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Vermeiden Sie unnötig hohe Kosten!

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Berater und Vermittler sprechen meist nur ungern über die Kosten von Finanzprodukten, sie verweisen lieber auf das Kleingedruckte in den sogenannten Produktinformationsblättern. Oder sie verharmlosen sie, indem sie behaupten, dass gute Produkte eben ihren Preis hätten.

Lassen Sie sich damit nicht abspeisen, denn die Kosten sind von herausragender Bedeutung für Ihren Anlageerfolg.

Wie können Sie erkennen, was Ihre Geldanlage kostet? Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Produkte und einige Kostenarten (die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wir haben nur die wichtigsten abgebildet):

Renten-/Lebensversicherung

  • einmalige Kosten: Abschluss- und Vertriebs­kosten
  • jährliche Kosten: Verwaltungskosten
  • Wo suchen? Jährliche Stand­mitteilung, Produkt­informations­blatt, zur Not: schrift­lich nachfragen

Investmentfonds

  • einmalige Kosten: Ausgabeaufschlag, z. T. auch Rücknahme­abschlag
  • jährliche Kosten: TER (Total Expense Ratio), erfolgs­abhängige Vergütung
  • Wo suchen? Wesentliche Anleger­information

Vermögensverwaltung

  • einmalige Kosten: Meist keine
  • jährliche Kosten: Vermögens­verwaltungs­vergütung, zusätzlich oder verrechnet mit laufenden Kosten der Investment­fonds
  • Wo suchen? Vermögens­verwaltungsvertrag

Bausparvertrag

  • einmalige Kosten: Abschlussgebühr
  • jährliche Kosten: z.T. Konto­führungsgebühr
  • Wo suchen? Bauspar­bedingungen des jeweiligen Bau­spartarifs

 

Warum sind die Kosten so entscheidend? Zum einen fallen die sie auf jeden Fall an, eventuell in Aussicht gestellte Erträge hingegen nicht.

Dies veranschaulicht ein extremes Beispiel: Angenommen Sie legen 100 Euro monatlich in eine fondsgebundene Rentenversicherung an. Bevor das Geld angelegt wird, zieht die Versicherung davon sieben Euro Verwaltungskosten ab und zusätzlich vier Euro Abschlusskosten. Von den 100 Euro werden also im Schnitt nur 89 Euro angelegt. Tatsächlich bleibt gerade am Anfang des Vertrags noch viel weniger übrig, weil die Versicherungen die Abschlusskosten nicht über die gesamte Laufzeit gleichmäßig verteilen, sondern geballt in den ersten fünf Jahren abziehen.

Um es nicht zu kompliziert zu machen, gehen wir also von 89 Euro aus, die angelegt werden. Und zwar in einen Investmentfonds, genauer gesagt in einen Dachfonds. Das kostet nichts extra, aber dafür werden jährlich Verwaltungsentgelte fällig von angenommen einem Prozentpunkt des verwalteten Geldes. Damit also nach einem Jahr die 89 Euro überhaupt noch da sind, muss erst einmal ein Ertrag von einem Prozent erzielt werden, um die Managementkosten für den Dachfonds auszugleichen.

Aber das war es noch nicht. Der Dachfonds heißt Dachfonds, weil er das Geld in andere Investmentfonds anlegt. Es werden also nochmal ein oder zwei Prozentpunkte jährlich fällig. Damit die 89 Euro also nicht wegschmelzen wie Schnee in der Sonne, müssen die Fondsmanager vor all den Kosten Erträge in Höhe von zwei bis drei Prozent jährlich erzielen. Ob das gelingt? Unwahrscheinlich, nach allem was Wissenschaftler in ihren Studien zu Investmentfonds herausgefunden haben. Deshalb: Kosten minimieren! Es lohnt sich, wie folgender vereinfachter Vergleich zwischen einer teuren Altersvorsorge (Dachfonds oder Fondsgebundene Rentenversicherung) und einer günstigen Altersvorsorge (Indexfonds) zeigt:

 

  Eingezahlt in € Ertrag in  € bei 5% Rendite
abzgl. 2% Kosten
Ertrag in € bei 5% Rendite
abzgl. 0,3% Kosten
100 € € Sparrate monatlich
10 Jahre
12.000,- 1.980,- € 3.260,-
100 € € Sparrate monatlich
20 Jahre
24.000,-

8.770,-

15.420,-
100 €€ Sparrate monatlich
40 Jahre
48.000,- 43.960,-€ 90.210,-