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Telefonieren im Krankenhaus

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Wenn Sie das Krankenhaustelefon am Patientenbett nutzen, kann dies teuer werden. Wir geben Tipps um hohe Gebühren zu vermeiden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In den meisten Krankenhäusern ist es mittlerweile erlaubt, sein eigenes Mobiltelefon zu nutzen: Erkundigen Sie sich danach bei Ihrer Aufnahme.
  • Je nach Klinik variieren die Kosten für ein Telefon am Patientenbett. Wie viel verlangt wird, müssen die Betreiber in ihren Qualitätsberichten angeben. Die genauen Beträge können Sie vor Ort erfragen oder vorab zum Beispiel in der Weissen Liste nachschauen.
  • Alternativ kann man auch die Münz- oder Kartentelefone im Eingangsbereich nutzen.
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Unsere Checkliste fürs Telefonieren im Krankenhaus

Die meisten Patienten nutzen im Krankenhaus ihr Handy, um zu telefonieren. In manchen Kliniken ist dies allerdings nach wie vor verboten. Wer deshalb über ein hauseigenes Gerät telefoniert, ärgert sich oftmals über hohe Entgelte; denn der Anschluss wird nur zu den Bedingungen des Krankenhauses freigeschaltet. Unsere Checkliste hilft, sich einen Überblick über etwaige Kosten zu verschaffen:

  • Wie hoch ist die Bereitstellungsgebühr pro Tag?
  • Wie lange dauert eine Telefoneinheit und wie viel kostet sie?
  • Welche Gebühren fallen für den Patienten oder den Gesprächspartner bei externen Anrufen an?
  • Sind die Patienten nur über eine (teure) 01805-Nummer erreichbar?
  • Gibt es je nach Tageszeit unterschiedliche Telefonentgelte?
  • Besteht die Möglichkeit, günstige Call-by-Call-Anbieter ("Sparvorwahl") zu nutzen?
  • Wo kann die Telefonkarte wieder aufgeladen werden?
  • Muss für die Telefonkarte ein Pfand hinterlegt werden - zum Beispiel fünf oder zehn Euro?
  • Erstattet die Klinik beim Verlassen ein Guthaben auf der Telefonkarte oder verfällt es?
  • Wer kann die Karte aufladen, wenn der Ptient dazu nicht in der Lage ist?

Mit welchen Kosten Sie rechnen müssen

Krankenhäuser verlangen unterschiedliche Entgelte für Telefone am Patientenbett; sie setzen sich zusammen aus den Kosten für die Bereitstellung, einer Grundgebühr und den Kosten je Einheit (meist pro Minute). Informieren Sie sich spätestens bei Ihrer Aufnahme über die Konditionen der Klinik. Die Kosten können Sie auch vorab über die Weisse Liste recherchieren.

Üblich ist, dass Patienten eine Telefonkarte kaufen, die sie mit einem Geldbetrag aufladen können. Manche Krankenhäuser schreiben einen Mindestbetrag vor. Für die Karte muss meist ein Pfand von fünf bis zehn Euro hinterlegt werden. Manche Kartenautomaten akzeptieren jedoch ausschließlich Scheine, also fünf, zehn oder zwanzig Euro. So kann schnell zu viel Geld bezahlt werden, besonders wenn das Krankenhaus einmal gezahlte Beträge nicht erstattet.

Die Grundgebühr beträgt pro Tag meist zwischen ein und zwei Euro. Sie fällt auf jeden Fall an. Dies bedeutet: Auch wer lediglich für Anrufe erreichbar sein will, muss zahlen. Ist die Karte leer, muss sie erneut aufgeladen werden. Andernfalls ist der Anschluss oftmals gesperrt. Die Kosten pro Einheit variieren meist zwischen 10 und 20 Cent pro Minute. Einige Krankenhäuser belassen es jedoch bei der Bereitstellungsgebühr und erheben keine weiteren Entgelte für ausgehende Anrufe. Für eingehende Anrufe entstehen den Patienten in den meisten Krankenhäusern keine Kosten. Einige wenige Krankenhäuser bieten sogar für eine geringe Extragebühr eine weltweite Telefon-Flatrate an. Außerdem ist das Telefonieren für Privatpatienten in manchen Häusern kostenlos.

Der Anschluss am Bett hat eine eigene Rufnummer - und die kann auch für Anrufer teuer werden. Denn teilweise sind es sogenannte Servicenummern, bei denen Anrufer von außerhalb höhere Preise pro Einheit bezahlen müssen; bei einer Nummer, die zum Beispiel mit 01805 beginnt, sind es 14 Cent pro Minute aus dem Festnetz, bei Anrufen über Mobilfunk bis zu 42 Cent je Minute. So können für Freunde und Verwandte bei einem zehnminütigen Gespräch ‒ abhängig vom Anbieter ‒ schnell einige Euro zusammenkommen.

Weshalb manche Kliniken Mobiltelefone verbieten

Einige Krankenhäuser befürchten nach wie vor, dass durch die Funksignale die Funktion lebenswichtiger medizinischer Geräte beeinträchtigt werden könne. Inzwischen gibt es jedoch mehrere wissenschaftliche Untersuchungen, die nahe legen, dass die Funkstrahlen von Mobiltelefonen nur in sehr geringem Abstand zu technischen Apparaten Störungen hervorrufen können. Viele Kliniken haben dies zum Anlass genommen, den Gebrauch von Mobiltelefonen nur in kritischen Bereichen ‒ etwa auf Intensivstationen ‒ zu untersagen oder spezielle Räume innerhalb der Krankenhäuser für Anrufe per Handy einzurichten. In einigen Häusern bleibt der Festnetz-Anschluss allerdings weiterhin die einzige Möglichkeit zu telefonieren.