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Affenpocken – Isolation und Impfung empfohlen

Stand:
Trotz der vermehrten Infektionen mit Affenpocken in Deutschland ist laut Fachleuten nicht mit einer Pandemie zu rechnen. Eine 21-tägige Isolation empfiehlt das RKI aber für Infizierte und Kontaktpersonen. Inzwischen gibt es auch eine Empfehlung der STIKO zu Impfungen.
Ein Schild wird festgehalten. Es hat die Aufschrift "Affenpocken? Was Sie wissen müssen!".

Das Wichtigste in Kürze:

  • Alle, die sich mit Affenpocken infiziert haben, sollen sich für mindestens 21 Tage in Isolation begeben.
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt auch Kontaktpersonen von Infizierten eine 21-tägige Isolation.
  • Da die Infektionsketten gut nachvollziehbar sind und die Ansteckung nur über direkten Kontakt möglich ist, erwarten Fachleute keine neue Pandemie.
  • Affenpocken sind keine neue Krankheit, sondern eine bekannte, seltene Viruserkrankung, für die es bereits einen Impfstoff und Behandlungsmöglichkeiten gibt.
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In Deutschland wurde im Mai 2022 der erste Fall von Affenpocken bestätigt. Auch in anderen europäischen Ländern wurden bereits Infektionen nachgewiesen. Allerdings handelt es sich nicht um ein neuartiges Virus. Schon seit einigen Jahren treten immer wieder Fälle von Affenpocken in Europa auf. Ob der derzeitige Ausbruch des Virus sich darauf zurückführen lässt, dass sich das Virus verändert hat, ist bisher noch unklar. Derzeit gehen Fachleute aber nur von einer begrenzten Ausbreitung aus.

Was sind Affenpocken?

Affenpocken sind keine neue Infektionskrankheit. Der erste Fall von Affenpocken bei Menschen trat bereits in den 1970er Jahren auf. Es handelt sich um ein Virus, das von Tieren auf Menschen übertragen werden kann. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich – aber bislang selten.

Den Namen erhielt die Infektionskrankheit, weil sie zunächst bei Affen festgestellt wurde. Allerdings sind sowohl Affen als auch Menschen eigentlich Fehlwirte. Das heißt: Sie können die Krankheit in der Regel nicht weitergeben. Besonders aufgrund der häufigeren Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist der derzeitige Ausbruch daher ernst zu nehmen.

RKI rät zu 21-tägiger Quarantäne

Wer sich mit Affenpocken infiziert hat, sollte sich in eine 21-tägige Isolation begeben. Erst wenn keine Symptome mehr vorhanden sind, sollte diese Isolation beendet werden. Dadurch kann ein größerer Ausbruch der Krankheit mit großer Wahrscheinlichkeit frühzeitig eingedämmt werden.

Auch Kontaktpersonen von Infizierten empfiehlt das RKI dringend, sich für 21 Tage in Quarantäne zu begeben. Die 21-tägige Isolation wird empfohlen, weil die Inkubationszeit des Virus zwischen 5 und 21 Tagen liegt. 

Gibt es eine Impfung gegen Affenpocken?

Da Pocken- und Affenpockenviren sehr ähnlich sind, schützen Impfstoffe, die gegen echte Pocken entwickelt wurden, auch gegen Affenpocken. Die Pflicht zur Pockenimpfung ist in Deutschland allerdings schon vor über vierzig Jahren aufgehoben worden.

In der EU ist seit 2013 der Pockenimpfstoff Imvanex zugelassen, der besser verträglich ist als ältere Pockenimpfstoffe.

Für Deutschland wurden 240.000 Impfdosen bestellt. Die ersten 40.000 liegen sehr wahrscheinlich schon Anfang Juni bereit. Darüber wie die Impfungen verteilt werden und wer sie erhalten soll, ist noch nichts bekannt. Laut Bundesgesundheitsministerium werden derzeit Impfkonzepte erstellt.

Andere Impfstoffe, wie beispielsweise gegen Windpocken, sind gegen Affenpocken unwirksam. Obwohl beide Erkrankungen das Wort Pocken im Namen führen, werden sie von ganz unterschiedlichen Erregern ausgelöst.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat inzwischen eine Affenpocken-Impfempfehlung ausgesprochen - vorbehaltlich der Rückmeldungen, die noch aus dem Stellungnahmeverfahren kommen. Da der Impfstoff zunächst nur eingeschränkt verfügbar sein wird, empfiehlt die STIKO die Impfung für Menschen ab 18 Jahren, die zu einer gefährdeten Personengruppe gehören. Dazu zählen:

  • Menschen, die engen körperlichen Kontakt mit Infizierten hatten. Als enger körperlicher Kontakt gilt auch ein längerer Face-to-face-Kontakt mit weniger als 1 Meter Abstand.
  • Menschen, die im gemeinsamen Haushalt Kontakt mit Infizierten hatten,
  • Personal aus dem Labor, das Proben von Infizierten ausgewertet hat oder auswertet,
  • homosexuelle Männer mit wechselnden Partnern.

Trifft eines der Kriterien auf Sie zu, sollten Sie sich möglichst innerhalb von 14 Tagen nach dem Kontakt impfen lassen.

Empfohlen ist der Impfstoff von Imvanex. Für eine Grundimmunisierung sind zwei Impfungen mit einem Abstand von vier Wochen nötig. Haben Sie früher schon eine Pockenimpfung bekommen, benötigen Sie lediglich eine Impfung.

Werden Affenpocken zur nächsten Pandemie?

Nach derzeitigem Stand ist es unwahrscheinlich, dass die Affenpocken sich zur nächsten Pandemie entwickeln. Das liegt vor allem daran, dass

  • die Übertragbarkeit des Virus relativ gering ist. Denn für die Ansteckung ist ein direkter Körperkontakt notwendig.
  • bereits Impfstoffe und Medikamente für andere Pocken-Viren vorhanden sind, die auch bei den Affenpocken anschlagen.

Der Ausbruch von Affenpocken ist also kein Grund zur Panik. Dennoch sollte die Krankheit ernst genommen werden. Wer also Symptome feststellt, sollte sich an die Empfehlungen des RKI halten.

Häufige Fragen zu Affenpocken

Wie kann man sich mit Affenpocken infizieren?

Das Virus wird über direkten Körperkontakt übertragen. Sie müssen für eine Übertragung also etwa mit Körperflüssigkeiten, sowie über die Flüssigkeit aus Pusteln und den Schorf eines Infizierten in Kontakt kommen. Derzeit wird das Virus von Mensch zu Mensch vor allem über sexuellen Kontakt übertragen.

In Ländern, in denen das Virus endemisch ist, infizieren sich die meisten Menschen wahrscheinlich durch den Kontakt zu infizierten Nagetieren. 

Auf welche Symptome sollten Sie bei Affenpocken achten?

Bei einer Infektion mit Affenpocken treten meist zunächst folgende Symptome auf:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Geschwollene Lymphknoten

Später kommt es dann zu Hautveränderungen, die häufig im Gesicht anfangen und sich dann weiter ausbreiten. Zunächst kann es dabei zu Farbveränderungen, später auch zu Bläschen und Eiterbläschen kommen. Diese verkrusten dann und fallen ab.

Sollten Sie Hautveränderungen feststellen, die auf Affenpocken hinweisen, sollten Sie sich in medizinische Behandlung begeben.

Können Affenpocken behandelt werden?

Affenpocken verheilen in der Regel nach einigen Wochen von selbst. Die Behandlung ist in erster Linie darauf ausgerichtet, Symptome zu lindern und eine bakterielle Superinfektion zu verhindern. In der EU ist seit kurzem ein Arzneimittel zur Behandlung zugelassen.

Schwere Verläufe der Krankheit sollten nur in seltenen Fällen auftreten.

Wie sollten sich Infizierte verhalten?

Infizierte sollten körperlichen Kontakt, auch geschützten sexuellen Kontakt mit anderen Menschen vermeiden, bis der Ausschlag abgeklungen und der Schorf abgefallen ist. Bettzeug, Handtücher und Haushaltsgegenstände sollten nicht mit anderen Personen gemeinsam benutzt werden.