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Sättigungskapseln mit Glucomannan - Völlegefühl gegen Hunger

Stand:

Der aufquellende Ballaststoff Glucomannan sorgt für ein schnelleres Sättigungsgefühl. Noch mehr ist nötig für die Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Zu Beginn einer Gewichtsreduktionsdiät kann Glucomannan durch sein Quellvermögen im Magen helfen, ein besseres Sättigungsgefühl vor den Hauptmahlzeiten zu erreichen und so Gewicht zu verlieren.
  • Langzeiterfolge sind jedoch nicht zu erwarten.
  • Kapseln müssen mit viel Wasser geschluckt werden, um einer Verstopfung vorzubeugen.
  • Achtung: Bei Schluckbeschwerden oder wenn zu wenig getrunken wird besteht Erstickungsgefahr!
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Was steckt hinter der Werbung zu Sättigungskapseln?

Mit den Sättigungskapseln soll ein "effektives Abnehmen" möglich sein, denn sie werden als "Hungerbremse" beworben und sollen "für ein angenehmes Sättigungsgefühl" sorgen.

Viele Anbieter setzen auf Glucomannan-Quellstoffe aus der Konjakwurzel. Für Glucomannan sieht die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine gewichtsreduzierende Wirkung als belegt an, aber nur für Übergewichtige und bei einer kalorienarmen Ernährung. Sie dürfen daher mit einem sogenannten Health Claim beworben werden: "Glucomannan trägt im Rahmen einer kalorienarmen Ernährung zu Gewichtsverlust bei".

Diese gesundheitsbezogene Angabe darf nur verwendet werden, wenn in einer Portion 1 Gramm Glucomannan enthalten ist. Darüber hinaus muss darauf hingewiesen werden, dass diese Wirkung nur bei einer täglichen Aufnahme von 3 Gramm Glucomannan in drei Portionen à 1 Gramm in Verbindung mit ein bis zwei Gläsern Wasser vor den Mahlzeiten möglich ist.

Die EFSA bescheinigt den Ballaststoffen aus der Konjakwurzel damit zwar, dass Übergewichtige beim Abnehmen unterstützt werden, aber nur, wenn sie sich gleichzeitig konsequent kalorienarm ernähren. Es liegen keine Ergebnisse von Studien vor, die über einen längeren Zeitraum als drei Monate durchgeführt wurden.

Einige Hersteller der Sättigungskapseln mit Glucomannan nutzen eine weitere von der EFSA zugelassene Werbeaussage: "Glucomannan trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei".

Wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass der Quellstoff die Cholesterin­werte im Blut günstig beeinflusst. Die Werbung zum Cholesterin­spiegel ist nur zulässig, wenn eine tägliche Aufnahme von 4 Gramm Glucomannan gewährleistet ist.

Weitere Gesundheits­werbung für Glucomannan, bezogen auf den Blutzucker­spiegel, die Triglyceride, einen normalen Stuhlgang oder die Reduktion von krankheitserregenden Bakterien im Darm, wurde nicht anerkannt.

Für andere Ballaststoffe aus Algen, Flohsamen­schalen oder Guarbohnen ist eine gewichts­reduzierende Wirkung übrigens wissenschaftlich nicht belegt worden.

Was sind Sättigungskapseln?

Sättigungskapseln enthalten Quellmittel aus Ballaststoffen. Sie sind somit in der Lage, eine relevante Menge Wasser zu binden und aufzuquellen, was ein Sättigungsgefühl auslöst. Sie passieren den Magen-Darm-Trakt und werden nicht direkt in den Körper aufgenommen. Dem Körper wird so quasi ein voller Magen vorgetäuscht, was dazu führen soll, dass die anschließende Mahlzeit früher beendet oder weniger gegessen wird.

Die Regulierung des Sättigungs­gefühls erfolgt aber vorwiegend über das Gehirn. Es reicht nicht allein der volle Magen, der ein Satt-Signal an das Hunger-Sättigungs­zentrum im Zwischenhirn meldet. Der Körper besitzt zahlreiche Mechanismen, um festzustellen, ob er mehr oder weniger Nahrung braucht. So bildet der Körper bei der Verdauung bestimmte Sättigungs­hormone oder gibt Kohlenhydrate ins Blut ab, die über Nervenbahnen und Blut dem Zwischenhirn die Sättigung melden. Mit den Sättigungskapseln kann also das Hungergefühl nur gedämpft werden, aber es kann nicht abgeschaltet werden.

Welche Inhaltsstoffe sind in Sättigungskapseln enthalten?

Es wird das stärkeähnliche Glucomannan eingesetzt, das zu den wasserlöslichen Ballaststoffen zählen. Glucomannan kann eine vielfache Menge der Eigenmasse an Wasser binden und quillt zu einem festen Gel auf. Die Glucomannane werden aus der Wurzel des Aronstab­gewächses Konjak (lat. Amorphophallus konjac) gewonnen.

Auf was sollte ich bei der Verwendung von Sättigungskapseln achten?

In der Regel sollen je nach Produkt 1–2 Kapseln vor einer Mahlzeit mit 1–2 Gläsern Wasser eingenommen werden. Eine zu hohe Verzehrmenge kann jedoch wie bei anderen Ballaststoffen auch zu Völlegefühl, Bauch­schmerzen und Blähungen führen, gerade, wenn nicht gleichzeitig genügend getrunken wird. Es ist zudem möglich, dass sich der Körper an das erhöhte Nahrungsvolumen gewöhnt.

Achtung:

  • Kapseln sollten nicht gelutscht, gekaut oder zerbissen werden!
  • Außerdem muss eine Warnung auf der Verpackung erfolgen: "…dass bei Verbrauchern mit Schluck­beschwerden oder bei unzureichender Flüssigkeitszufuhr Erstickungsgefahr besteht – Empfehlung der Einnahme mit reichlich Wasser, damit Glucomannan in den Magen gelangt."
  • Konjak-Kapseln dürfen nicht eingenommen werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegen Konjak oder Cellulose besteht oder Magen-Darm-Erkrankungen vorliegen.
Ein deutlicher/relevanter Gewichtsverlust tritt nur ein, wenn zusätzlich zur Kapseleinnahme eine kalorienreduzierte Diät durchgeführt wird, was allerdings auch ohne Sattmacherprodukte schon genügt, um die Kilos purzeln zu lassen. Die Sättigungskapseln sind wenig geeignet, einen dauerhaften Gewichtsverlust zu halten.

 

Quellen:


Zusatzstoffe-online.de: E425: Konjak Informationen zu Lebensmittelzusatzstoffen, Stand: 16.03.2011

Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (2010): Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to konjac mannan (glucomannan) and reduction of body weight (ID 854, 1556, 3725), reduction of post-prandial glycaemic responses (ID 1559), maintenance of normal blood glucose concentrations (ID 835, 3724), maintenance of normal (fasting) blood concentrations of triglycerides (ID 3217), maintenance of normal blood cholesterol concentrations (ID 3100, 3217), maintenance of normal bowel function (ID 834, 1557, 3901) and decreasing potentially pathogenic gastro-intestinal microorganisms (ID 1558) pursuant to Article 13(1) of Regulation (EC) No 1924/2006 EFSA Journal 2010;8(10):1798 [27 pp.]

Stiftung Warentest (2014): Schlankheitsmittel. Da helfen keine Pillen. Test 2/2014, S. 20 - 25

Langhans, W (2010): Hunger und Sättigung. Ernährungsumschau 10, S. 550 – 558