Kostenloses Online-Seminar "Nahrungsergänzung im Alter" am 3. Dezember um 15 Uhr. Jetzt hier anmelden und bequem von zuhause aus teilnehmen.

Wohnen im Alter: Komfortabel und sicher im eigenen Zuhause

Stand:
gefördert durch:

Alt werden im eigenen Haus. Das wünschen sich viele. Wir sagen Ihnen, was dabei zählt und worauf Sie beim altersgerechten Umbau achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Um möglichst lange im vertrauten Zuhause bleiben zu können, sollten Sie frühzeitig überlegen, wie Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus barrierefrei gestalten.
  • Komfortabel und sicher werden die eigenen vier Wände, wenn Sie Stufen und Schwellen abbauen, Bewegungsflächen schaffen, rutschfeste Bodenbeläge verlegen und für eine gute, blendfreie Beleuchtung sorgen.
  • Kalkulieren Sie auch mit Hilfe von Fördermitteln durch, ob ein altersgerechter Umbau oder eine alternative Wohnform für Sie sinnvoll sind.
2 ältere Männer, einer davon im Rollstuhl, und eine ältere Frau sitzen am Tisch und spielen Karten
On

Möglichst lange in der vertrauten Umgebung selbstbestimmt und selbstständig leben zu können, das ist vielen älteren Menschen sehr wichtig. Damit Sie dieses Ziel verwirklichen können, sollten Sie in Ihrem Zuhause möglichst frühzeitig die baulichen Voraussetzungen schaffen, um auf mögliche Einschränkungen im Alter vorbereitet zu sein.

Gute Gründe zu gehen

Es gibt sicher Gründe, die dafürsprechen, Ihr Haus zu verkaufen oder zu vermieten. Sei es, weil Ihnen die Immobilie mittlerweile zu groß ist und damit zu aufwendig in der Pflege. Oder auch, weil die Rahmenbedingungen nicht mehr zu Ihren Bedürfnissen passen. Denn im Alter brechen nachbarschaftliche Netzwerke häufig ab, weil sich Quartiere durch den Generationenwechsel verändern: Ältere Menschen ziehen um, junge Familien rücken nach. Auch für Sie kann das ein Anstoß zur Veränderung sein.

Manchmal erweist sich auch ein Sanierungsstau oder der Unterhalt des Gebäudes als (zu) hohe finanzielle Belastung. Einige ältere Menschen entwickeln den Wunsch nach Rückhalt im gemeinschaftlichen Wohnen. Vielleicht möchten Sie ja näher bei den Kindern wohnen oder den Komfort eines betreuten Wohnens in Anspruch nehmen? Oder Sie möchten die Verantwortung für die Immobilie schlicht in jüngere Hände ablegen? Eine weitere Möglichkeit, die Belastungen rund ums Haus abzugeben, ist es, die Immobilie zu verkaufen und sich selbst räumlich barrierefrei zu verkleinern. 

Gute Gründe zu bleiben

Aber es gibt auch gute Gründe, an Ihrer Immobilie festzuhalten. Nicht nur für die räumliche Orientierung, auch psychologisch gesehen kann es sinnvoll sein, möglichst lange in der vertrauten Umgebung zu bleiben. Denn das eigene Zuhause ist ein Erinnerungsort, ein Ort, der von emotionaler Bindung geprägt ist. Sie haben eine hohe Identifikation mit Ihrem Haus und dem Umfeld. Hinzu kommen gemeinsame Erfahrungen in nachbarschaftlichen Netzwerken.

In den eigenen Wänden genießen Sie individuelle Freiheit. Nicht selten haben Sie über lange Jahre viel Eigenleistung in Haus und Garten gesteckt, um alles nach Ihren Vorstellungen zu gestalten. Im Alter können Sie zudem finanzielle Vorteile genießen, die ein schuldenfreies Eigenheim mit sich bringt. Schließlich brauchen Sie keine Miete zu zahlen und müssen auch keine Mietsteigerungen im Alter befürchten. Und Sie können die großzügigeren Wohnverhältnisse dafür nutzen, um notwendige Bewegungsflächen zu schaffen.

Welche Zukunft bietet das Haus?

Bevor Sie eine Entscheidung treffen, sollten Sie zuerst überlegen, welche Perspektive Ihnen Ihr Haus im Alter bietet.

  • Können Sie die Liegenschaft in Ihrem Sinne ausnutzen?
  • Lässt sich das Haus altersgerecht umbauen?
  • Haben Sie Platz für einen Treppenlift oder internen Aufzug?
  • Lässt sich beispielsweise der Grundriss teilen, so dass Sie damit zusätzlichen Wohnraum schaffen können?
  • Welche neuen, sozialen Perspektiven gibt es für Sie?
  • Können Sie Ihr Haus für weitere Mitbewohner:innen öffnen? Das könnten eine Pflegekraft sein, aber auch Studierende, die Ihnen im Gegenzug zu einer Mietminderung im Haus zur Hand gehen.
  • Haben Sie den finanziellen Spielraum, um notwendige Umbauten oder Sanierungen zu stemmen?
  • Können Ihnen Fördermittel helfen, Ihr Haus altersgerecht und barrierefrei umzubauen? Die KfW-Bank bietet fürs altersgerechte Umbauten Kredite und für die Barrierereduzierung Investitionszuschüsse an. Am besten erkundigen Sie sich vorab, ob Sie für Ihre Umbaumaßnahmen Fördermittel erhalten können.

Altersgerecht umbauen, barrierefrei wohnen

Damit Sie sich weiterhin sicher und komfortabel in Ihrem häuslichen Umfeld bewegen können, sollten Sie Stufen und Schwellen möglichst abbauen und durch eine Rampe ersetzen. Wo das nicht möglich ist, sollten Sie zumindest Handläufe anbringen, damit Sie sich festhalten können, falls Sie eine Stufe verfehlen. Stufen müssen rechtzeitig und gut erkennbar sein, deshalb sollten Sie Stufenkanten kontrastreich markieren. Außerdem ist eine gute, blendfreie Beleuchtung bei Dunkelheit unbedingt notwendig, um Stolpergefahren zu vermeiden.

Wichtig sind ausreichend große Bewegungsflächen, so dass Sie im Zweifel auch mit einem Rollator mobil sind. Eine weitere Voraussetzung für barrierefreies Wohnen ist, das gesamte Haus ergonomisch einzurichten, also auf Ihre körperlichen Maße abzustellen. Schließlich möchten Sie ja nicht nur in Bad und Küche, sondern in allen Räumen Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände mühelos erreichen und benutzen. Das erhöht nicht nur im Alter, sondern auch in jungen Jahren die Lebensqualität erheblich.

Um sich vor Unfällen zu schützen, sind rutschfeste Bodenbeläge ein Muss. Einzelne Teppiche entpuppen sich oft als gefährliche Stolperfalle. Wenn Sie darauf nicht verzichten möchten, wählen Sie am besten festverlegte Teppichware. Weitere Tipps, um das Sturzrisiko zu senken, hat die Aktion "das sichere Haus" zusammengestellt.

Bedenken Sie außerdem, dass sich die Wahrnehmung von Licht und Farben mit der Zeit verändert. So benötigt ­ein ­60-­jähriger­ Mensch für­ den ­gleichen ­Helligkeitseindruck die doppelte Lumenzahl, also Lichtmenge, wie ­eine­ 20­-jährige Person. Daher kann Ihnen ein ­abgestimmter Farb- und Helligkeitskontrast zwischen ­zwei­ benach­­barten­ Flächen wie ­Wand­­ und­ Bodenfliesen im Alter dabei helfen, besser zu sehen und sich damit auch leichter zu orientieren. Diese Erkenntnis sollten Sie auch bei der Auswahl Ihrer Beleuchtung drinnen und draußen einkalkulieren.

Wichtig ist immer, dass Sie bei Ihren Umbauplänen nicht nur die Bewegungsfreiheit in den Mittelpunkt stellen, sondern auch sensorische und kognitive Beeinträchtigungen im Blick behalten. Das gelingt zum Beispiel, indem Sie Bedienelemente über zwei Sinne wahrnehmen können. So erleichtert zum Beispiel ein Blinklicht bei einem Klingelsignal auch Hörbeeinträchtigten, das Türläuten wahrzunehmen. Gleichermaßen dienen zusätzliche akustische Signale Sehbeeinträchtigten, den Rauchwarnmelder zu erkennen. Auch Demenzerkrankten können barrierefreie Anpassungen helfen.

Tragfähige, gute Entscheidungen treffen

Bevor Sie eine Entscheidung treffen, sollten Sie sich vorab gut informieren. Lassen Sie am besten den Wert Ihrer Immobilie ermitteln. Welche Baumaßnahmen könnten die Zukunftsfähigkeit des Gebäudes erhalten oder seinen Wert sogar steigern? Wie sähe die Rechnung aus, wenn Sie verkauften oder vermieteten und selbst in eine kleinere barrierefreie Eigentumswohnung oder in eine betreute Wohnanlage zögen? 

Wichtig ist, dass Sie sich rechtzeitig auf den Weg machen, um unterschiedliche Wohnformen zu besichtigen und um auszuloten, welche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen für Sie sinnvoll sind. Lassen Sie sich am besten von Bau- oder Energiefachleuten beraten, um eine optimale Lösung für sich und Ihr Eigenheim zu finden und einen Sanierungsfahrplan zu erstellen.

Weitere Informationen finden Sie auch unter dem Serviceportal zuhause im Alter.