Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg

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Der gebäudeindividuelle energetische Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg (Sanierungsfahrplan) ist ein neues Beratungsinstrument für Gebäudeeigentümer und seit der Einführung im Juli 2015 eine der Erfüllungsoptionen des seit 1. Juli 2015 novellierten Erneuerbare-Wärme-Gesetzes (EWärmeG). Beim Austausch der zentralen Heizungsanlage müssen seit Juli 2015 in bestehenden Wohngebäuden 15 Prozent der Wärme durch erneuerbare Energien gedeckt oder entsprechende Ersatzmaßnahmen ergriffen werden. Das EWärmeG erlaubt an vielen Stellen, bestehende Komponenten anzurechnen. Der Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg kann für Eigentümer von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden als eine Erfüllungsoption genutzt werden.

Eine Sanierungsstrategie für ein einzelnes Gebäude zu entwickeln und zu vermitteln ist das Ziel des Sanierungsfahrplans. Legen Gebäudeeigentümer einen Sanierungsfahrplan vor, reduziert sich der Pflichtanteil für Wohngebäude im Rahmen des EWärmeG von 15 auf 10 Prozent. Der Sanierungsfahrplan kann somit eine sinnvolle Ergänzung für weitere im EWärmeG vorgesehene Erfüllungsoptionen sein.

Mit dem Sanierungsfahrplan wird des Weiteren das energiepolitische Ziel der Bundesregierung, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, unterstützt.

Gute energetische Gebäudesanierungen sind das Ziel in Baden-Württemberg. Gemeinsam mit der Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und zahlreichen Experten hat Zukunft Altbau eine Beratungsleitlinie für Sanierungswillige und Energieberater entwickelt. Diese umfasst Grundsätze zur Zusammenarbeit und einzelne technische Vorgaben, die auf den Rahmenbedingungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Vergabe von Fördergeldern für die energetische Gebäudesanierung basieren.


Weitere Informationen zum Download: Leitlinie Energieberatung


Welche Rolle spielt die Verbraucherzentrale?

Unsere Energieberater klären im Rahmen einer stationären Beratung, ob Sie das EWärmeG bei geplanten Änderungen an Ihrer Heizungsanlage in Wohngebäuden beachten müssen. Für die Besprechung notwendig sind Unterlagen zum Haus (Baupläne etc.) sowie zu der geplanten Maßnahme.

Wenn Verbraucher vor Angebotseinholung in die Energieberatung der Verbraucherzentrale kommen, kann der Energieberater anhand der Baupläne mehrere mögliche Heiztechnologien mit Blick auf Lagermöglichketen und vorhandene Anschlussgebiete für eine neue Heizung gegenüber stellen.

Verbraucher sollten sich unbedingt mehrere Angebote für eine neue Heizung einholen. Bei der Energieberatung in den Beratungsstellen erläutern die Energieberater ihnen die Vor- und Nachteile sowie die Unterscheide der Vergleichsangebote. .

Im Rahmen des Gebäude-Checks können Sie bei Ihnen direkt vor Ort Fragen zur Heizung Ihres Hauses und zu möglichen Erfüllungsoptionen des EWärmeG mit einem Energieberater besprechen.


Wer stellt einen Sanierungsfahrplan aus?

Ausstellungsberechtigt für den Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg für Wohngebäude sind unter anderem Energieberater, Handwerker und Schornsteinfeger, wenn sie die entsprechenden Qualifikationen nachweisen können. Weitere Informationen dazu können Energieberater vor Ort oder Energieberater in der Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) bieten.


Wie wird der Sanierungsfahrplan erstellt?

Bei einer Vor-Ort-Begehung wird der Ist-Zustands des Gebäudes im Hinblick auf den baulichen Wärmeschutz und die Anlagentechnik für Heizung, Kühlung und Trinkwassererwärmung ermittelt. Der Sanierungsfahrplan zeigt nicht nur die energetische Qualität des Gebäudes im aktuellen Zustand umfassend auf. Um einen Vergleich zu ermöglichen, wird auch die potentielle energetische Qualität nach der Umsetzung von möglichen Sanierungsmaßnahmen abgebildet. In Abstimmung mit dem Energieberater kann der Sanierungsfahrplan ein bis fünf Maßnahmenpakete umfassen. Die Maßnahmenpakete können auch an die Zukunftspläne der Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer angepasst werden.

Folgende Aspekte beinhaltet jeder Sanierungsfahrplan:

  • Einführung in die Energieeffizienz und den Klimaschutz
  • Energetische Bewertung des Gebäudes im Ist-Zustand
  • Überblick über mögliche Maßnahmenpakete und Zustand nach Sanierung
  • die einzelnen Sanierungsschritte im Detail
  • Erklärung des Sanierungsfahrplan durch den Energieberater
  • Bestätigung des Energieberaters über Befähigung zur Ausstellung
  • Anlagen


Was passiert mit den Empfehlungen? Gibt es einen Zwang, diese umzusetzen?

Der Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg zeigt potentielle energetische Schwachstellen in Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden auf und informiert über Investitionskosten, Förderhöhe und den zukünftigen Energiebedarf. Dieses Wissen liefert den Eigentümern und Unternehmen Handlungsempfehlungen. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse zu nutzen und Maßnahmen umzusetzen, liegt nahe, ist jedoch nicht zwingend erforderlich.


Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Seit dem 29.10.2015 fördert das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft die Erstellung von gebäudeindividuellen energetischen Sanierungsfahrplänen (SFP) für Wohngebäude. Die L-Bank übernimmt die Abwicklung des Programms, dort erhalten Interessierte weitere Informationen und können Förderanträge einreichen. Eine Förderung für Nichtwohngebäude ist nicht vorgesehen.

Zur Gesetzeserfüllung werden ebenfalls Berichte anerkannt, die nach den Vorgaben der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) Vor-Ort-Beratung erstellt wurden, die zur Erfüllung des Gesetzes herangezogenen Berichte dürfen jedoch nicht älter als fünf Jahre sein.


Was gilt für Nichtwohngebäude?

Bei Nichtwohngebäuden ist der Sanierungsfahrplan eine Option, um das EWärmeG vollständig zu erfüllen. Die erforderlichen Inhalte und die Voraussetzungen zu diesem Sanierungsfahrplan und zur Ausstellungsberechtigung werden in der Verordnung festgelegt. Eine Förderung ist nicht vorgesehen.