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Darum kann man mit Börsenbriefen nur verlieren

Stand:
In der modernen Anlagewelt erscheinen Börsenbriefe als bewährt und seriös, Gewinne macht aber nur der Herausgeber dieser riskanten Geldanlage.
Schmuckbild: Börsenbriefe

Das Wichtigste in Kürze:

  • Werden die besten Tipps zu sicherem Erfolg mit riskanten Geldanlagen angeboten, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Betrug.
  • Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Prognosen zur Entwicklung von Unternehmenswerten, des Marktes und damit zu Aktienwerten nicht möglich sind.
  • Hinter dem günstigen Preis oder einem kostenlosen Probe-Abo von Börsen-, Anlagebriefen oder Newslettern sind Unternehmen auf Ihre Daten aus und locken Sie in kostenpflichtige Abofallen.
  • Wenn Sie mit riskanten Anlagen die Chance auf höhere Renditen/Gewinne ermöglichen wollen, legen Sie den für Sie passenden Anteil Ihres Vermögens entsprechend ihrer individuellen Risikotragfähigkeit und Risikoneigung an.
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Börsenbriefe: Unglaubwürdige Werbeversprechen und Fake-Referenzen

Anbieter von Börsenbriefen treten mit großen Versprechen auf. Beispiele gefällig?

  • „Bestes Research: 1.000+ professionelle Aktienanalysen“
  • „Klare Ansagen: Klare und transparente Kauf- und Verkaufsempfehlungen“
  • „Kundenservice, der funktioniert: Individuelle Betreuung“
  • „Starke Werte: Integrität, Transparenz und Unabhängigkeit.“ 

Außerdem nennen die Anbieter gerne Referenzen:

  • „In führenden Zeitungen wie Handelsblatt, Wirtschaftswoche und Cash positiv erwähnt.“
  • „Bei der BaFin gelistet.“
  • „Unsere Plattform wird von Experten und Branchenführern geschätzt, weshalb Sie sicher sein können, dass Sie mit uns die beste Entscheidung für Ihre finanzielle Zukunft treffen.“

Alle diese Werbesprüche sollen Ihnen suggerieren, dass die Börsen- oder Anlagebriefe Informationen zum günstigen Kauf- oder Verkaufszeitpunkt oder besonders rentable spekulative Anlagetipps geben werden. Die dafür anfallenden Kosten für das Abonnement scheinen überschaubar angesichts der praktisch sicheren Gewinne. Bei genauerer Betrachtung stellt man jedoch fest, dass die Versprechen haltlos sind und die Referenzen gar keine sind oder dem Faktencheck nicht standhalten.

In die Falle gelockt mit kostenlosem Probe-Abo

Um den Einstieg leichter zu machen, wird häufig mit kostenlosen Probeabonnements geködert. Das Angebot eines kostenlosen Probemonats scheint unverfänglich. Was nicht sofort auffällt: Dieses Probeabonnement kann automatisch in ein kostenpflichtiges Abonnement übergehen. Die Preise hierfür können zwischen 20 bis 70 EUR pro Monat liegen.

Für die Anmeldung zum kostenlosen Probemonat müssen Sie Ihre kompletten Kontaktdaten angeben. Daten sind für solche Unternehmen bares Geld. Betroffene berichteten von lästiger und unlauterer Werbung auch noch nach Kündigung des Börsenbriefes. So untersagte ein Verbraucher dem Anbieter unmissverständlich „weitere Werbung und Newsletter“ und forderte auf, seine bei dem Unternehmen gespeicherten Daten zu löschen. Trotzdem erhielt er weitere Werbung für die nutzlose Dienstleistung.

Den Unternehmen geht es letztlich darum, Sie in eine Abofalle zu locken, indem ein zeitlicher Druck erzeugt wird: „Wir werden die Preise ab morgen erhöhen“, „…alle Kunden, die ihre Mitgliedschaft heute abschließen oder reaktivieren, sichern sich lebenslang den Vorteilspreis zu 29 Euro / Monat“, „bei Neuabschluss eines Abonnements schenken wir Ihnen 132,00 EUR.“ Die behauptete Preiserhöhung dient also allein dem Zweck, Sie zu einem Vertragsabschluss zu bewegen.

Mehr Schein als Schein: Insiderwissen, das keines ist

Die Unternehmen suggerieren durch Analysen und angebliches Insiderwissen die besten Aktien zu kennen und damit zeigen zu können „wie echter Vermögensaufbau mit Aktien funktioniert“. Es ist aber wissenschaftlich erwiesen und eindeutig, dass Prognosen zur Entwicklung von Unternehmenswerten, des Marktes und damit zu Aktienwerten nicht möglich sind. Der Handel mit kurserheblichen Insiderwissen ist darüber hinaus auch noch strafbar.

So schützen Sie sich

  • Der Beste Schutz ist das "Angebot" einfach zu ignorieren. - Lassen Sie solche Angebote einfach links liegen.
  • Nutzen Sie Ihr Kündigungsrecht oder - wenn es noch nicht zu spät ist - Ihr 14-tägiges Widerrufsrecht.
  • Um hohe Kursgewinne zu verwirklichen, muss meist ein hohes Anlagerisiko akzeptiert werden. Überlegen Sie im Vorfeld also gut, wieviel Geld Sie in risikoreiche Anlagen investieren können, das - wenn es mal schlecht läuft - auch weg sein kann.
  • Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihre Geldanlage bedarfsgerecht gestalten können, nutzen Sie die Geldanlageberatung bei der Verbraucherzentrale. 

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