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Schönheitsoperationen

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Schönheitsoperationen sind meist nicht medizinisch notwendig. Viele Menschen entscheiden sich jedoch aus persönlichen Gründen trotzdessen dafür. Dabei sollte auf bestimmte Dinge geachtet werden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen die Kosten einer ästhetischen Operation nur in Ausnahmefällen.
  • Ärzte, die über eine anerkannte Zusatzqualifikation für ästhetische Operationen verfügen, sind an der Bezeichnung "Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie" zu erkennen.
  • Es gilt eine besondere Aufklärungspflicht.
  • Bei Schönheitsoperationen im Ausland ist besondere Vorsicht geboten.
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Kosten

Für ästhetische Operationen, die medizinisch nicht erforderlich sind, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen keine Kosten. Diese sind je nach Eingriff recht erheblich. In einigen Fällen ziehen die Eingriffe auch weitere notwendige Operationen und Kosten nach sich. Treten nach einem medizinisch nicht notwendigen Eingriff Komplikationen auf, die eine weitere ärztlichen Behandlung erfordern, hat die gesetzliche Krankenkasse die Versicherten in angemessener Höhe an den Kosten zu beteiligen und das Krankengeld für die Dauer dieser Behandlung ganz oder teilweise zu versagen oder zurückzufordern.

Qualifizierte Ärzte

Die meisten ästhetischen Operationen erfolgen durch plastische Chirurgen, Haut- und Frauenärzte. Die Bezeichnung "Schönheitschirurg" ist nicht gesetzlich geschützt, da es dafür keine öffentlich-rechtliche Qualifikation durch die Ärztekammern gibt. Ärzte, die über eine anerkannte Zusatzqualifikation für ästhetische Operationen verfügen, sind an der Bezeichnung "Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie" zu erkennen.

Doch auch Ärzte ohne diese zusätzliche Qualifikation und ohne geschultes medizinisches Personal können ästhetische Operationen übernehmen.

Haftung und besondere Aufklärungspflicht des Arztes

Für Ärzte, die Schönheitsoperationen durchführen gelten die gleichen Haftungsregeln wie für andere Mediziner, teilweise in verschärfter Form: Weil es in der Regel keine medizinischen Gründe für den Eingriff in den Körper des Patienten gibt, gelten strengere Anforderungen an die Aufklärungspflicht des Arztes als bei medizinisch begründeten Operationen.
Sie müssen Patienten über jedes mit dem Eingriff verbundene Risiko – einschließlich eines möglichen kosmetischen Misserfolgs – und über die Gefahr nachoperativer Entstellungen umfassend aufklären und den Patienten mehrere Tage Bedenkzeit lassen.

Ärzte haften, wenn sie Operationsmethoden anwenden, für die sie nicht ausgebildet sind und die sie deshalb nicht ausreichend beherrschen. Sie können auch haftbar gemacht werden, wenn sie Methoden anwenden, die nicht mehr dem Stand der Wissenschaft entsprechen.

Ärzte der ästhetisch-plastischen Chirurgie verwenden zumeist Verträge, in denen Leistungen, Ansprüche und Vergütung geregelt sind. Die Haftung darf vertraglich nicht ausgeschlossen werden. Anders sieht es aus, wenn Patienten nach einer misslungenen Schönheitsoperation aufgrund einer Entschädigungszahlung oder nach einer angebotenen operativen Korrektur auf ihre Ansprüche verzichten.

Schönheitsoperationen im Ausland

Häufig werden Schönheitsoperationen auch zu deutlich günstigeren Konditionen im Ausland angeboten. Dabei ist jedoch zusätzliche Vorsicht angebracht; denn die Qualität der dort von Ärzten oder Kliniken angebotenen Leistungen sowie die medizinischen Standards können in der Regel kaum vorab eingeschätzt werden. Auch ist zu beachten, dass die Nachbehandlung sich wegen der räumlichen Distanz meist schwierig gestaltet oder in den Angeboten nicht vorhanden ist.

Wer dennoch eine Operation im Ausland plant, sollte sich deshalb eingehend sowohl über die ärztlichen Qualifikationen als auch die Qualitätsstandards von Kliniken informieren. Zudem gilt nicht automatisch deutsches Recht. Misslingt eine Operation im Ausland, können Sie die Klinik nicht automatisch dafür haftbar machen ‒ und es kommen hohe Folgekosten auf sie zu. Die Gewährleistung - etwa bei auftretenden Komplikationen – muss daher vor der Behandlung schriftlich möglichst nach deutschem Recht festgelegt werden. Hierzu ist es unerlässlich, einen privaten Behandlungsvertrag mit dem ausländischen Arzt und/oder der Klinik abzuschließen.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter: Arztbesuche und Klinikaufenthalte im Ausland.

 

Tipps zum Umgang mit Schönheitsoperationen

 

Vor dem Eingriff

  • Fragen Sie im Beratungsgespräch nach möglichen Nebenwirkungen, Risiken und Komplikationen und lassen Sie sich diese eingehend erläutern!
  • Klären Sie mit der Krankenkasse ab, ob diese die Kosten der Schönheitsoperation übernimmt! Dies ist jedoch nur in den seltensten Fällen und wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht möglich. Hierzu ist es zu Ihrem Vorteil, wenn Sie sich direkt mit Hilfe einer Stellungnahme der behandelnden Ärzte an die Krankenkasse wenden.
  • Fragen Sie, ob das Ergebnis des Eingriffs dauerhaft oder zeitlich begrenzt ist und somit ggf. wiederholt werden muss!
  • Erkundigen Sie sich, über welche Qualifikationen die behandelnden Ärzte verfügen und wie oft der geplante Eingriff von ihnen schon durchgeführt wurde!
  • Außerdem sollten Sie sich schriftlich zusichern lassen, dass der beratende Arzt auch die Operation übernehmen wird und nicht einer seiner Ihnen womöglich unbekannten Kollegen.

 

Im Beratungsgespräch

  • Nehmen Sie möglichst einen Zeugen mit und bereiten Sie grundlegende Fragen zur geplanten Operation vor!
    Im Vorgespräch werden die Erfolge eines Eingriffs vielfach gepriesen und zum Beweis mit entsprechenden Hochglanzfotos belegt, während auf mögliche Risiken nicht ausreichend hingewiesen wird. Werden die Risiken nicht ausreichend besprochen, haftet der Arzt im Schadensfall, auch wenn sonst keine Fehler gemacht wurden. Sind nach dem ersten Beratungsgespräch Fragen offen geblieben, sollten diese in einem zweiten oder dritten Beratungsgespräch geklärt werden.
  • Sowohl der Operationsablauf als auch der Heilungsverlauf und die Risiken sollten genau erklärt werden. Wichtig ist auch die Frage, welche Versorgung in einem Notfall geboten werden kann. Eine vorherige Besichtigung der Behandlungsräume ist sinnvoll.
  • Im ersten Beratungsgespräch sollten Sie keinen Behandlungsvertrag unterschreiben. Ein seriöser Arzt wird Patienten Gelegenheit geben, den Vertrag in Ruhe zu prüfen und andere Angebote zum Vergleich einzuholen.
  • Holen Sie auf jeden Fall vor einem Vertragsabschluss mehrere Angebote ein und vergleichen Sie die Preise!
  • Verlangen Sie nach dem Beratungsgespräch unbedingt einen detaillierten Kostenvorschlag, der neben den Operationskosten auch Auskunft über die Kosten für Anästhesie, Labor und Unterkunft gibt!
  • Leisten Sie keine Vorauszahlungen!
  • Bitten Sie um Kopien von Aufzeichnungen und Fotos, die den Behandlungs- bzw. Operationsverlauf dokumentieren können.

 

Nach dem Eingriff

  • Je nachdem wie schwer der medizinische Eingriff ist, wird die Nachsorge umso wichtiger. Diese sollte deshalb durch die operierende Ärztin oder den operierenden Arzt gewährleistet werden.
  • Bestehen Sie auf einer korrekten Rechnung auf Grundlage der Gebührenordnung für Ärzte (GoÄ)!
  • Warten Sie nach einem fehlgeschlagenen Eingriff nicht allzu lange auf vermeintlich noch auftretende Veränderungen! Lassen Sie sich von einem anderen Arzt beraten!
  • Fertigen Sie ein Protokoll der Ereignisse an, sichern Sie Adressen von Zeugen - zum Beispiel von Zimmernachbarn - und dokumentieren Sie die Situation mit eigenen Fotos!
  • Nach einer fehlgeschlagenen Operation empfiehlt es sich, Verhandlungen mit dem Arzt oder der zuständigen Versicherung nur mit rechtlichem Beistand zu führen.
  • Sie sollten keinesfalls eine Verzichtserklärung oder Ähnliches unterschreiben.