Telefonabzocke mit Nahrungsergänzungsmitteln

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Mit aggressiver Werbung versuchen Anrufer Verbrauchern am Telefon Abonnement-Verträge über teure Nahrungsergänzungsmittel unterzuschieben. Mit unserem Musterbrief können Verbraucher sich dagegen wehren.

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Viele Verbraucher beschweren sich zur Zeit über aggressive Werbung mehrerer Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln. Die Masche ist immer dieselbe: Bevorzugt Personen über 80 Jahre werden ohne ihre vorherige ausdrückliche Erlaubnis angerufen und durch gezielte Werbetaktiken zur Bestellung einer Probepackung eines Nahrungsergänzungsmittels überredet.

Versprochen wird Gesundheit zum kleinen Preis: Gesteigerte Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit durch die Einnahme von Gingko-Präparaten und ein starkes gesundes Herz durch Omega 3-Fettsäuren soll es günstiger geben als in der Apotheke. Was die Anrufer verschweigen: Verbrauchern, die sich auf die Bestellung eines "Monatsvorrats zum Probierpreis" einlassen, wird mit Erhalt dieser Probepackung gleichzeitig ein Abonnement-Vertrag mit Mindestlaufzeiten von bis zu einem Jahr untergeschoben.

Die Firmen nutzen vermeintlich typische Gesundheitsprobleme und damit verbundene Ängste auf dreiste Weise aus, um den Absatz ihrer Produkte zu fördern. Besonders dreist: In einigen der Verbraucherzentrale vorliegenden Fällen wurde der Werbeanruf als Meinungsumfrage einer bekannten Apothekenzeitschrift oder als Umfrage zu Arzneimitteln getarnt. Als Dankeschön sollten die Umfrageteilnehmer eine Monatspackung eines Ginkgopräparates erhalten. Mit Lieferung dieses "Dankeschöns" kam aber auch eine Rechnung über 9,95 Euro und ein untergeschobener Abonnement-Vertrag ins Haus des Angerufenen. Sind die Kosten für die angebotene Probepackung mit beispielsweise 4,95 Euro oder 9,95 Euro noch relativ gering, so wird es mit Beginn des ungewollten Abos deutlich teurer: Zwischen rund 170,- und 330,- Euro werden für die Mindestlaufzeit in Rechnung gestellt.

Grundsätzlich gilt: Eine telefonische Bestellung kann innerhalb der Widerrufsfrist ohne Begründung rückgängig gemacht werden, entweder in Textform oder durch Rücksendung der Ware. Um den fristgerechten Widerruf beweisen zu können, ist eine Sendung per Einschreiben oder als Paket ­dringend zu empfehlen und der Beleg aufzubewahren.