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Alternative Vertriebswege für Arzneimittel

Stand:

Ob Apotheke vor Ort, Versandhandel oder Drogerie: Medikamente kann man auf unterschiedlichen Wegen beziehen. Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit persönlicher Beratung und zusätzlichem Service sind die Apotheken vor Ort nach wie vor für viele die erste Anlaufstelle für Arzneimittel.
  • Im Internet locken die Versandhändler mit oft günstigeren Preisen als in der Vor-Ort-Apotheke.
  • Alle Apotheken – auch die Versandapotheken – sind zur Beratung verpflichtet.

Welche Apotheke für wen die richtige ist, lässt sich pauschal nicht sagen – so müssen Patienten etwa unterscheiden, ob sie verschreibungspflichtige oder rezeptfreie Arzneimittel benötigen; denn dabei gibt es erhebliche Unterschiede. Eine schnelle Orientierung bietet unsere Checkliste.

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Vor-Ort-Apotheke

Vor-Ort-Apotheken sind meistens in der Nähe und bieten bei Bedarf persönlich und direkt pharmazeutische Beratung an. Dabei kann der Apotheker oder der pharmazeutisch-technische Assistent auf die Symptome und die Wahl des richtigen Arzneimittels eingehen, die Wirkungen und Nebenwirkungen erläutern und die Medikamente mit weiteren Mitteln abgleichen. Im Gespräch kann auch geklärt werden, ob ein Arzt hinzugezogen werden sollte. Viele Apotheken bieten außerdem Gesundheitsberatungen an, messen den aktuellen Blutdruck oder Blutzucker oder verleihen entsprechende Geräte. Dank dem "A" der Apotheken sind seriöse Händler leicht und zweifelsfrei erkennbar, und die Medikamente sind meistens sofort verfügbar, durch den Notdienst auch rund um die Uhr. Falls jemand nicht in der Lage ist, selbst die Apotheke aufzusuchen, können Medikamente nach Hause geliefert werden.

Vor-Ort-Apotheken eignen sich folglich besonders für den sofortigen Medikamentenbedarf und für Personen, die eine persönliche Beratung vorziehen.


Die Vor-Ort-Leistungen im Überblick:

  • Adhoc-Beschaffung akut benötigter Arzneimittel
  • persönliche Beratung
  • zusätzliche Serviceleistungen, die Patienten kostenlos bzw. gegen Entgelt in Anspruch nehmen können (zum Beispiel Blutdruck-/Blutzuckermessung, Impfberatung, Verleihen verschiedener Hilfsmittel etc.)
  • teilweise Lieferdienst, welcher die benötigten Arzneimittel nach Hause liefert
  • Notdienste

 

Nachteile vor Ort:

  • Wettbewerb bei nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln regional sehr unterschiedlich
  • Die Preise müssen erfragt werden und sind nicht auf Anhieb ersichtlich.
  • schwierige und zeitaufwändige Preisvergleiche
  • Das Sortiment kann nicht komplett eingesehen werden.

(Internet-)Versandhandel

Deutsche Versandapotheken unterliegen den gleichen Gesetzen wie Vor-Ort-Apotheken. Die Preise bei verschreibungspflichtigen Medikamenten sind vorgegeben; nur bei rezeptfreien Arzneimitteln dürfen die Apotheken diese selbst bestimmen.

Für Internetapotheken aus dem EU-Ausland gibt es jedoch eine Ausnahme: Der Europäische Gerichtshof (Az. C-148/15) urteilte im Oktober 2016, dass die Preisbindung für ausländische Apotheken nicht mit europäischem Recht vereinbar ist. Deshalb könnten ausländische Versandapotheken jetzt auch wieder Boni auf verschreibungspflichtige Medikamente gewähren.

In Deutschland bekommen nur zugelassene Präsenzapotheken eine Erlaubnis zum Versandhandel. Seriöse Internetapotheken erkennt man an dem in Europa einheitlichen Sicherheitslogo. Auf den Seiten des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information finden Sie ein Register aller deutschen Versandapotheken. Auch Internetapotheken aus Europa dürfen ihre Medikamente nach Deutschland verkaufen, wenn in dem Land ähnliche strenge Auflagen für den Vertrieb gelten wie in Deutschland. Momentan gilt das für Apotheken aus dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Island, Schweden (nur verschreibungspflichtige Medikamente) und Tschechien (nur nicht verschreibungspflichtige Medikamente).

Internetapotheken bieten Preisvorteile und lassen sich bequem von zu Hause aus bedienen. Sie eignen sich besonders für Personen, die einen planbaren Medikamentenbedarf haben und sich mit dem Internet gut auskennen.


Vorteile Internethandel:

  • günstige Preise für viele nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel
  • gute Vergleichbarkeit der Preise über Internetportale
  • bequeme Bestellung von Zuhause
  • Lieferung nach Hause
  • eventuell Bonuszahlungen auf Rezepteinlösungen

 

Nachteile (Internet-)Versandapotheken:

  • keine akute Versorgung aufgrund mehrtägiger Lieferzeiten
  • Versandkosten können Preisersparnis zunichte machen
  • Beratung per Telefon oder E-Mail ist eventuell nicht sofort verfügbar
  • mitunter Probleme mit der Rücksendung von Arzneien
  • eventuell Unsicherheiten über die Seriosität der Apotheke

Versand über Drogeriemarktketten

Auch mehrere große deutsche Drogeriemarktketten kooperieren mit Versandapotheken. Bei einigen können Patienten ihr Rezept in einer Filiale abgeben oder rezeptfreie Medikamente vor Ort bestellen. Innerhalb von zwei bis drei Tagen können die Arzneimittel in der Drogerie abgeholt werden. Einen solchen Bestell- und Abholservice bieten allerdings nicht alle Drogeriemärkte an.

Die Drogerien dürfen die Arzneimittel nicht selbst in ihren Räumlichkeiten anbieten. Das Preisniveau ist mit dem der Versandapotheken identisch. Wer die Bestellmöglichkeit nutzt, erspart sich aber eventuell die Versandgebühren und kann auch ohne Internetzugang bestellen. Allerdings bieten auch reine Versandapotheken die Bestellung per Post, Fax oder Telefon an.

Kunden erhalten beim Arzneimittelkauf in Drogeriemärkten keine unmittelbare Beratung und Information vor Ort, sondern müssen auf die Beratungshotline der kooperierenden Versandapotheke zurückgreifen.

Diese Variante eignet sich für Personen, die die Vorteile der Versandapotheken aber nicht das Internet nutzen wollen und die wenig Information und Beratung brauchen.

Vorteile Drogerie und andere Pick-up-Stellen:

  • günstige Preise für viele nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel
  • kein PC erforderlich
  • keine Versandgebühren
  • eventuell Bonuszahlungen auf Rezepteinlösungen

 

Nachteile Drogerie und andere Pick-up-Stellen:

  • keine akute Versorgung aufgrund von mehrtägigen Lieferzeiten
  • Beratung über Versandhändler per Telefon oder E-Mail nicht sofort verfügbar
  • mitunter Probleme mit der Rücksendung von Arzneien
  • eventuell Unsicherheiten über die Seriosität der Apotheke