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Höchstens sechs Wochen Zeit für die Energierechnung

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Egal, ob Jahres- oder Schlussrechnung: Strom- und Gasanbieter müssen sicherstellen, dass ihre Kunden spätestens innerhalb von 6 Wochen die Rechnung erhalten.

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Die Abrechnungsfrist ist gesetzlich in § 40 Abs. 4 EnWG festgelegt und gilt ab Beendigung des Abrechnungszeitraums bzw. des Lieferverhältnisses. Dass Energieversorger diese gesetzliche Regelung nicht einfach missachten können, bestätigt ein Urteil des Landgerichts Hamburg vom 22.10.2013 (Az: 312 O 43/13 ) gegen Tchibo, das erst im Dezember 2015 rechtskräftig wurde, nachdem die Firma ihre Berufung zurückgenommen hatte. Das Unternehmen hatte sich auch als Energielieferant betätigt und einem Gaskunden erst vier Monate nach Vertragsende eine Schlussrechnung gestellt. Bei einer solchen Verspätung haben Kunden keinen Überblick mehr über ihren Verbrauch und die Kosten. Damit sind sie benachteiligt, wenn sie zum Beispiel einen neuen Tarif suchen oder den Anbieter wechseln möchten.

Das können betroffene Verbraucher unternehmen:

  • Rechnung anmahnen und nicht mehr überweisen. Wenn die Rechnung für Gas oder Strom nicht pünktlich kommt, sollten Verbraucher diese beim Versorger anmahnen. Das geht zum Beispiel kostenlos per E-Mail. Abschläge für die neue Abrechnungsperiode müssen die Kunden nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW bis zum Erhalt der Rechnung nicht mehr überweisen, denn erst daraus erfahren sie die Höhe und Fälligkeit der neuen Abschläge.

  • Bei Lastschrift Anpassung und Verrechnung verlangen. Stellen Kunden nach Erhalt der Rechnung fest, dass per Lastschriftverfahren bereits zu hohe Abschläge abgebucht wurden, können sie die Verrechnung und eine Anpassung der künftigen regelmäßigen Zahlungen verlangen. Dieser Aufwand lohnt sich allerdings nur bei einem größeren Unterschied zwischen altem und neuem Abschlag.

  • Guthaben sofort einfordern. Weist die Rechnung ein Guthaben aus, sollten Verbraucher immer die sofortige Erstattung verlangen. Ein Guthaben ist spätestens mit dem ersten Abschlag zu verrechnen.

  • Verbraucherschützer informieren. Damit gegen säumige Versorger rechtliche Schritte eingeleitet werden können, sollten Kunden die Verbraucherzentrale über verspätete Rechnungen informieren.

  • Über Wechsel nachdenken. Wer schlechte Erfahrungen mit einem Energieversorger macht, sollte über den Wechsel zu einem anderen Lieferanten nachdenken. Tarifrechner im Internet zeigen die Vielfalt der Angebote. Wichtig: Da ein Tarifrechner gewisse Voreinstellungen hat, sollten Sie ihn zunächst genau auf Ihre konkreten Bedürfnisse einstellen. Vor allem sind kurze Laufzeiten und Kündigungsfristen wichtig. Preisgarantien und Bonusversprechen sind hingegen mit Vorsicht zu genießen. Was genau zu beachten ist, erfahren Sie bei Ihrer Verbraucherzentrale.