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Wenn das Sofa zum Himmel stinkt: Ausgasungen aus Möbeln und Teppichböden

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Aus manchen Möbeln und Teppichböden gasen Stoffe aus, die der Gesundheit schaden.
  • Verschiedene Siegel signalisieren, dass Produkte weniger Schadstoffe enthalten. Achtung: Bei Teppichböden kommt es auch auf den Kleber an.
  • Im Einzelfall kann stechender Geruch auch ein Mangel sein; dann können Sie Ihr Recht auf Gewährleistung geltend machen.

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Riechende Möbel – ein Problem?

Noch im Laden erfreute man sich am schönen Farbton und dem weichen Polster des Sofas. Nun steht es zu Hause, und sein chemischer Geruch verdirbt seit Wochen die Wohnzimmerluft. Ob wir einen Geruch als unangenehm empfinden, ist von Nase zu Nase unterschiedlich, und nicht alles, was "riecht", ist gefährlich. Aber manche Möbel gasen für die Gesundheit bedenkliche Stoffe aus. Diese können zum Beispiel Allergien, Schleimhautreizungen, Unruhe oder Benommenheit verursachen.
In "leichteren Fällen" verschwinden unangenehme Gerüche von neu gekauften Möbeln, wenn mehrere Tage oder Wochen lang häufiger als sonst gelüftet wird.

Besser vorbeugen

Wer garantiert schadstoffarme Tische, Betten oder Bodenbeläge kaufen möchte, sollte im Handel auf Produkte achten, die mit anerkannten Siegeln wie dem "Blauen Engel" oder dem "Goldenen M" gekennzeichnet sind. Materialien wie weichen PVC-Kunststoff sollten Sie in Ihrem Zuhause möglichst vermeiden. Denn sie enthalten neben problematischen Weichmachern häufig auch andere Schadstoffe. Unsere Übersicht informiert über empfehlenswerte Prüf-oder Umweltzeichen für Möbel & Co.
Verlassen Sie sich vor dem Kauf von Einrichtungsgegenständen stets auf Ihre eigene Nase. Denn über einen Teppichboden, der bereits im Laden stinkt, werden Sie sicher auch in den eigenen vier Wänden die Nase rümpfen. Lassen Sie sich wenn möglich ein kleines Probestück des Bodenbelags mitgeben und legen Sie es in ein verschließbares Glas. Nach etwa einem Tag können Sie mal riechen, ob der Belag Ihren "Geruchstest" bestehen würde.

Auch die Kombination macht’'s

Ein geruchsarmer Bodenbelag kann plötzlich zum Stinker werden, wenn der falsche Kleber oder die falsche Spachtelmasse verwendet wird. Wichtig ist auch hier, schadstoffarme Produkte auszuwählen zum Beispiel mit dem EMICODE® EC1PLUS–Siegel oder dem "Blauen Engel". Ganz wichtig auch: die Verarbeitungshinweise sollten genau beachtet werden. Denn auch durch falsche Verarbeitung können stinkende Stoffe entstehen. Falls Sie einen Fachbetrieb beauftragen, fragen Sie nach, ob dieser ausschließlich Materialien verwendet, die auf ausgasende Schadstoffe geprüft wurden und entsprechende Siegel tragen.

Recht auf Austausch oder Abhilfe?

Im Einzelfall können stark riechende Ausdünstungen auch als Mangel gelten. Das ist zum Beispiel dann so, wenn giftige Stoffe die Ursache sind, die in Möbeln oder Bodenbelägen nicht oder nur in geringer Konzentration enthalten sein dürfen. Wenden Sie sich bei solch einem Verdacht an den Händler und bitten Sie ihn um Austausch oder Abhilfe. Bestreitet der Händler, dass die Ware fehlerhaft ist, müssen Sie den Mangel nachweisen. Dies lässt sich nur durch ein Gutachten erreichen. Dieses Gutachten, das von anerkannten Sachverständigen oder Schadstoffmessinstituten erstellt wird, ist jedoch in der Regel aufwändig und teuer. Außerdem ist nicht sicher, ob es bei einem Prozess vom Gericht anerkannt würde.

Was keine Lösung für schlechte Gerüche ist

Auf keinen Fall sollten Sie üble Gerüche von Möbeln, Teppichen & Co. mit Duftsprays oder ähnlichem bekämpfen. Denn diese Produkte enthalten ihrerseits häufig gesundheitsbedenkliche Stoffe, die beispielsweise Allergien auslösen können. Außerdem überdecken sie den üblen Geruch nur, was letztlich zu einer noch schlechteren Raumluft führt.
Lüften Sie stattdessen Ihre Räume mehrmals täglich.