Kostenloses Online-Seminar "Nachtspeicherheizung sanieren – Erfahrungsbericht eines Eigentümers“ am 15. Juli um 18 Uhr. Jetzt hier anmelden und bequem von zuhause aus teilnehmen.

Doch kein Provisionsverbot?

Stand:
Die EU-Kommissarin McGuinness hat in einer Rede am 27.4. mitgeteilt, in der für Ende Mai angekündigten Kleinanlegerstrategie auf ein Provisionsverbot in der Finanzberatung zu verzichten und dafür unter anderem die Transparenzpflichten auszuweiten.
Zwei Frauen sitzen bei einer Beratung zu Versicherungen
Off

Die EU-Kommissarin McGuinness hat in einer Rede (27.4.) mitgeteilt, in der für Ende Mai angekündigten Kleinanlegerstrategie auf ein Provisionsverbot in der Finanzberatung zu verzichten und dafür unter anderem die Transparenzpflichten auszuweiten.

Es ist bedauerlich, dass die Überlegungen der Kommission, die unstrittig vorhandenen Fehlanreize zu beseitigen, am politischen Widerstand gescheitert sind. Damit verzögert sich ein Provisionsverbot weiter. Warum nur ein Provisionsverbot die Fehlanreize in der Finanzberatung verhindern kann, haben wir hier ausführlich dargelegt: https://www.vz-bw.de/node/82976  

Gut ist, dass McGuniess in ihrer Rede nochmal klargestellt hat, dass Einigkeit darüber bestünde, dass der Status Quo in der provisionsbasierten Finanzberatung dem Bedarf und den Interessen der Verbraucher:innen nicht gerecht wird.

Statt Fehlanreize zu beseitigen, sollen nun erneut Informationspflichten über Provisionen verschärft werden. Dies ist ein Eingeständnis, dass die Informationspflichten, die nach der Finanzkrise sukzessive eingeführt wurden, ihr Ziel nicht erfüllt haben. Die Regulierung zur Transparenz von Provisionen enthält viel zu viele Schlupflöcher (zum Beispiel bei der Vermittlung von Lebensversicherungen) und ignoriert die Marktrealität: Finanzprodukte werden verkauft. Im Verkaufsgesprächen sprechen Verkäufer nicht über Nachteile und Kosten ihrer Produkte, sie verstecken diese Informationen im Kleingedruckten.

Nach unserer Überzeugung wird eine weitere Verschärfung von Transparenzpflichten die Fehlanreize nicht beseitigen. Wer dennoch mehr Transparenz einführen will, muss Provisionsverkäufer endlich dazu verpflichten, ihren Kunden vor Vertragsabschluss eine gesonderte Vergütungsvereinbarung vorzulegen, die sämtliche Provisionen in Euro auflistet. Erst wenn Verbraucher:innen das Angebot einer unabhängigen Finanzberatung wie einen Kostenvoranschlag neben das eines Provisionsverkaufs legen können und ihnen tatsächlich vergleichbare Kosteninformation zur Verfügung zu stellen sind, besteht zumindest die Möglichkeit für Verbraucher:innen, Preise vergleichen zu können.

Die Regulierung darf aber nicht mit Preistransparenz enden. Verbraucher:innen können die Qualität von Finanzberatung nicht bewerten, geschweige denn überprüfen. Finanzberatung ist ein Vertrauensgut. Wenn die EU-Kommission auch auf Leistungsebene Wettbewerb ermöglichen und Kleinanleger vor Fehlberatung schützen will, ist ein neuer Gesetzesrahmen für streng überwachte unabhängige Finanzberatung zu schaffen. Die Anbieter von unabhängiger Finanzberatung sind gesetzlich dazu zu verpflichten, ihrem Rat ausschließlich die Interessen der Ratsuchenden zu Grunde zu legen. Sie müssen über die notwendige Qualifikation verfügen. Die in Deutschland üblichen am Verkauf ausgerichteten Sachkundenachweise sind nicht ausreichend. Die zu etablierende unabhängige Finanzberatung ist so zu beaufsichtigen, dass Fehlberatung aufsichtsrechtlich unterbunden werden kann.

mehrere Küken stehen in einem Stall auf Stroh

Verbraucher lehnen Kükentöten ab und wünschen sich klare Informationen

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentralen von Dezember 2020 zeigt, dass die Mehrheit der befragten Personen Kükentöten ablehnt. Sie wollen außerdem deutlich erkennen, was hinter Hinweisen wie "ohne Kükentöten" steckt.
Grafik zu Abogebühren trotz Kündigung bei AlleAktien

Trotz Kündigung: AlleAktien zieht weiterhin Geld ein

Verbraucher:innen berichten, dass das Aktienanalyse-Unternehmen AlleAktien teilweise Gebühren für nie abgeschlossene oder längst gekündigte Premium-Mitgliedschaften einziehe. Das können Betroffene tun.
Hausfront mit mehreren Balkonen mit Steckersolarmodulen

Neue Gesetze und Normen für Steckersolar: Was gilt heute, was gilt (noch) nicht?

Für Balkonkraftwerke gelten zahlreiche Vorgaben, die politisch oder technisch definiert sind. Was ist heute erlaubt und was nicht? Verschaffen Sie sich einen Überblick über Änderungen und Vereinfachungen.
Dämmung Dachgeschoss Haus

Kühle Räume trotz Hitze: Sommerlicher Wärmeschutz bei Gebäuden

Im Sommer passiert es ziemlich schnell: Kaum klettern draußen die Temperaturen, macht sich dies auch in den eigenen vier Wänden bemerkbar. Besonders im Dachgeschoss kann es unerträglich heiß werden. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale gibt Tipps zur Vorsorge.
Eine Frau steht vor einem geöffneten Paket mit Produkten und verweigert die Sendung

Vorsicht bei untergeschobenen Verträgen von Pflegehilfsmittelboxen

Verbraucher:innen berichten, dass ihnen telefonisch Verträge für sogenannte kostenlose Pflegehilfsmittelboxen angeboten wurden. Die Kosten übernimmt die Pflegekasse aber nur, wenn sie einen anerkannten Pflegegrad haben. Lehnt die Pflegekasse ab, können Verbraucher:innen auf den Kosten sitzenbleiben.