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Hype um Debitkarte von Trade Republic: Was ist dran?

Stand:
Über eine Million Interessierte stehen angeblich auf einer Warteliste, um die neue Debitkarte von Trade Republic zu ergattern. Wir erklären, was hinter dem Hype steckt und worauf Verbraucher:innen achten sollen.
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Trade Republic ist eine Bank, die sich auf die preiswerte Abwicklung von Wertpapierorders spezialisiert hat. Aktuell wirbt sie für ihre neue Bezahlkarte mit „1 Prozent Saveback beim Bezahlen“ und „4 Prozent Zinsen auf Dein Cash“. Die Marketingkampagne ist ein Lehrstück für den Umgang mit Lockvogelangeboten. Ob es sich lohnt, muss jeder selbst entscheiden. Wichtig ist aber, dass die Bedingungen klar sind.

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Jeder kennt die Sternchen in der Werbung. So ein Sternchen ist ein sicherer Hinweis: „Achtung, es gibt da ein paar Einschränkungen“. Trade Republic warb ohne das Sternchen, Einschränkungen gibt es trotzdem. Diese stehen in den Allgemeine Geschäftsbedingungen sowie den „Häufigen Fragen“ auf der Internetseite der Bank.

In den AGB steht: die 4 Prozent Zinsen gibt es nur bis 50.000 Euro Guthaben. Beträge darüber werden nicht verzinst. Außerdem kooperiert Trade Republic mit verschiedenen Banken, sodass für die Einlage neben der deutschen Einlagensicherung auch die irische Einlagensicherung in Frage kommen kann. Und die ist unseres Erachtens nicht gleich sicher wie die hiesige.

Um die Bedingungen des Saveback zu finden, muss man auf der Internetseite ans Ende herunterscrollen, auf „Rechtliches“ und dann auf „Kundenvereinbarung“ klicken. Dort stehen dann auf Seite 68 von 70 die Details zum Saveback: Wer mit der Debitkarte im Handel bezahlt, erhält ein Prozent des Umsatzes erstattet. Die Erstattung geht auf einen Sparplan, der zuvor mit mindestens 50 Euro monatlich anzulegen ist. Nicht für jede Nutzung der Debitkarte wird der Saveback gewährt, die Bonifikation ist auf 15 Euro monatlich begrenzt und kann jederzeit mit Frist von zwei Wochen gekündigt werden.

Unsere Kritik

Trade Republik lockt mit Werbeversprechen, ohne direkt auf wesentliche Einschränkungen hinzuweisen. Solche Einschränkungen sind natürlich zulässig, aber es muss schon in der Werbung erkennbar darüber informiert werden. Wenn nicht, klingt das Angebot verlockender, als es tatsächlich ist und täuscht Verbraucher:innen über den Umfang oder Inhalt der versprochenen „Geschenke“. Das finden wir irreführend und haben daher rechtliche Schritte gegen die Werbung eingeleitet. Außerdem: Lebensrealität ist, dass nicht jeder vor Vertragsschluss das gesamte Kleingedruckte auf Fallstricke hin studieren wird geschweige denn möchte. An die üblichen Gepflogenheiten für Marketingaktionen zur Kundengewinnung muss sich auch Trade Republic halten. Dafür setzen wir uns ein.

Zinsvergleiche zeigen: ein Zinssatz von 4 Prozent für eine täglich verfügbare und im Zweifel nur über die irische Einlagensicherung abgesicherte Einlage ist derzeit ein guter Zins, aber so groß ist der Abstand zu den Mittbewerbern dann auch nicht. Andere Banken mit ausländischer Einlagensicherung bieten 3,9 Prozent, und die hiesigen Mittbewerber mit deutscher Einlagensicherung werben in zeitlich befristeten Neukundenaktionen mit bis zu 3,8 Prozent Zinsen. Eine kostenlose Debitkarte bieten heutzutage übrigens nahezu alle größeren Online Banken an, wenngleich auch hier meist einige Bedingungen wie ein regelmäßiger Geld- oder Gehaltseingang erfüllt sein müssen. Bei Trade Republic ist nur die virtuelle Karte kostenlos, die Plastikkarte kostet einmalig 5 Euro und die Ausführung als „Spiegelkarte“, eine optische Spielerei, bei der man sich in der Karte spiegeln kann, sogar 50 Euro. Auch werden ETF Sparpläne bei diversen Banken heutzutage ohne Orderprovision angeboten.

Wer sowieso einen Sparplan anlegen möchte, kann von dem Angebot von Trade Republic profitieren und den einen oder anderen Euro monatlich zusätzlich sparen. Andere Banken bieten andere Bonifikationen, von Cashback bei Käufen in Partnershops über Payback Punkte bis zu Tankrabatten. Die Banken geben hier nur einen Teil der Erlöse weiter, die sie vom Handel kassieren, wenn Verbraucher:innen mit Karte bezahlen.

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