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Fahrräder

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die meisten Reparaturen lassen sich selbst oder für kleines Geld erledigen.
  • Wollen Sie sich von ihrem defekten Fahrrad trennen, muss es keineswegs auf dem Schrott landen. Viele Organisationen freuen sich über eine Spende.
  • Bereits beim Kauf können Sie den richtigen Gang für lange währenden Fahrspaß wählen.
  • In separaten Beiträgen informieren wir über die Reparatur von Handys und Elektrokleingeräten sowie über Repair-Cafés.

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Reparieren – lohnt sich das?

Ein Rad besteht aus vielen einzelnen Bauteilen, von denen einige mehr und andere weniger verschleißen. Die gute Nachricht: Die meisten Schäden können entweder selbst oder zu oft geringen Kosten behoben werden. Doch auch wenn es etwas mehr kostet, lohnt sich zumeist eine Reparatur, da das Rad eine ganze Zeit lang weiter gut genutzt werden kann.

Geld sparen lässt sich vor allem durch zahlreiche Hilfsangebote: Haben Sie selbst genug Werkzeug und Spaß am Basteln, finden Sie im Internet zu fast allen gängigen Problemen rund ums Fahrrad Videoanleitungen oder Reparaturleitfäden. Wer es eher noch analog mag, der wird in Ratgeber fündig, zum Beispiel von der Stiftung Warentest

73 Millionen Fahrräder
Insgesamt gibt es in Deutschland circa 73 Millionen Fahrräder. Besonders beliebt sind dabei Trekking- und City-Räder. Rund 685 Euro lassen sich die Deutschen laut Fahrrad-Monitor 2015 ein neues Zweirad kosten. 86 Prozent der Befragten waren mit Ihrer Wahl zufrieden oder sehr zufrieden. Entsprechend lange werden die Bikes dann auch genutzt.

Reparatur unter persönlicher Anleitung

In vielen Bundesländern bieten die ADFC-Niederlassungen regelmäßig Reparaturseminare an, bei denen jeder am eigenen Fahrrad unter kompetenter Aufsicht schrauben kann. Daneben gibt es in zahlreichen Städten Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstätten, die sich für Raum und Werkzeug mit einem geringen Entgelt begnügen und bei der Do-it-yourself-Reparatur helfen. Adressen finden Sie im Internet oder über den ADFC.

Immer verbreiteter werden Repair-Cafés, in denen Ehrenamtliche den Besuchern bei der Reparatur vieler Geräte und eben auch Fahrrädern behilflich sind. Eine Übersicht finden Sie unter www.reparatur-initiativen.de oder www.repaircafe.org.

Muss doch der Fachmann ran, kann sich - sofern möglich - Warten lohnen: Zum Ende der Saison haben Werkstätten nicht nur mehr Zeit, sondern manchmal auch günstigere Preise.

Die Kosten für eine Inspektion und Wartung des Rades liegen bei circa 35 Euro zuzüglich Material. Schaltung und Bremse werden für rund 20 Euro eingestellt. Den Reifenwechsel gibt es ab etwa 8 Euro und die Reparatur des Lichts ab circa 5 Euro.

Gut gepflegt durch den Straßenverkehr

Wer sein Fahrrad regelmäßig ausreichend wartet und pflegt, kann die Lebensdauer verlängern und Reparaturen vorbeugen. Den Grundsatz "Vorsorge ist besser als Nachsorge" beherzigen laut Umfrage aber nur 23 Prozent der Befragten. Wir haben ein paar Tipps, damit Ihr Bike lange rollt.

  • Sorgen Sie für eine saubere Sache
    Wasser und Spülmittel reichen zumeist aus, um das Fahrrad zu reinigen. Natürlich können Sie auch spezielle Fahrradreiniger nehmen, um Rahmen, Gabel und Felgen wieder zum Glänzen zu bringen.
  • Hat Ihr Rad `ne Schraube locker?
    Prüfen Sie regelmäßig, ob alle Schrauben festgezogen sind – aber nicht zu fest. Handkraft reicht aus.
  • Schenken Sie Ihrem Rad eine schöne Kette
    Achten Sie auf eine saubere und ausreichend geölte Kette: Entfernen Sie groben Schmutz mit einem fuselfreien Tuch und tragen Kettenöl oder Kettenfließfett dünn und gleichmäßig auf; überschüssige Menge abwischen.
  • Werden Sie zur Leuchte der Straße!
    Prüfen Sie die Beleuchtung am Rad – vorn und hinten. Sitzen die Kabelstecker an Dynamo und Leuchten? Sind alle vorgeschriebenen Reflektoren vorhanden und sauber?
  • Bauen Sie Druck auf
    Halten Sie die Reifen immer ausreichend aufgepumpt; zu wenig Reifendruck macht das Fahren mühsam und führt eher zu Reifenschäden. Angaben zum korrekten Reifendruck finden Sie auf den Flanken des Reifens. Entfernen Sie Fremdkörper aus dem Reifen, bevor sie Schaden anrichten. Ist der Reifen platt, pumpen Sie ihn zunächst auf und beobachten, ob er Luft verliert. Falls ja, erneuern oder flicken Sie den Schlauch. Prüfen Sie den Reifen auch innen auf Fremdkörper.
  • Machen Sie die Speichenprobe
    Drücken Sie nebeneinanderliegende Speichen mit den Fingern zusammen, um Ungleichmäßigkeiten zu finden. Defekte Speichen und ungleichmäßige Spannungen führen dauerhaft zu weiteren Schäden am Laufrad.
  • Drehen Sie am Rad
    Prüfen Sie die Laufräder: Halten Sie einen Schraubenzieher dicht an die Felge und drehen das Rad. Hat die Felge deutliche Ausschläge zur Seite oder schleift sie am Bremsklotz? Dann sollte das Laufrad zentriert werden.

Weitere Tipps, Ihr Fahrrad in Schuss zu halten, finden Sie beim ADFC.

Wenn eine Trennung unumgänglich ist

Manchmal ist es dann doch soweit. Eine Reparatur erscheint Ihnen nicht mehr lohnend, oder der Wunsch nach einem neuen Gefährt ist zu groß geworden. Das alte Fahrrad soll weg; in Internetforen gibt`s dazu den Rat: "Stell‘ es doch einfach unabgeschlossen an einem Bahnhof ab." Eine bequeme Lösung, aber keineswegs eine gute Empfehlung.

In vielen Städten gibt es Initiativen und Projekte, die gebrauchte oder defekte Fahrräder als Spende annehmen, um sie wieder flottzumachen und günstig an Menschen mit geringem Einkommen abzugeben. Fragen Sie zum Beispiel bei karitativen Verbänden, der Stadtreinigung, Flüchtlingsorganisationen oder Schulen an. Wenn gar nichts mehr geht, nehmen Recyclinghöfe Fahrräder kostenlos an.

Grundlagen für jahrelangen Fahrspaß

Bereits beim Kauf eines Fahrrads sollten Sie auf Langlebigkeit und Qualität achten. Denn natürlich hängt viel von den verbauten Materialien und der Verarbeitung ab.

Zunächst brauchen Sie Klarheit: Wofür wird das Rad gebraucht? Ist es eher ein Transportmittel innerhalb der Stadt, oder möchten Sie Ausflüge ins Gelände unternehmen? Festlegen sollten Sie auch, wie viel Sie ausgeben möchten. Dabei zählt nicht nur das Rad selbst, sondern auch das passende Zubehör (zum Beispiel Helm, Schloss). Bei einer klaren Budgetgrenze sinkt die Gefahr, dass Sie sich Räder oder Zubehör verkaufen lassen, die Sie eigentlich gar nicht benötigen.

Stehen Fahrradtyp und Budget fest, entscheiden Sie, wo Sie Ihr Fahrrad kaufen möchten. Discounter und Baumärkte locken mit günstigen Angeboten, allerdings finden Sie hier keine Beratung. Und natürlich heißt es bei Fahrrädern auch: Gute Qualität hat ihren Preis.

Aber auch unter Fachhändlern gibt es Unterschiede. Oberstes Gebot: Der Fachmann solle sich Zeit nehmen. Eine Probefahrt ist dabei natürlich obligatorisch, denn im Idealfall nutzen Sie das Rad für viele Jahre. Klare und ausführliche Antworten auf Ihre Fragen sowie hilfreiche Tipps dürfen Sie ebenso erwarten. Schließlich suchen Sie deshalb Rat bei einem Experten.