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Früherkennung von Krankheiten: kostenlose Gesundheitschecks

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Gesetzliche Krankenkassen zahlen regelmäßige Gesundheits-Checks und Krebsfrüherkennungsuntersuchungen.
  • Wer daran teilnimmt, kann damit Punkte für Bonusprogramme sammeln.
  • Die Krankenkassen können zusätzliche Extras übernehmen. Darüber hinaus gibt es Früherkennungsuntersuchungen als individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), die aus eigener Tasche bezahlt werden müssen.
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Vorsorgeuntersuchungen für Erwachsene

Gesetzlich Krankenversicherte haben einen Anspruch auf regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen. Diese sind abhängig vom Geschlecht und Alter und werden jeweils in unterschiedlichen Abständen gewährt.

  • Ab 20 Jahren: einmal pro Jahr eine Genitaluntersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen bei Frauen.

  • Bis 25 Jahre: Jährlicher Test auf eine Infektion mit Chlamydien für Frauen.

  • Ab 30 Jahren: Zur Krebsvorsorge von Frauen kommt eine jährliche Brust- und Hautuntersuchung hinzu. Patientinnen sollten darauf achten, dass sie zur regelmäßigen Früherkennung in die Selbstuntersuchung der Brust eingewiesen werden.

  • Ab 35 Jahren: Alle zwei Jahre allgemeiner Gesundheits-Check-Up für Männer und Frauen zur Früherkennung zum Beispiel von Nieren-, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes.

  • Ab 35 Jahren: Alle zwei Jahre Hautkrebs-Screening (Früherkennung). Dabei wird die Haut des gesamten Körpers in Augenschein genommen.

  • Ab 45 Jahren: Für Männer jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung der Genitalien und Prostata.

  • Von 50 bis 55 Jahren: Jährliche Stuhluntersuchung für Männer und Frauen zur Darmkrebsfrüherkennung (Test auf verborgenes Blut im Stuhl).

  • Ab 55 Jahren: Darmkrebsfrüherkennung für Männer und Frauen – alle zwei Jahre Stuhluntersuchung (Test auf verborgenes Blut) oder im Abstand von zehn Jahren maximal zwei Früherkennungs-Darmspiegelungen (Koloskopien).

  • Von 50 bis 69 Jahren: Für Frauen alle zwei Jahre Einladung zur Mammographie-Untersuchung.

Außerdem gehören regelmäßige Schutzimpfungen und die Schwangerschaftsvorsorge zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen.

  • Schutzimpfungen: Auch lang anhaltender Schutz gegen Infektionen gehört zu den Vorsorgeleistungen. Beispielsweise haben Erwachsene Anspruch alle zehn Jahre auf eine Impfung gegen Tetanus und Diphtherie. Ab 60 Jahren kommt noch eine einmalige Impfung gegen Pneumokokken und eine jährliche Grippeimpfung dazu. Eine gute Orientierung über Impfungen, die sinnvoll sind, bieten die jährlichen Empfehlungen der ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut. Alle von der Kommission empfohlenen Schutzimpfungen sind Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Jede Kasse kann in ihrer Satzung allerdings weitere Impfangebote als freiwillige Leistungen vorsehen. Dies sollten Patienten im Einzelfall mit ihrer Krankenkasse klären.

  • Schwangerschaftsvorsorge: Die Vorsorge während der Schwangerschaft und nach der Entbindung gehört ebenfalls zum Leistungskanon der gesetzlichen Krankenkassen. Darin eingeschlossen sind unter anderem die Kontrolle von Blutdruck und Gewicht der Mutter, Urinuntersuchungen auf Eiweiß und Zucker, Tastuntersuchungen zur Beurteilung von Stand der Gebärmutter und Kindslage, sowie Kontrolle der kindlichen Herzaktivitäten. Außerdem erfolgen Blutuntersuchungen zur Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors, sowie Tests auf Infektionen mit Chlamydien, Röteln, Lues (Syphilis) und Hepatitis B. Ein Test auf Schwangerschaftsdiabetes und HIV, eine Impfung gegen saisonale Grippe und 3 Basis-Ultraschalluntersuchungen sind weitere Leistungen der Schwangerschaftsvorsorge. Alle Leistungen sind in der so genannten Mutterschafts-Richtlinie aufgeführt. Weitere Informationen, besonders auch über IGeL in der Schwangerschaft, erhalten Sie auf IGeL-Ärger.de.

Eine weitergehende Übersicht über Vorsorgeuntersuchungen finden Sie auf den Internetseiten des Gemeinsamen Bundesausschusses.

Vorsorgeuntersuchungen für Kinder

Von der Geburt bis zur Volljährigkeit sind eine Reihe von Untersuchen zur Früherkennung und Vorsorge auf Kosten der Krankenkassen vorgesehen

  • In den ersten sechs Lebensjahren stehen insgesamt zehn Untersuchungen auf dem Programm, in denen Sinnes-, Atmungs- und Verdauungsorgane, Skelett und Muskulatur und angeborene Stoffwechselstörungen untersucht sowie mögliche Entwicklungs- und Verhaltensstörungen festgestellt werden können. Dabei handelt es sich um die sogenannten U-Untersuchungen U1 bis U9, inkl. U7a. Mehrere Regelimpfungen – unter anderem zu Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Masern, Mumps und Röteln - runden das Vorsorgeangebot für die Jüngsten ab. Eltern erhalten nach der Geburt ein Untersuchungsheft, in dem alle wichtigen Untersuchungen aufgelistet sind.

  • Für Jugendliche im Alter zwischen 12 und 15 Jahren gibt es eine weitere Untersuchung zum Check der körperlichen Verfassung und seelischen Entwicklung (Jugendgesundheitsuntersuchung/J1).

  • Außerdem werden die Kosten der Schutzimpfung gegen Krebs des Gebärmutterhalses (HPV-Impfung) für Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren nach einer ärztlichen Beratung übernommen.

Ausführliche Informationen hierzu finden Sie ebenfalls auf den Internetseiten des Gemeinsamen Bundesausschusses.

Bonusprogramme

Mit Bonusprogrammen versuchen Krankenkassen, ihren Versicherten die regelmäßige Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen schmackhaft zu machen. Wer regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen nachweisen kann, erhält einen finanziellen Zuschuss oder andere Boni. Versicherte müssen sich dazu am Bonusprogramm anmelden und ihre Untersuchungen vom Arzt abstempeln lassen. Dabei sollten sie sich vorab über die verschiedenen Bonusvarianten und die Regeln für die Auszahlung der Krankenkasse informieren.

Bonusheft beim Zahnarzt

Wird zum Beispiel ein Zahnersatz fällig, belohnen alle Kassen regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt mit finanziellen Zuschüssen. Deshalb ist es wichtig, dass die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen als Nachweis im Bonusheft festgehalten werden. Normalerweise zahlen die Krankenkassen beim Zahnersatz nur die Hälfte der Kosten für die Regelversorgung. Wer fünf Jahre hintereinander mindestens einmal im Jahr seine Zähne kontrollieren lässt, bekommt einen Zuschuss von 60 Prozent; wer zehn Jahre regelmäßige Vorsorge mit dem Bonusheft nachweisen kann, bekommt sogar 65 Prozent der Kosten erstattet. Weitere Informationen hierzu bietet das Portal kostenfalle-zahn.de.

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)

Darüber hinaus werben viele Arztpraxen zusätzlich mit speziellen Tests und Untersuchungen, die sie gegen private Kostenübernahme offerieren, da diese nicht im gesetzlichen Leistungskatalog enthalten sind und die Kassen die Kosten dafür nicht übernehmen.

Dabei handelt es sich um so genannte IGeL-Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen). Deren Nutzen ist in vielen Fällen umstritten. Der igel-monitor bewertet häufig angebotene Untersuchungen aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse. Patienten sollten deshalb zusätzliche Angebote, die ihre Kasse nicht zahlt, vor einer Zustimmung prüfen und mit ihrer Krankenkasse Rücksprache halten, inwieweit kostenpflichtige Zusatzbehandlungen im Einzelfall sinnvoll sind.

Einige Kassen bieten hierzu eine eigene medizinische Hotline an. Neben der Beurteilung von Vor- und Nachteilen kann bei einer Nachfrage auch geklärt werden, ob zusätzliche Leistungen zum Vorsorgeprogramm der Krankenkasse gehören und nicht privat bezahlt werden müssen. Als Faustregel gilt: Die wichtigsten Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt! Was viele Patienten nicht wissen: Treten bestimme Symptome oder Beschwerden auf – etwa ein auffälliger Tastbefund der Brust oder ein Verdacht auf Blutarmut – müssen die gesetzlichen Krankenkassen weitere Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen übernehmen.

Ob die Kassen die Kosten tragen, sollte man vorab genau klären - denn die Beträge für bereits privat gezahlte Leistungen werden nachträglich meist nicht erstattet. Weitere Informationen und Möglichkeiten, sich zu beschweren, gibt es auf der Webseite igel-ärger.de. Speziell zur Krebsvorsorge erteilt auch der Informationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg kompetent Auskunft – telefonisch täglich von 8 bis 20 Uhr, unter 0800 - 420 30 40 oder im Internet.