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Mode-Diäten: Detox, Paleo, 5-zu-2

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DETOX-Diät

Anleitungen für Entgiftungsdiäten (aus dem Englischen: "Detoxication"), quasi der Frühjahrsputz für den Körper, finden sich in nahezu jeder Frauenzeitschrift. Hierbei handelt es sich um 5-21- tägige Fastenkuren, kombiniert mit Bewegungs- und Entspannungseinheiten. Die Idee hinter diesem Konzept: Aufgrund der heute vielfach ungesunden und einseitigen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten soll unser Körper übersäuern und Giftstoffe oder Stoffwechselprodukte ansammeln. Durch die gezielte Fastenkur sollen diese Schadstoffe ausgeschieden werden (Entschlackung), der Stoffwechsel wieder in Schwung kommen und das Gewicht reduziert werden. Meistens startet die Diät mit mehreren Saft- und Suppentagen zur Eingewöhnung; in den folgenden Tagen wird auf säurebildende (zum Beispiel und Wurstwaren, stark Zuckerhaltiges) und verarbeitete Lebensmittel verzichtet.

Unsere Bewertung

Einzelne Elemente dieser Diät sind durchaus empfehlenswert. Eine fleischarme, aber gemüse- und obstreiche Ernährung mit möglichst frischen Zutaten wird auch von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung als gesundheitsfördernd erachtet. Auch die Kombination mit verschiedenen Entspannungs- und Bewegungselementen gehört zum gesunden Abnehmen dazu.

Es gibt aber keine wissenschaftlichen Beweise, dass diese Art der Ernährung die Ausscheidung von Giftstoffen fördert. Auch die schon aus den "Heilfasten"-Zeiten immer wieder zitierten "Schlacken", lassen sich im Körper nicht nachweisen. Leber und Niere sind die Hauptentgiftungsorgane des Körpers, und die arbeiten beim gesunden Menschen auch so zuverlässig, dass kaum Giftstoffe zurückbleiben.

Diäten bei denen nur wenige hundert Kalorien am Tag aufgenommen werden, sollten nur kurzzeitig erfolgen, da sonst die Gefahr eines Nährstoffmangels besteht. Häufig ist während der Fastenzeit die Leistungsfähigkeit herabgesetzt; Müdigkeit und Konzentrationsstörungen können auftreten.

Der "Detox"-Begriff auf vielen Tees, Gemüsepulvern, Smoothies oder Nahrungsergänzungsmitteln ist weder definiert noch wissenschaftlich belegt und eine reine Marketingstrategie der Hersteller.


PALEO-Diät, Steinzeit-Diät

Die Paleo- oder Steinzeit-Diät orientiert sich an der vermuteten Ernährung der Altsteinzeit oder Steinzeit, noch bevor vermehrt Ackerbau und Viehzucht betrieben wurden. Dabei wird wird davon ausgegangen, dass das menschliche Erbgut sich seit dieser Zeit nicht verändert hat und deshalb die damalige Ernährungsweise als die einzig "gesunde" angesehen werden muss.

Zivilisationskrankheiten, wie Asthma, Diabetes und Übergewicht sollen deshalb eine Folge unserer als schlecht betrachteten Ernährungsgewohnheiten sein.

In der Praxis soll mit Verweis auf die steinzeitliche Ernährung auf etliche, heute alltägliche Produkte verzichtet werden:

  • auf Körner, Getreide und alle daraus verarbeiteten Produkte – weil sie angebliche " Anti-Nährstoffe" wie Gluten, Lektine und Phytine enthalten, die Autoimmunerkrankungen verursachen können,
  • auf Hülsenfrüchte – weil sie angeblich den Darm schädigen
  • auf Milchprodukte – weil die enthaltenen tierischen Hormone den Aufbau von Körperfett begünstigen würden und
  • ganz generell auf industriell verarbeitete verfeinerte, raffinierte und künstliche Produkte wie zum Beispiel Zucker und FastFood.


Unsere Bewertung

Positiv ist auf jeden Fall die Empfehlung für saisonale und unverarbeitete Lebensmittel, einer sehr gemüse- und obstreichen Ernährung und die Verknüpfung von Ernährungsumstellung, Bewegung, Entspannung und ausreichenden Schlaf als Diät-(Lebens-)konzept.

Der weitgehende Verzicht auf Getreideprodukte und pflanzliche Fette, führt zu einer kohlenhydratarmen Ernährung mit vielen tierischen Fetten, ähnlich der Atkins-Diät. Dies entspricht jedoch überhaupt nicht unseren Ernährungsgewohnheiten und ist sicherlich nicht leicht einzuhalten. Deshalb verwundert es nicht, dass man im Internet zahlreiche Rezepte für "Ersatzprodukte" findet - etwa für Brot mit Kokosmehl und Kuchen und Süßigkeiten mit Ahornsirup und Honig.

Die Aussage, dass sich das Erbgut der Menschen bis heute nicht verändert habe, ist schlichtweg falsch. Viele ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten entstehen, weil wir zu viel und einseitig essen und nicht, weil wir uns nicht mehr wie Jäger und Sammler ernähren.


Teilzeit-Diät: 5-zu-2-Diät

Diese Diät basiert auf der Annahme, dass der Körper die Fettdepots schneller angreife, wenn er längere Zeit ohne Nahrung auskommen müsse. An fünf Tagen der Woche ernährt man sich normal. An zwei weiteren Tagen, die aber auf jeden Fall nicht aufeinander folgen sollten, sind nur 500 kcal erlaubt (Männer: 600 kcal). An diesen "Fasten"-Tagen wird meistens auf eine Mahlzeit verzichtet und neben ausreichendem Trinken nur Gemüse, Fisch und mageres Fleisch empfohlen.

Angeblich soll diese Diät außerdem das Risiko für Diabetes, manche Krebsarten und Demenz senken.

Unsere Bewertung

Aussagekräftige Langzeitstudien, auch zum gesundheitlichen Nutzen, zum "Fasten mit Unterbrechung" fehlen bisher. Grundgedanke ist wie bei Diäten nach dem glykämischen Index den Blutzucker- und den damit verbundenen Insulinanstieg als Antwort auf die Kohlenhydratzufuhr für längere Zeit niedrig zu halten, so dass mehr gespeicherte Energie (Fettdepots) verbraucht wird.

Das Intervallfasten ist nur dann empfehlenswert, wenn man sich an den "normalen" Ernährungstagen gesund und ausgewogen ernährt, da sonst die Gefahr eines Nährstoffmangels zu groß ist. Zügelloses Schlemmen führt sicherlich nicht zum gewünschten Abnehmerfolg.

Bedenken sollte man allerdings, dass an den Fastentagen auch Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und Müdigkeit auftreten können. Ebenso kann das starke Hungergefühl im Alltag störend sein. Diabetiker und andere chronisch Kranke sollten vor dem Start mit der 5:2-Diät auf jeden Fall ihren Arzt befragen.