Menü

Kinderbetreuung: Manchmal nur unzureichend

Stand:
Off

Auch im Urlaub wollen Eltern sich gerne einmal zurücklehnen und freuen sich, wenn Ihnen die Kinderbetreuung abgenommen wird. Doch nicht immer können Eltern dann auch wirklich entspannen.

Missfällt die Kinderbetreuung oder fällt diese aus, so ist entscheidend, was bei der Buchung vereinbart worden ist. Sofern kein Familienurlaub mit 24-Stunden-Rundumbetreuung gebucht wurde, kommt es auf den Einzellfall an, ob Eltern wegen eines Reisemangels den Reisepreis mindern können.

Der Reisepreis kann nicht gemindert werden, wenn bei der Kinderbetreuung nur Ärgernisse auftreten. Sofern keine Zusage bei der Buchung über eine bestimmte Betreuung erfolgt ist, müssen je nach Reise nur unterschiedliche Bedingungen erfüllt werden. Ärgernisse wie Altersbeschränkungen, Sprachprobleme oder festgelegte Betreuungszeiten berechtigen dabei nicht zu einer Minderung. Für die Beurteilung, ob ein Mangel oder ein bloßes Ärgernis vorliegt ist auch entscheidend, welche Buchungskategorie gewählt wurde: bei Kinder-/Familienhotels oder Firstclass-Reisen kann mehr Leistung erwartet werden, als im kleinen Bed-and-breakfast-Hotel.

Fehlt trotz Vereinbarung die entsprechende Kinderbetreuung, oder Spiel- und Bademöglichkeit für Kinder, haben Sie Anspruch auf Minderung Ihres Reisepreises. Sammeln Sie daher umfassend Beweise und dokumentieren Sie die vorliegenden Mängel (Fotos, Videos, Zeugen). Daneben müssen Mängel unverzüglich dem Reiseveranstalter oder Reisevermittler angezeigt werden. Informieren Sie den Reisevermittler, so muss dieser den Reiseveranstalter über die Mängel in Kenntnis setzen. Die Mängelanzeige sollte in Anwesenheit von Zeugen geschehen. Alternativ können Sie sich auch schriftlich die Kenntnisnahme der Mängelanzeige bestätigen lassen. Dazu reicht es aus, dass der bevollmächtige Reiseleiter ein "zur Kenntnis genommen" auf die schriftliche Mängelanzeige setzt.

Ist kein Reiseleiter anwesend und auch am Urlaubsort nicht zu erreichen, sollte der Reiseveranstalter in Deutschland, am besten telefonisch und in Anwesenheit von Zeugen, informiert werden. Nicht zuständig für Mängelanzeigen sind dagegen die Leistungsträger vor Ort, also beispielsweise Hoteliers, es sei denn, dies ist ausdrücklich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen so festgelegt.

Der Reiseveranstalter muss nun den Mangel beseitigen. Kommt er dieser Aufforderung nicht nach, können Reisende selbst Abhilfe schaffen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen. Kann der Mangel während der Reise nicht behoben werden, so steht Reisenden nach der Rückkehr Minderung des Reisepreises zu.  

Wurde der Vertrag vor dem 01.07.2018 geschlossen, müssen Ansprüche innerhalb eines Monats nach dem vertraglich vereinbarten Reiseende geltend gemacht werden. Für Reisen nach dem 01.07.2018 ist der Anspruch auf (Teil-) Rückzahlung des Reisepreises bis zu zwei Jahre nach geplanter Beendigung der Pauschalreise möglich. Dazu müssen die Ansprüche schriftlich und nachweisbar beim Reiseveranstalter angezeigt werden. Dies machen Sie am besten per Fax oder Einwurfeinschreiben.

Anhaltspunkte, wie viel Reisepreisermäßigung Ihnen zusteht, geben folgende Reisemängeltabellen: