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Ärger mit Hotels: Unbespielbare Tennisplätze und ausgefallene Surfkurse

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Urlauber, die ein Hotel mit bestimmten Freizeit- oder Sporteinrichtungen gebucht haben, können einen Teil des Reisepreises zurückverlangen, wenn die versprochenen Angebote nicht zur Verfügung stehen.

Können Sport- oder Freizeitangebote wegen unvermeidbaren Umstände nicht angeboten werden, so können Urlauber dies nicht als Reisemangel geltend machen. Unvermeidbare Umstände liegen vor, wenn Ereignisse vorliegen, die der Veranstalter selbst nicht beeinflussen kann. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Schneemangel keinen Ski- oder Unwetter keinen Tennisbetrieb erlaubt. Sind die äußeren Umstände jedoch optimal und die Angebote fallen wegen mangelnder Wartung der Anlage oder Personalmangels aus, so sind dies Umstände für die der Veranstalter verantwortlich ist.

Beim Ausfall von Sportleistungen muss ferner darauf geachtet werden, ob es Leistungen sind, die der Reiseveranstalter bei Buchung beworben hat und die – ob zusätzlich kostenpflichtig oder nicht – direkt nutzbar sind (Beispiel: Minigolfanlage, Kino, SPA-Angebot oder Swimming-Pool des Hotels). In diesem Fall berechtigt ein Wegfall die Reisepreisminderung. Anders kann es jedoch aussehen, wenn der Reiseveranstalter lediglich auf ein Sportangebot externer Anbieter vor Ort hingewiesen hat (Beispiel: "Tauchbasis vor Ort", "Fahrradverleih in der Stadt", "Diskothek in nächster Stadt"). Hier hat er keinen Einfluss auf das tatsächliche Zustandekommen von Angeboten, so dass Reisende hier keine Ansprüche geltend machen können.

Fehlt nun das entsprechende Sport- und Freizeitangebot, haben Sie Anspruch auf Minderung Ihres Reisepreises. Sammeln Sie daher umfassend Beweise und dokumentieren Sie die vorliegenden Mängel (Fotos, Videos, Zeugen). Daneben müssen Mängel unverzüglich dem Reiseveranstalter oder Reisevermittler angezeigt werden. Informieren Sie den Reisevermittler, so muss dieser den Reiseveranstalter über die Mängel in Kenntnis setzen. Die Mängelanzeige sollte in Anwesenheit von Zeugen geschehen. Alternativ können Sie sich auch schriftlich die Kenntnisnahme der Mängelanzeige bestätigen lassen. Dazu reicht es aus, dass der bevollmächtige Reiseleiter ein "zur Kenntnis genommen" auf die schriftliche Mängelanzeige setzt.

Ist kein Reiseleiter anwesend und auch am Urlaubsort nicht zu erreichen, sollte der Reiseveranstalter in Deutschland, am besten telefonisch und in Anwesenheit von Zeugen, informiert werden. Nicht zuständig für Mängelanzeigen sind dagegen die Leistungsträger vor Ort, also beispielsweise Hoteliers, es sei denn, dies ist ausdrücklich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen so festgelegt.

Der Reiseveranstalter muss nun den Mangel beseitigen. Kommt er dieser Aufforderung nicht nach, können Reisende selbst Abhilfe schaffen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen. Kann der Mangel während der Reise nicht behoben werden, so steht Reisenden nach der Rückkehr Minderung des Reisepreises zu.

Wurde der Vertrag vor dem 01.07.2018 geschlossen, müssen Ansprüche innerhalb eines Monats nach dem vertraglich vereinbarten Reiseende geltend gemacht werden. Für Reisen nach dem 01.07.2018 ist der Anspruch auf (Teil-) Rückzahlung des Reisepreises bis zu zwei Jahre nach geplanter Beendigung der Pauschalreise möglich. Dazu müssen die Ansprüche schriftlich und nachweisbar beim Reiseveranstalter angezeigt werden. Dies machen Sie am besten per Fax oder Einwurfeinschreiben.

Anhaltspunkte, wie viel Reisepreisermäßigung Ihnen zusteht, geben folgende Reisemängeltabellen: