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Indischer Wassernabel (Gotu Kola)

Stand:
Wie wirkt die ayurvedische Pflanze?
Off

Frage

Wie wirkt indischer Wassernabel (Gotu Kola)?

Antwort

Die Pflanze "Indischer Wassernabel" (Centella asiatica, Hydrocotyle asiatica, auch Gotu Kola oder Tigergras genannt) dient traditionell der Ernährung, und zwar als grünes Blattgemüse. Auch in der fernöstlichen Heilkunde (z. B. Ayurveda) spielt sie eine Rolle. 

In Europa wird Gotu Kola als Bestandteil von Kosmetika, als "Wunderdroge" in Form von Nahrungsergänzungsmitteln und als "spirituelles Kraut" für die geistige Gesundheit verkauft. Es finden sich vielfältige Werbeaussagen, zum Beispiel zur Hilfe bei Dehnungsstreifen und Verbesserung der Elastizität (durch Anregung der Kollagenproduktion), gegen Entzündungen, für ein gesundes Immunsystem oder für eine bessere kognitive Funktion. Der Pflanze werden sogar wundheilende, antidiabetische und neuroprotektive Wirkungen zugeschrieben.

Derlei Behauptungen sind jedoch nicht durch aussagekräftige Studien belegt. Auch mangelt es an klinischen Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit für die Anwendung. Nahrungsergänzungsmittel sind im Übrigen nicht dazu gedacht, Krankheiten vorzubeugen, zu lindern oder zu heilen. Dies ist Arzneimitteln vorbehalten.

In Studien werden meist definierte Arznei-Extrakte (der ayurvedischen Medizin) verwendet, diese sind aber häufig nicht zu vergleichen mit den Extrakten, die in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt werden. Ob der jeweilige Extrakt, der als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln hierzulande verkauft wird, gesundheitliche Wirkungen (oder Nebenwirkungen) hat, ist völlig unklar, da zu den Produkten keine Studien vorliegen.

Stiel, Blüten und Blätter sind in Nahrungsergänzungsmitteln erlaubt, Gotu-Kola-Extrakte (Centella asiatica-Extrakt, standardisiert auf 40 % Triterpene) dagegen gelten in der EU als neuartig und haben bisher keine Zulassung.

Werbeaussagen mit Bezug auf die Gesundheit wurden für den Indischen Wassernabel von der Europäischen Kommission nicht zugelassen. Einige der getätigten Werbeaussagen beziehen sich daher auch nur auf die zusätzlich zugesetzten synthetischen Vitamine (z.B. Vitamin C) oder Mineralstoffe (z.B. Zink) und nicht auf die Pflanze.

Bei Einfuhrkontrollen von Produkten mit frischem Indischem Wassernabel wird regelmäßig in einem Großteil der Proben ein Cocktail aus mehreren Pestizidrückstände nachgewiesen. Bei einigen Mitteln lag die Konzentration sogar bis zu 20.000-fach über der erlaubten Höchstmenge. Da dies ein erhebliches Risiko für die menschliche Gesundheit darstellt, wird die Pflanze seit 2021 verstärkt amtlichen Kontrollen unterzogen. Auch bei Nahrungsergänzungsmitteln mit getrockneten Wassernabel-Extrakten ist daher mit einer Belastung zu rechnen.

Allgemein fallen ayurvedische Nahrungsergänzungsmittel immer wieder dadurch auf, dass sie mit Schwermetallen wie Blei und Quecksilber verunreinigt sind.

Nicht zuletzt sind unerwünschte Wirkungen von Gotu Kola wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Magenschmerzen bekannt, in seltenen Fällen auch Leberprobleme. 

Bitte beachten Sie: Wenn Sie die Produkte verwenden möchten, halten Sie sich auf jeden Fall an die vom Hersteller vorgegebene Dosierung, nehmen Sie keinesfalls mehr. Und: Es könnte zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen (die Wirkung von Medikamenten könnte beeinträchtigt sein). Wenn Sie regelmäßig Medikamente nehmen müssen, holen Sie sich bitte vor der Verwendung ärztlichen Rat oder fragen in einer Apotheke.

 

Zum Weiterlesen:

Krankmachende Bakterien in getrockneten Blatt- und Grasprodukten

Umweltgifte in natürlicher Nahrungsergänzung?

 

Quellen:


EU-Schnellwarnsystem RASFF (zuletzt abgerufen am 21.08.2025)

Hessisches Landeslabor: Pflanzenschutzmittelberichte: Nach uns kommt ganz Europa. Stand: 26.10.2022 (zuletzt abgerufen am 21.08.2025)

Memorial Sloan Kettering Cancer Center: Gotu Kola. Stand: 23.02.2022  (zuletzt abgerufen am 21.08.2025)

Durchführungsverordnung (EU) 2024/1662 der Kommission vom 11. Juni 2024

EU-Novel-Food-Katalog: Centella asiatica, Stand: 26.01.2026

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