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Betreuungsangebote

Stand:

Das Wichtigst in Kürze:

  • Monatlicher Zuschuss von 125,- Euro für Betreuungangebote von der Pflegekasse
  • Die Pflegekassen erstatten den Beitrag, wenn eine entsprechende Rechnung eingereicht wird
  • Es gibt neben den ambulanten Pflegediensten auch diverse anderen Anbieter
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Die Pflegeversicherung zahlt einen monatlichen Zuschuss von 125 Euro für Betreuungsangebote. Dazu zählen zum Beispiel haushaltsnahe Dienstleistungen, Gruppenangebote, Alltags- und Pflegebegleitungen. Die Angebote werden auch Entlastungsleistungen genannt, da das zusätzliche Geld die pflegenden Angehörigen entlasten soll.

Welche Entlastungsangebote zahlt die Pflegeversicherung?

Damit die Pflegekasse das Betreuungsangebot finanziert, muss der Pflegebedürftige entweder in Vorleistung treten und anschließend eine Rechnung einreichen oder eine Abtretungserklärung unterschreiben. Weitere Informationen zur Kostenübernahme und Fristen sind im Beitrag zu Entlastungsleistungen zusammengefasst.

Es gibt verschiedene Anbieter von Betreuungsangeboten. Viele ambulante Pflegedienste bieten zusätzlich zur klassischen Pflege auch Unterstützung im Haushalt und manchmal auch Gruppenaktionen an. Je nach Region gibt es außerdem Nachbarschaftsvereine und Wohlfahrtsverbände, die Einzelbegleitungen, Nachmittagsaktionen oder Ausflüge organisieren. Manche Angebote sind besonders für Demenzkranke interessant, da durch kreative Tätigkeiten die Fähigkeiten erhalten oder noch einmal verbessert werden können. Für körperlich Eingeschränkte können Bewegungs- und Koordinationsgruppen ein passendes Angebot sein.

Konkret kann das beispielsweise so aussehen:

  • einmal pro Woche Besuch einer Sing- und Bastelgruppe bei einem Wohlfahrtsverband
  • einmal pro Woche Besuch eines Bewegungsangebots beim Pflegedienst
  • einmal pro Woche Spaziergang mit einer Ehrenamtlichen eines Nachbarschaftsvereins
  • bei Bedarf Begleitung zum Arzt und zu Konzerten durch Ehrenamtliche

Qualitätsstandards für Anbieter

Um sicherzustellen, dass die Betreuungskräfte im Umgang mit Pflegebedürftigen geschult sind, müssen sowohl professionelle als auch ehrenamtliche Dienstleister ein Mindestmaß an Qualifikationen nachweisen. Die Anforderungen sind von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Betreuung durch Profis

Wer die Dienste eines ambulanten Pflegedienstes in Anspruch nimmt, kann den Entlastungsbetrag für mehrere Hilfen nutzen. Dazu gehören Unterstützung im Haushalt und Gruppenangebote. Klassische Pflegeangebote, wie Waschen, Anziehen und das Anreichen von Essen und Trinken, dürfen nur Personen mit Pflegegrad 1 vom Entlastungsbetrag bezahlen. Alle anderen müssen dafür die Pflegesachleistung verwenden.
Angebote der Kurzzeit-,  Tages- und Nachtpflege können von allen Pflegebedürftigen mit dem Entlastungsbetrag bezahlt werden. Im Gegensatz zu den Geldern für Tages- und Nachtpflege kann der Entlastungsbetrag auch für die Kosten von Unterkunft, Mahlzeiten und Investitionskosten eingesetzt werden.

Betreuung durch Ehrenamtliche

Bei den so genannten niedrigschwelligen Betreuungsangeboten übernehmen geschulte Ehrenamtliche die Betreuung in Gruppen oder stundenweise zu Hause. Damit die Leistungen der Pflegekassen dafür eingesetzt werden können, müssen die Dienste offiziell anerkannt sein. Voraussetzung für die Anerkennung ist beispielsweise der Nachweis, dass die ehrenamtlichen Betreuungskräfte einen speziellen Vorbereitungskurs besucht haben. Ob eine Betreuung durch Angehörige oder Nachbarn durch den Entlastungsbetrag finanziert wird, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Hierfür kann nur das Pflegegeld genutzt werden.

Betreuungsangebote finden

Die zuständigen Behörden müssen Listen erstellen, in denen die besonderen Betreuungsangebote vor Ort aufgeführt sind. Leider sind diese Listen noch längst nicht in allen Regionen veröffentlicht. Daher sollten sich Ratsuchende an eine Pflegeberatungsstelle wenden. Diese sind in der Datenbank des Zentrums für Qualität in der Pflege gelistet.