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Affenpocken – Isolation und Impfung empfohlen

Stand:
Seit Mai 2022 sind in Deutschland und vielen anderen Ländern außerhalb Afrikas vermehrt Fälle von Affenpocken aufgetreten. Die WHO und das RKI in Deutschland empfehlen eine 21-tägige Isolation für Infizierte und Kontaktpersonen. Die STIKO empfiehlt eine Impfung.
Ein Schild wird festgehalten. Es hat die Aufschrift "Affenpocken? Was Sie wissen müssen!".

Das Wichtigste in Kürze:

  • Alle, die sich mit Affenpocken infiziert haben, sollen sich für mindestens 21 Tage in Isolation begeben.
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt auch Kontaktpersonen von Infizierten eine 21-tägige Isolation.
  • Affenpocken sind keine neue Krankheit, sondern eine bekannte, seltene Viruserkrankung, für die es bereits einen Impfstoff und Behandlungsmöglichkeiten gibt.
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In Deutschland wurde im Mai 2022 der erste Fall von Affenpocken bestätigt. Inzwischen sind 16.000 bestätigte Fälle in mehr als 60 Ländern aufgetreten, davon etwa 2.100 in Deutschland. Am 23. Juli erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO die „Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“.

Eine Affenpockenerkrankung verläuft bei den meisten Menschen mild, es können aber auch schwere Verläufe auftreten. Es handelt sich dabei nicht um ein neuartiges Virus. Schon seit einigen Jahren treten immer wieder Fälle von Affenpocken in Europa auf. Ob der derzeitige Ausbruch des Virus sich darauf zurückführen lässt, dass sich das Virus verändert hat, ist bisher noch unklar.

 

Was sind Affenpocken?

Affenpocken sind keine neue Infektionskrankheit. Der erste Fall von Affenpocken bei Menschen trat bereits in den 1970er Jahren in Zentralafrika auf. Es handelt sich um ein Virus, das mit den klassischen humanen Pockenviren verwandt ist und von Tieren auf Menschen übertragen werden kann. Auch die Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich –  vor allem bei engem Kontakt.

Das Besondere an den neu aufgetretenen Fällen ist, dass die Betroffenen nicht - wie zuvor üblicherweise der Fall - in afrikanische Länder gereist waren. Außerdem ist neu, dass viele der Übertragungen offenbar im Rahmen von sexuellen Kontakten aufgetreten sind.

 

Was bedeutet die „Gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite“?

Die WHO hat am 23. Juli 2022 den Affenpocken-Ausbruch zur „Gesundheitlichen Notlage mit internationaler Tragweite“ erklärt und Empfehlungen zur Eindämmung und Kontrolle des Ausbruchs ausgesprochen. Zu den Maßnahmen, die die WHO den einzelnen Ländern empfiehlt, gehören Behandlung und Isolation von Erkrankten, Kontaktnachverfolgung und die Impfung von Personen mit einem erhöhten Ansteckungs- und Erkrankungsrisiko.

 

RKI rät zu 21-tägiger Quarantäne

Im Gegensatz zu den seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken verlaufen Affenpocken in der Regel deutlich milder, es kann aber auch zu schweren Verläufen kommen, insbesondere bei:

  • Neugeborenen,
  • Kindern,
  • Schwangeren,
  • alten Menschen und
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Symptome können innerhalb von 5 bis 21 Tagen nach Kontakt auftreten. Krankheitssymptome sind:

  1. Hautveränderungen wie Pickel, Blasen und Ausschlag sowie
  2. allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Abgeschlagenheit.

Wer sich mit Affenpocken infiziert hat, sollte sich in eine 21-tägige Isolation begeben. Erst wenn keine Symptome mehr vorhanden sind, sollte die Isolation beendet werden. Dadurch kann ein größerer Ausbruch der Krankheit mit großer Wahrscheinlichkeit eingedämmt werden.

Auch Kontaktpersonen von Infizierten empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) dringend, sich für 21 Tage in Quarantäne zu begeben.

 

Gibt es eine Impfung gegen Affenpocken?

Da Pocken- und Affenpockenviren sehr ähnlich sind, schützen Impfstoffe, die gegen echte Pocken entwickelt wurden, auch gegen Affenpocken. Die Pflicht zur Pockenimpfung ist in Deutschland allerdings schon vor über vierzig Jahren aufgehoben worden.

In der EU ist seit 2013 der Pockenimpfstoff Imvanex zugelassen, der besser verträglich ist als ältere Pockenimpfstoffe. Der Impfstoff Jynneos ist ein identischer Impfstoff mit anderem Namen, der in den USA zugelassen ist und in Deutschland über einen Sonderverteilungsweg zugänglich gemacht wird. Insgesamt stehen derzeit etwa 40.000 Dosen von Jynneos in Deutschland zur Verfügung, weitere 200.000 sind für das 3. Quartal 2022 angekündigt.

Die derzeit verfügbaren Dosen reichen nicht aus, um allen Personen mit einer Indikation die Impfung anzubieten, deshalb ist es wichtig, die zur Verfügung stehen Impfmengen mit dem bestmöglichen Nutzen zu verteilen. Die STIKO rät dringend, alle verfügbaren Impfstoffe für die erste Impfung einzusetzen und die 2. Impfung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, wenn mehr Impfstoffe zur Verfügung stehen.

Die STIKO empfiehlt die sogenannte Postexpositionsprophylaxe  – also die Impfung nach Kontakt zu einer erkrankten Person oder mit ansteckenden Laborproben:

  • Menschen ab 18 Jahren ohne Symptome sollten sich frühestmöglich in einem Zeitraum bis zu 14 Tagen nach Exposition impfen lassen.

Expositionen sind u.a. enge körperliche Kontakte über nicht intakte Haut oder Schleimhäute (z.B. sexuelle Kontakte) oder längerer ungeschützter, face-to-face Kontakt mit weniger als 1 Meter Abstand mit einer an Affenpocken erkrankten Person.

Die sogenannte Indikationsimpfung – also auch ohne Kontakt zu erkrankten Personen –  wird empfohlen für Personen mit erhöhtem Expositions- und Infektionsrisiko:

  • Derzeit Männer über 18 Jahren, die Sex mit Männern haben und häufig die Partner wechseln,
  • Personal in Speziallaboratorien, die Umgang mit infektiösen Laborproben haben.

Zur Grundimmunisierung sind zwei Impfungen mit einem Abstand von vier Wochen nötig. Haben Sie früher schon eine Pockenimpfung bekommen, benötigen Sie lediglich eine Impfung.

Info

Andere Impfstoffe, wie beispielsweise gegen Windpocken, sind gegen Affenpocken unwirksam. Obwohl beide Erkrankungen das Wort Pocken im Namen führen, werden sie von ganz unterschiedlichen Erregern ausgelöst.

 

Wie werden Affenpocken behandelt?

Die Behandlung besteht überwiegend in der Linderung der Symptome. Außerdem soll eine sogenannte bakterielle Superinfektion verhindert werden. Davon spricht man, wenn neben einer Virusinfektion auch noch eine bakterielle Infektion dazukommt.

Seit kurzem ist in der EU auch das Medikament Tecovirimat zur Behandlung der Affenpocken zugelassen. In Deutschland ist es in begrenzter Menge verfügbar und wird vor allem zur Behandlung schwerer Krankheitsverläufe verwendet.

 

Besteht die Gefahr eines größeren Ausbruchs in Deutschland?

Affenpocken gelten bisher als nicht sehr ansteckend, da sie nur bei engem körperlichen Kontakt übertragen werden. Eine Gefährdung der breiten Bevölkerung in Deutschland wird nach derzeitigen Erkenntnissen als gering eingeschätzt. Das RKI beobachtet die Situation aber genau.

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, ist es wichtig, dass infizierte Personen behandelt werden und Kontaktpersonen ggf. eine Impfung angeboten wird. Das Robert-Koch-Instiutut (RKI) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bieten einen Flyer mit den wichtigsten Informationen online in Deutsch und Englisch an.

 

Häufige Fragen zu Affenpocken

Wie kann man sich mit Affenpocken infizieren?

Das Virus wird über direkten Körperkontakt übertragen. Sie müssen für eine Übertragung also etwa mit Körperflüssigkeiten, sowie über die Flüssigkeit aus Pusteln und den Schorf eines Infizierten in Kontakt kommen. Derzeit wird das Virus von Mensch zu Mensch vor allem über sexuellen Kontakt übertragen.

In Ländern, in denen das Virus endemisch ist, infizieren sich die meisten Menschen wahrscheinlich durch den Kontakt zu infizierten Nagetieren. 

Auf welche Symptome sollten Sie bei Affenpocken achten?

Bei einer Infektion mit Affenpocken treten meist zunächst folgende Symptome auf:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Geschwollene Lymphknoten

Später kommt es dann zu Hautveränderungen, die häufig im Gesicht anfangen und sich dann weiter ausbreiten. Zunächst kann es dabei zu Farbveränderungen, später auch zu Bläschen und Eiterbläschen kommen. Diese verkrusten dann und fallen ab.

Sollten Sie Hautveränderungen feststellen, die auf Affenpocken hinweisen, sollten Sie sich in medizinische Behandlung begeben.

Können Affenpocken behandelt werden?

Affenpocken verheilen in der Regel nach einigen Wochen von selbst. Die Behandlung ist in erster Linie darauf ausgerichtet, Symptome zu lindern und eine bakterielle Superinfektion zu verhindern. In der EU ist seit kurzem ein Arzneimittel zur Behandlung zugelassen.

Schwere Verläufe der Krankheit sollten nur in seltenen Fällen auftreten.

Wie sollten sich Infizierte verhalten?

Infizierte sollten körperlichen Kontakt, auch geschützten sexuellen Kontakt mit anderen Menschen vermeiden, bis der Ausschlag abgeklungen und der Schorf abgefallen ist. Bettzeug, Handtücher und Haushaltsgegenstände sollten nicht mit anderen Personen gemeinsam benutzt werden.