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Gebrauchte Kleidung verkaufen: Wie schütze ich meine Tragebilder?

Stand:
Die Verbraucherzentralen erklären, wie Sie Ihre Privatsphäre beim Online-Verkauf von Second-Hand-Mode schützen und den Missbrauch Ihrer Tragebilder auf Drittseiten verhindern können.
Eine junge Frau mit braunem Haar steht vor einem Spiegel und hält verschiedene Kleidungsstücke auf Bügeln vor ihren Körper. Ihr Gesicht ist in der Spiegelreflexion deutlich zu sehen, während sie prüfend in den Spiegel blickt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Private Tragebilder von Verkaufsplattformen werden häufig ohne Zustimmung in sexualisierten Foren oder auf Pornoseiten zweckentfremdet.
  • Einmal hochgeladene Fotos lassen sich technisch kaum schützen und können auch nach Löschung des Inserats dauerhaft im Netz kursieren.
  • Falls Sie Tragebilder nutzen, sollten Sie Ihr Gesicht stets unkenntlich machen und keine privaten Details im Hintergrund zeigen.
  • Präsentieren Sie Kleidung besser liegend, am Kleiderbügel oder an einer Schaufensterpuppe statt am eigenen Körper.
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Warum sind Tragebilder ein Risiko?

Millionen Menschen verkaufen auf Second-Hand-Plattformen wie Vinted, Kleinanzeigen und Co. ihre getragene Kleidung. Um potenziellen Käufer:innen zu zeigen, wie ein Kleidungsstück sitzt, laden viele Fotos hoch, auf denen sie die Kleidung selbst tragen. Was als gut gemeinter Service gedacht ist, kann missbraucht werden.

In bestimmten Foren oder Reddit-Kanälen laden Nutzer gezielt solche Tragebilder hoch und sexualisieren diese. Die Bilder werden kommentiert, bewertet, weiterverbreitet. Manche landen sogar auf Pornoplattformen. Die Verkäuferinnen wissen davon nichts.

Was kann mit Fotos passieren, wenn sie einmal online sind? 

Wer ein Bild auf einer Verkaufsplattform hochlädt, verliert faktisch die Kontrolle darüber. Auch wenn die Fotos nur für den Verkaufszweck gedacht sind, können sie:

  • Heruntergeladen und weiterverbreitet werden – technisch lässt sich das kaum verhindern
  • In neuen Kontexten auftauchen – etwa in Sammlungen, auf externen Seiten oder in geschlossenen Gruppen
  • Dauerhaft im Netz zirkulieren – auch wenn der ursprüngliche Artikel längst verkauft und das hochgeladene Bild gelöscht ist

Auch wenn das Recht am eigenen Bild in Deutschland geschützt ist und Bilder grundsätzlich nicht ohne Einwilligung in anderen Kontexten verwendet werden dürfen, ist die Rechtsdurchsetzung für Betroffene insbesondere im Bereich von derartigen Straftaten schwierig. Was einmal seinen Weg ins Netz gefunden hat, verbleibt dort potenziell.

Was können Plattformen tun? 

Zwar gibt es Meldefunktionen für unangemessene Inhalte, doch gegen die Weiterverbreitung außerhalb der Plattform sind Nutzer:innen häufig machtlos. Schwierig ist hierbei insbesondere, dass auch vermeintlich harmlose Bilder missbraucht werden können. 
Vonseiten der Plattformen können folgende Maßnahmen helfen:

  • Technische Schutzmaßnahmen wie Wasserzeichen, automatische Gesichtsverpixelung oder Download-/Screenshot-Sperren
  • Aufklärung über Risiken durch Warnhinweise beim Upload 

Worauf sollte ich achten?

  • Verzichten Sie bei Bedenken vielleicht ganz auf Tragebilder: Legen Sie die Kleidung flach hin oder hängen sie diese bspw. an einer Kleiderschranktür auf anstatt sie zu tragen (besonders gilt dies bei Kleidungsstücken wie Badebekleidung oder Unterwäsche)
  • Verzichten Sie unbedingt auf Tragebilder mit erkennbarem Gesicht: Verpixeln Sie es oder fotografieren Sie ohne Kopf
  • Nutzen Sie Kleiderständer oder Schaufensterpuppen: Damit haben Sie die Möglichkeit, zu zeigen, wie die Kleidungsstücke sitzen, ohne sich und ihren Körper zu offenbaren.
  • Achten Sie auf den Hintergrund: Vermeiden Sie private Details
  • Wasserzeichen nutzen – ein sichtbarer Text über dem Bild kann auf manche „Fotodiebe“ abschreckend wirken
  • Fotos nur in niedriger Auflösung hochladen – das erschwert die Weiterverwendung
  • Seien Sie skeptisch bei Käufern, die auffällig viele Tragebilder anfordern

Viele junge Menschen laden unbedacht Tragebilder hoch, ohne sich der möglichen Weiterverwendung oder Zweckentfremdung ihrer Bilder bewusst zu sein. Eltern sollten hier mit ihren Kindern sprechen und über die Problematik aufklären.

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