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Immun-/Allergie-Diäten

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Bei dieser Diät geht man davon aus, dass die Ursache des Übergewichts eine individuelle Lebensmittelunverträglichkeit ist. Mittels IgG-Test (Bestimmung von Immunglobulin wie Gesamt-IgG oder IgG4 aus dem Blut) wird je nach Anbieter die Verträglichkeit von 180-250 Lebensmitteln und Zusatzstoffen getestet und diese ggf. als Auslöser des Übergewichts "identifiziert". Die Kosten dafür liegen je nach Anbieter und Zahl der getesteten Lebensmittel bei bis zu 500 Euro.

Diese Tests werden inzwischen auch angeboten, um die Ursachen verschiedener anderer Erkrankungen herauszufinden. Die Therapie besteht darin, dass auf die vermeintlich unverträglichen Lebensmittel verzichtet wird, sowie in einer so genannten Rotationsdiät mit den noch verbliebenen, verträglichen Lebensmitteln.

Unsere Bewertung

IgG-Tests eignen sich nicht, um Lebensmittelallergien und –Unverträglichkeiten festzustellen. Nachgewiesen wird dadurch lediglich, dass der Körper schon einmal mit dem jeweiligen Lebensmittel in Kontakt gekommen ist.

Bereits 2010 wurde in einer placebokontrollierten Studie belegt, dass es keine Korrelation (Beziehung) zwischen nahrungsmittelspezifischem Gesamt-IgG oder IgG4 und einer Nahrungsmittelallergie gibt. Daher werden solche Tests auf nahrungsmittelspezifisches IgG für die Diagnose von Nahrungsmittelallergien sowohl von den europäischen als auch von den US-amerikanischen Allergie- und Immunologie-Gesellschaften abgelehnt.

Auch der (IGeL-Monitor) des Medizinischen Diensts des Spitzenverbandes "Bund der Krankenkassen e.V." bewertet diese häufig von Ärzten oder Heilpraktikern angebotene individuelle Gesundheitsleistung negativ. Größtes Risiko einer solchen Diät sind drohende Nährstoffdefizite durch das Verbot bestimmter, individuell unterschiedlicher Lebensmittel. Möglicher Gewichtsverlust resultiert alleine aus der stark eingeschränkten Wahlmöglichkeit bei den Lebensmitteln.