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Toaster & Co.

Stand:

Ob sich eine Reparatur finanziell lohnt, hängt häufig davon ab, wann das Gerät den Geist aufgibt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Auch gute Geräte glänzen oftmals mit kleinen Preisen. Die Kehrseite: Sind sie kaputt, ist die Verführung groß, die Helfer gleich wegzuwerfen. Viele landen in der Mülltonne und somit in der Müllverbrennungsanlage. Dadurch gehen wertvolle Rohstoffe verloren.
  • Reparaturen können sich ab einem Kaufpreis von 50 Euro lohnen. Empfehlenswert ist, mehrere Angebote einzuholen. Unter Umständen gratis geht`s in einem der inzwischen vielen Repair-Cafés.
  • Oft reichen schon wenige Vorkehrungen aus, um die Lebensdauer Ihres Gerätes zu verlängern und Reparaturen vorzubeugen.
  • In separaten Beiträgen informieren wir über die Reparatur von Handys und Fahrrädern sowie über Repair-Cafés.

 

Toaster mit Toastscheiben
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Klein, praktisch preiswert

Kleine Helfer wie etwa Wasserkocher und Toaster sind für die meisten Haushalte unverzichtbar. Erfreulich für den Geldbeutel: Die Stiftung Warentest fand die kleinen Elektrostars in guter Qualität schon zu erschwinglichen Preisen: Gute Föns sind bereits ab 10 Euro, gute Wasserkocher schon für 25 Euro, gute Toaster und auch Dampfbügeleisen ab 35 Euro und gute Smoothiemixer ab 40 Euro (kurzlebige jedoch ab 20 Euro) zu haben.

Wertvolle Rohstoffe gehen verloren

Verweigert ein Elektro-Heinzelmännchen den Dienst, verführen die niedrigen Preise dazu, gleich ein neues Gerät zu kaufen. Eine Reparatur wird oft erst gar nicht in Erwägung gezogen; zum Teil lohnt sie auch nicht. So manches Gerät landet in der Mülltonne, statt es über Wertstoffhöfe oder Rückgabe in größeren Elektrogeschäften dem Recycling zuzuführen, wie es das Gesetz vorschreibt. Die Kehrseite der Bequemlichkeit: Wertvolle Rohstoffe wie etwa Kupfer und Aluminium gehen verloren.

Untersuchungen in Regensburg zeigten, dass in 167 Kilogramm Restmüll pro Einwohner im Jahr 2015 im Durchschnitt 2,5 Kilogramm Elektroschrott enthalten waren, darunter Elektrokleingeräte und IT-Geräte. Für die Herstellung von neuen Produkten werden daher zusätzliche Rohstoffe benötigt, deren Gewinnung energieaufwändig und umweltbelastend ist.

Reparieren – lohnt sich das?

Offizielle Statistiken, welche Elektrokleingeräte besonders oft kaputt gehen, gibt es nicht. In den Repair-Cafés, die es inzwischen in vielen Städten gibt, stehen Toaster, Mixer, Pürierstäbe und Rührgeräte sowie Kaffeemaschinen obenan.

Ob sich eine Reparatur finanziell lohnt, hängt häufig vom Zeitpunkt ab, an dem das Gerät den Geist aufgibt (gerechnet ab dem Kaufdatum).

Tritt der Defekt innerhalb der zweijährigen gesetzlichen Gewährleistungszeit oder der vom Hersteller eingeräumten Garantiezeit ein, entstehen Ihnen durch die Reparatur keine Kosten. Das gilt aber nicht, wenn Sie den Defekt durch einen Bedienungsfehler verursacht haben. Auch wenn der Defekt kurz nach Ablauf der zweijährigen Gewährleistungsfrist auftritt, sollten Sie versuchen, die Reparatur auf Kulanz kostenfrei abwickeln zu lassen.

Bewahren Sie Kaufbeleg und Garantieerklärung auf, damit Sie Ihre Rechte geltend machen können.

Bereits ab einem Kaufpreis von 50 Euro kann sich die Reparatur auch nach Ablauf der Gewährleistung finanziell rechnen. Ratsam ist, sich bei mehreren Adressen nach den zu erwartenden Kosten zu erkundigen. Vom Hersteller autorisierte Werkstätten sind in der Regel in der Bedienungsanleitung aufgeführt.

Bundesweite Adressen von freien Elektrowerkstätten können Sie in Datenbanken wie www.meinmacher.de und www.reparado.de recherchieren. Bei einigen Portalen können Sie auch Bewertungen der Reparaturwerkstätten durch andere User berücksichtigen.

Ein interessantes Beispiel für einen innovativen Reparaturservice von Elektrogeräten wurde vom Rat für Nachhaltige Entwicklung mit dem Qualitätssiegel Projekt Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Die Werkstatt hat sich auf den kostengünstigen Austausch von fest verbauten Akkus in Elektrogeräten von der Elektrozahnbürste bis zum Rasierapparat spezialisiert. Zwischen 17 und 28 Euro kostet dort der Akkutausch, eine lohnende Alternative gegenüber dem Neukauf eines Rasierapparats mit Kaufpreisen bis zu 300 Euro oder einer elektrischen Zahnbürste bis um die 150 Euro.

Onlineshops wie www.ersatzteile-direkt.com und www.ersatzteil-vertrieb.de verkaufen Original-Ersatzteile, mitunter günstiger als die Hersteller, teils aber auch teurer. Weitere Bezugsadressen von Ersatzteilen finden Sie unter www.reparatur-initiativen.de/seite/links.

Selbermachen ist oft kein Hexenwerk

Manche einfache Reparaturen können Sie als Laie oder technisch versierter Bastler mithilfe von Reparaturanleitungen im Internet selbst erledigen. Bei Geräten, die mit Netzspannung betrieben werden und bei denen das Gehäuse geöffnet werden muss, sollte die Reparatur jedoch Elektrowerkstätten oder Repair-Cafés vorbehalten bleiben.

Eine dicke Kalkschicht am Boden des Wasserkochers kann dazu führen, dass dieser entweder noch vor oder erst nach langem Kochen abschaltet. Bei hartem Wasser sollten Wasserkocher daher mit handelsüblichem Entkalker oder Essig nach rund 100 Litern regelmäßig entkalkt werden, bei täglich einer Literkanne Tee oder Kaffee also drei- bis viermal im Jahr.

Bei batteriebetriebenen Geräten mit Niederspannung wie etwa elektrischen Wanduhren, elektronischen Wetterstationen oder batteriebetriebenem Spielzeug sollten Sie bei einem Defekt prüfen, ob vielleicht nur die eingelegten Batterien oder Akkus ersetzt werden müssen. Sind die Kontaktbleche im Batteriefach korrodiert, können Sie diese mit Schleifpapier reinigen. Ist äußerlich keine Fehlerursache erkennbar, können versierte Bastler mit dem Lötkolben auch Wackelkontakte im Inneren von batteriebetriebenen Geräten beheben. Problem jedoch: Nicht selten braucht es Spezialwerkzeug, um etwa sternförmige Torxschrauben oder sogenannte Spannerschrauben mit zwei Löchern zu lösen.

Anleitungen zur Reparatur vieler Elektrogeräte stehen im Internet, zum Beispiel auf der Seite www.ifixit.com (teilweise in englisch). Weitere Reparaturanleitungen finden Sie unter www.reparatur-initiativen.de/seite/links.

Kleine Aufmerksamkeiten erhalten die Freundschaft – und Ihre Geräte

Oft reichen schon wenige Vorkehrungen aus, um die Lebensdauer Ihres Gerätes zu verlängern und Reparaturen vorzubeugen.

  • Beachten Sie die Benutzungshinweise in der Bedienungsanleitung.
  • Entkalken Sie Dampfbügeleisen, Wasserkocher oder Kaffeemaschinen regelmäßig.
  • Reinigen Sie den Lufteinlass und die Gebläseöffnung Ihres Föns bei ausgestecktem Gerät zum Beispiel mit dem Staubsauger von Flusen und Haaren.
  • Entfernen Sie bei ausgestecktem Gerät Brotkrümel aus dem Toaster und leeren Sie die Krümelschublade.
  • Lassen Sie beschädigte Kabel im Repair-Café oder einer freien Reparaturwerkstatt ersetzen um Kurzschlüssen vorzubeugen.

Billig kann teuer werden

Schon beim Kauf können Sie die Weichen stellen. Anhand von einfachen Informationen und Anhaltspunkten können Sie abschätzen, ob ein billiges Wegwerfprodukt im Regal steht oder ob es sich um ein langlebiges Produkt handelt, das sich gut reparieren lässt.

  • Informieren Sie sich vor dem Kauf über die Testergebnisse der Stiftung Warentest. Ihre Untersuchungen zeigen, dass Sie bei vielen Elektrogeräten unterhalb eines bestimmten Preises keine gute Qualität erwarten können. Das untere Grenze liegt zum Beispiel bei Staubsaugern bei 80 Euro, bei Akkubohrern bei 50 Euro und bei Stabmixern bei 20 Euro.
     
  • Nutzen Sie beim Kauf das Umweltzeichen "Der Blaue Engel" als Wegweiser. Es berücksichtigt mit seinen Kriterien, wie lange zum Beispiel Staubsauger oder Handys halten und wie gut sie zu reparieren sind.
     
  • Wählen Sie immer Elektrogeräte aus, bei denen eine einfache Reparatur möglich ist. Erfahrungen von Repair-Cafés zeigen, dass der Erfolg einer Reparatur entscheidend von der Konstruktion des Geräts abhängt. Typische Verschleißteile (wie etwa Akkus bei elektrischen Zahnbürsten oder Sicherungen) müssen leicht zugänglich, austauschbar und einfach zu beschaffen sein. Beim Neukauf eines Föns oder Wasserkochers sollten Sie zudem darauf achten, ob das Gehäuse Schrauben enthält – diese können auch unter Kunststoffclips verborgen sein – und so im Fall eines Defekts einfach geöffnet werden kann. Das Gegenteil sind Modelle mit fest verschweißtem Gehäuse. Zu diesen Negativbeispielen gehören etwa LED-Leuchten mit fest verbauten LEDs.
     
  • Bevorzugen Sie Produkte mit einer robusten Konstruktion, besonders bei beweglichen Teilen wie Schalter. Macht der Schalter des Wasserkochers einen soliden Eindruck oder besteht er nur aus einem dünnen Kunststoffblatt, das beim häufigen An- und Ausschalten irgendwann abbrechen könnte?
     
  • Studieren Sie vor dem Kauf von Mix- und Rührgeräten in der Bedienungsanleitung ob diese nur für den Kurzzeitbetrieb vorgesehen sind. Der Hersteller weist dann darauf hin, nach welcher Zeitspanne das Gerät beim Betrieb wieder für einige Minuten ausgeschaltet werden muss. Wenn minderwertige Elektronikbauteile oder Plastikzahnräder verbaut sind, können solche Geräte bei längerem Betrieb überhitzen und einen Defekt hervorrufen. In der Praxis sind solche Geräte zum Rühren eines Teigs oder Mixen größerer Mengen völlig ungeeignet, da sie zum Teil schon nach 10 Sekunden Betrieb wieder für mehrere Minuten abkühlen müssen. Kurzzeitbetrieb wird auf dem Gehäuse oder in der Bedienungsanleitung mit dem Kürzel KB abgekürzt. Ein weiterer Nachteil für Sie: Mixen Sie länger als angegeben, können vom Hersteller Gewährleistungsansprüche ausgeschlossen werden.