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Der Klimafußabdruck von Investmentfonds

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Untersuchung von 13 Aktienfonds im Jahr 2014, darunter neun ethisch-ökologische Fonds
  • „Schmutzigster“ Fonds emittiert mehr als fünfmal so viel CO2 wie der beste untersuchte Fonds
  • Klimafußabdruck bei ethisch-ökologischen Fonds zum Teil größer als bei konventionellen Fonds
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Auch ethisch-ökologische Fonds tragen zum CO2-Ausstoß bei

Viele Anleger, die ihr Geld in ethisch-ökologische Fonds investieren, erhoffen sich, dass sie damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Eine Untersuchung im Auftrag der Verbraucherzentrale Bremen von 2014 hat gezeigt: Das ist nicht immer der Fall.

Auch einige ethisch-ökologische Fonds finanzieren den Ausstoß von Treibhausgasen, wenn bestimmte Unternehmen und Branchen zum Fondsvermögen gehören. Die Untersuchung hat gezeigt, dass vier Fonds mit ethisch-ökologischer Ausrichtung eine schlechtere Klimabilanz aufwiesen als manch gängiger konventioneller Fonds. Verbraucher, die mit ihrer Geldanlage das Klima schützen wollen, können also nicht automatisch auf Fonds aus dem ethisch-ökologischen Segment setzen.

Die Untersuchung umfasst große Anbieter und nachhaltige Fonds

Für die Untersuchung zum Stichtag 30. Juni 2014 hatte die Verbraucherzentrale Bremen 13 Aktienfonds ausgewählt, darunter vier Fonds der großen deutschen Anbieter Allianz, Deka, DWS und Union Investment. Die übrigen neun sind sogenannte ethisch-ökologische oder nachhaltige Aktienfonds.

Die untersuchten Investmentfonds unterscheiden sich enorm in der Menge an finanzierten Treibhausgasen; entsprechend viel CO2 können also auch Anleger einsparen. So finanzierte der Fonds mit dem größten Klima-Fußabdruck mehr als fünfmal so viele klimaschädliche Gase als der mit dem kleinsten CO2-Ausstoß.

Mit Anteilen im Wert von 1.000 Euro am Fonds DWS Top Dividende finanzierte ein Anleger zum Zeitpunkt der Untersuchung den Ausstoß von rund 904 Kilogramm CO2. Beim Triodos Sustainable Equity waren es hingegen nur 163 Kilogramm. Die Differenz entspricht etwa dem Ausstoß an Treibhausgasen, der bei einer Autofahrt über 4.600 Kilometer entsteht – also beispielsweise einer Fahrt vom Nordkap bis nach Neapel.

Auch indirekte Emissionen berücksichtigt

Die Analyse basiert auf dem Standard des Greenhouse Gas Protocol und berücksichtigt alle Bereiche, in denen ein Unternehmen Treibhausgase verursacht. Dieser Ansatz berücksichtigt sämtliche Bereiche, in denen ein Unternehmen Treibhausgase verursacht.

So werden beispielsweise bei der Erstellung einer "ehrlichen" Klimabilanz für eine Bank ebenfalls die Klimaauswirkungen der vergebenen Kredite berücksichtigt und in der Klimabilanz eines Autoherstellers wird auch der Treibhausgasausstoß berücksichtigt, der während der Lebensdauer der produzierten Autos sowie bei deren Entsorgung entsteht.


Durchgeführt hat die Untersuchung das Schweizer Unternehmen South Pole Group. Die Analyse ist Teil des Projektes "Klimafreundliche Geldanlage" der Verbraucherzentralen Bremen, Hamburg, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein.

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