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Bei Lebens- und Rentenversicherern: Mit Widerspruch hartnäckig bleiben

Stand:

Versicherer haben sich über ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) hinweggesetzt und die Rückabwicklung alter Verträge abgelehnt.

Das Wichtigste in Kürze

  • BGH-Urteile besagen, Kunden können älteren, bereits gekündigten Verträgen immer noch widersprechen.
  • Der Widerspruch kann erkleckliche Nachzahlungen des Versicherers bringen.
  • Versicherer weisen Kunden ab. Sie stützen sich auf eine von der Allianz eingereichte Verfassungsbeschwerde, die die Gesellschaft jedoch inzwischen zurückgezogen hat.
  • Unser Rat deshalb: Nicht abwimmeln lassen.
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Wenn Sie zwischen 1995 und 2007 eine private Kapitallebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen haben, können Sie dem Vertrag unter bestimmten Voraussetzungen noch immer widersprechen – und zwar selbst dann, wenn Sie ihn zuvor bereits gekündigt hatten. Das hatte der Bundesgerichtshof bereits 2014 entschieden (Az. IV ZR 76/11) und dieses Urteil 2015 noch präzisiert (Az. IV ZR 384/14).

Beide Urteile sind für Sie besonders dann interessant, wenn Sie sich frühzeitig von ihrer Versicherungspolice getrennt haben und daher nur einen geringen Teil der eingezahlten Beiträge zurückerhalten haben. Ein nachträglicher Widerspruch kann Ihnen in diesem Fall erhebliche Nachzahlungen bringen.

Voraussetzung für den Widerspruch ist, dass Sie fehlerhaft oder nicht ausreichend über den Vertrag informiert wurden. Dies ist der Fall, wenn die Widerspruchsbelehrung nicht korrekt war. Auch wenn Sie die dazugehörigen Versicherungsbedingungen oder die Verbraucherinformation nicht erhalten haben, ist der Widerspruch möglich.

Mehrere Versicherer haben den Widerspruch jedoch abgelehnt und sich dabei auf eine von der Allianz eingereichte Verfassungsbeschwerde berufen. Dem Hamburger Marktwächter-Team, zuständig für Versicherungen, liegen entsprechende Briefe von Ergo, Generali und Provinzial vor. Möglicherweise haben auch weitere Versicherungsgesellschaften ähnliche Schreiben verschickt.

Inzwischen hat die Allianz ihre Verfassungsbeschwerde zurückgezogen. Unser Tipp: Lassen Sie sich nicht abweisen – und holen Sie sich unabhängigen Rat in Ihrer Verbraucherzentrale vor Ort.