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Bierdosen-Hähnchen: Würze aus Farben und Lacken

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Sein Hähnchen auf einer Bierdose sitzend zuzubereiten ist nicht ratsam: Druckfarben sowie Dosenlack können sich lösen und ins Lebensmittel gelangen.

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Auf der Suche nach leckeren Grillrezepten sind gute Tipps beliebt – umso mehr, wenn sie einfach zuzubereiten sind und auch noch witzig daher kommen. Besonders hip scheint das Bierdosen-Hähnchen zu sein, das in Grill- und Rezepteforen ebenso empfohlen wird wie von weithin bekannten TV-Kochstars. Und Discounter versuchen mit diesem Zubereitungstipp, den Verkauf von Hähnchen und Bierdosen zu steigern: Das ganze, gewürzte Huhn wird dabei mit der hinteren Körperöffnung über die geöffnete Bierdose gestülpt und in den Kugelgrill oder Backofen gelegt. Nach ein bis anderthalb Stunden soll das legendäre "Beer Butt Chicken" nach US-Vorbild verzehrsfertig sein.

Gesundheitsschädliche Substanzen

Auf Nachfragen besorgter Verbraucher hin, ob die Bierdosen für diese Verwendung überhaupt geeignet sind, haben wir beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) um eine entsprechende Prüfung gebeten.

Das Ergebnis: Das Institut rät klar von dieser Art der Zubereitung ab - durch die hohen Temperaturen, Fett und Alkoholdämpfe können sich Druckfarben sowie Dosenlack lösen und zersetzen und ins Lebensmittel gelangen: "Es ist davon auszugehen, dass die Hitze beim Grillen und Braten gesundheitsschädliche Substanzen aus der bedruckten Außenseite und der beschichteten Innenseite der Bierdose löst, die in das Hähnchenfleisch übergehen."

Einige darüber hinaus befragte Brauereien wiesen nur darauf hin, dass das keine "bestimmungsgemäße Nutzung" von Getränkedosen sei und sie daher "keine Garantien" oder "keine Empfehlung" bezüglich solcher Nutzung geben könnten.

Das Fazit: Wer auf die bedenkliche "Würze" aus Farben und Lack lieber verzichten möchte, sollte "Bierhintern-Huhn" oder andere Varianten von "besoffenen Hähnchen" mit einem speziellen Hähnchenbräter mit Flüssigkeitsbehälter zubereiten.