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Facharzttermin: Höchstens vier Wochen warten

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Um den Terminservice in Anspruch zu nehmen, wird eine Überweisung mit einem Dringlichkeitsvermerk des Hausarztes benötigt.
  • Den Terminservice können Ratsuchende auch für eine psychotherapeutische Sprechstunde nutzen und bei Bedarf im Anschluss daran auch für die Vermittlung in eine Akutbehandlung.
  • Es besteht kein Anrecht auf einen Wunschfacharzt bzw. -therapeuten.
  • Die zugewiesene Facharztpraxis muss in einer zumutbaren Entfernung erreichbar sein.
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Vermittlungspflicht

Wenn es mit eigener Anstrengung nicht klappt, sind neu eingerichtete Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen dafür zuständig, Patienten innerhalb einer Woche einen Sprechstundentermin bei einem Facharzt zu vermitteln. Die Servicestelle hat darauf zu achten, dass vom Anruf des Patienten bis zur persönlichen Vorstellung beim niedergelassenen Facharzt nicht mehr als vier Wochen vergehen. Ist kein niedergelassener Facharzt verfügbar, bekommen Versicherte ersatzweise einen Behandlungstermin im Krankenhaus angeboten. In diesem Ausnahmefall kann sich die Wartezeit um eine Woche verlängern.

Überweisung

Wer aufgrund von langen Wartezeiten die Vermittlungshilfe einer Terminservicestelle für einen Facharztbesuch in Anspruch nehmen will, benötigt hierzu zunächst eine Überweisung vom Hausarzt oder einem anderen Facharzt. Dies gilt jedoch nicht für Untersuchungen beim Augen- oder Frauenarzt, hierfür wird keine Überweisung benötigt, um den Terminservice in Anspruch zu nehmen.

Für eine psychotherapeutische Behandlung müssen Versicherte zunächst die Sprechstunde eines Psychotherapeuten aufsuchen. In die Sprechstunde können sie direkt und ohne Überweisung kommen. Den Termin dafür können sie selbst vereinbaren oder von der Terminservicestelle vermitteln lassen. Im Anschluss daran erhalten Ratsuchende dann eine Empfehlung für das weitere Vorgehen.

Um die Vermittlung von zahnärztlichen und kieferorthopädischen Behandlungen kümmern sich die Terminservicestellen nicht. Auch Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte sind ausgenommen.

Dringlichkeit

Der Hausarzt oder Facharzt muss die Dringlichkeit einer weiteren Untersuchung auf der Überweisung angeben, damit die Vier-Wochen-Frist für eine Terminvergabe gilt. Verschiebbare Routineuntersuchungen oder Bagatellerkrankungen berechtigen Patienten nicht zur Wahrnehmung eines schnellen Termins. Dem überweisenden Arzt sollten Beschwerden und der bisherige Verlauf der Erkrankung ausführlich geschildert werden, damit er entscheiden kann, wie rasch ein Facharzt zur weiteren Behandlung hinzugezogen werden sollte.

Für eine Psychotherapie müssen Versicherte zunächst eine psychotherapeutische Sprechstunde aufsuchen. Sie dient der Einordnung der Beschwerden und mündet in eine Empfehlung für das weitere Vorgehen. Nur wenn der Therapeut darin eine psychotherapeutische Akutbehandlung für notwendig erachtet, können Versicherte die Terminservicestelle mit der Terminierung beauftragen.

Facharztwahl und -ort

Hilft die Servicestelle bei der Terminvermittlung, können sich Krankenversicherte den Facharzt oder Psychotherapeuten jedoch nicht aussuchen. Es empfiehlt sich daher, dass Sie zuerst bei Ihrem Wunscharzt bzw. -therapeuten anfragen und versuchen, dort einen Termin zu vereinbaren, bevor Sie sich an den Terminservice wenden. Welche Fachärzte in Ihrer Nähe praktizieren, erfahren Sie über die Arztsuche der Kassenärztlichen Vereinigungen.

Die von der Servicestelle zugewiesene Facharztpraxis muss in zumutbarer Entfernung erreichbar sein: Als zumutbar gilt die Wegstrecke vom Wohnort des Patienten zum nächstmöglichen Facharzt plus 30 Minuten Fahrtzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu einer entfernteren Arztpraxis. Das bedeutet konkret: Praktizieren der nächstgelegene Orthopäde oder Augenarzt 15 Minuten von zu Hause entfernt, muss der vorgeschlagene Facharzt innerhalb von 45 Minuten mit Bus und Bahn erreichbar sein. Bei besonderen Fachärzten – etwa Radiologen, Spezialinternisten, Kinder- und Jugendpsychiatern – ist eine Strecke vom nächstmöglichen Facharzt plus 60 Minuten Fahrtzeit zumutbar.

Ist absehbar, dass man den angebotenen Termin nicht nutzen wird, sollte man so rechtzeitig wie möglich absagen. Sagen Versicherte den angebotenen Termin noch am selben Tag wieder ab, bekommen sie einen neuen. Spätere Absagen verpflichten die Terminservicestellen hingegen nicht dazu einen neuen Termin anzubieten. Über die Absage sollte die betroffene Praxis wie auch die Terminservicestellen benachrichtigt werden.