Nähe beraten zu lassen, um die Rechtslage im Einzelfall zu klären.