Kostenloses Online-Seminar "Schritt für Schritt zum ETF – So setzen Sie Ihre Anlagestrategie um" am 30. April um 18 Uhr. Jetzt hier anmelden.

Erfolg gegen Wiesenhof

Pressemitteilung vom
Verbraucherzentrale Baden-Württemberg geht gegen irreführende Werbung mit Regionalität vor
Schmuckbild

Im Onlineshop von Rewe wurden verschiedene Wiesenhof-Wurstprodukte mit dem Hinweis „von regionalen Höfen“ auf der Verpackung angeboten. Da die Produkte deutschlandweit erhältlich sind, kann aus Sicht der Verbraucherzentrale nicht gewährleistet werden, dass sie tatsächlich aus der Region der jeweiligen Käufer:innen stammen. Nachdem die in Anspruch genommene Wiesenhof Geflügel-Kontor GmbH ("Wiesenhof") vor dem Landgericht Oldenburg zunächst Recht bekommen hatte, gab das Oberlandesgericht Oldenburg der Verbraucherzentrale vollumfänglich Recht (Az. 6 U 23/25, nicht rechtskräftig).

Off

„Werbung darf nicht irreführend sein“, sagt Gabriele Bernhardt, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, „dagegen hat die Wiesenhof Geflügel-Kontor GmbH mit ihrer Werbung für Geflügelwurst klar verstoßen.“ Das sah das Oberlandesgericht Oldenburg in zweiter Instanz ebenso: Wenn das Geflügelfleisch – wie im vorliegenden Fall – aus unterschiedlichen Regionen stammt, kann nicht sichergestellt werden, dass das Produkt auch aus der jeweiligen Region stammt, in der es verkauft wird. Die Bewerbung mit dem Versprechen „von regionalen Höfen“ ist daher irreführend.

In erster Instanz hatte das Landgericht Oldenburg noch zugunsten von Wiesenhof entschieden und die Werbung als zulässig eingestuft. Der Grund: Eine Irreführung sei nicht nachgewiesen, da der regionale Bezug auch zufällig zutreffen könne. „Hier hat das OLG klargestellt, dass der Werbeclaim „von regionalen Höfen“ nicht verwendet werden darf, da eine Irreführung der Verbraucher:innen grundsätzlich möglich ist und nicht ausgeschlossen werden kann“, erklärt Bernhardt. 

Markeninhaber ist für Werbung verantwortlich

Wiesenhof hatte sich außerdem darauf berufen, nicht dafür verantwortlich zu sein, wie andere Anbieter – in diesem Fall Rewe – für ihre Produkte werben. Auch dieser Argumentation widersprach das OLG: Da die beklagte Wiesenhof-Gesellschaft für das Marketing des Konzerns zuständig sei, hätte sie ihre Marke für diese Art von Werbung nicht zur Verfügung stellen dürfen und sei sehr wohl für die Irreführung verantwortlich. Der Claim ist laut Urteil des OLG „so offensichtlich irreführend, dass schon die bloße Kenntnis von seiner Verwendung die Beklagte zur Prüfung und zum Eingreifen veranlassen musste.“ 

Auch Rewe als Betreiberin des Online-Shops hatte die Verbraucherzentrale in die Verantwortung genommen und vor dem Landgericht Köln ein Anerkenntnisurteil in ihrem Sinne erhalten (Az. 84 O 68/24)

Gabriele Bernhardt zeigt sich mit dem Urteil zufrieden, fordert jedoch auch gesetzliche Regelungen. „Uns erreichen regelmäßig Verbraucherbeschwerden zu irreführenden oder falschen Angaben zur Regionalität von Lebensmitteln“, sagt die Juristin, „es braucht klare Regeln und Definitionen, was ‚regional‘ bedeutet – erst dann können Verbraucher:innen sich beim Einkauf auf die Angaben wirklich verlassen.“

Hinweis: Die Meldung wurde am Dienstag, 8. Juli, geändert. 

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
Ein Glas cremige Sojamilch steht im Zentrum dieser hellen, minimalistischen Komposition auf einem weißen Stoffuntergrund, während ein darüber balancierter Holzlöffel eine Häufung runder, gelblicher Sojabohnen präsentiert. Die sanfte Beleuchtung in warmen Beigetönen betont die natürliche Textur der Zutaten, die durch weitere dekorativ verstreute Bohnen im weichgezeichneten Hintergrund ergänzt werden.

Mythen, Risiken und Chancen: Soja im Faktencheck

Verbraucherzentralen ordnen Sorgen und Hoffnungen rund um den Verzehr von Soja ein
Schmuckbild

Weitere Rentenfaktorklauseln vor Gericht

Verbraucherzentrale hat Klage gegen Allianz und R+V eingereicht
Eine ältere Frau sitzt im Rollstuhl und wird von einem jungen Mann angeschoben

Pflege zuhause organisieren

Viele Angehörige fühlen sich mit der Pflegesituation zunächst überfordert. Oft unerwartet ist z.B. die Mutter oder der Vater, die Partnerin oder der Partner auf Pflege angewiesen. Was in dieser Situation für alle Beteiligten wichtig ist, erläutern wir in diesem Podcast.
Mehrere Steckdosen in der Wand, teils mit Steckern

Zu hohe Stromkosten? So gelingt der Anbieterwechsel

Verbraucherzentrale erklärt Schritt für Schritt, wie Verbraucher:innen einfach und sicher wechseln können.
Schmuckbild

Doppelter Ärger nach falschem Jobangebot

Ein Verbraucher erhält Rechnungen und Mahnungen für zwei Mobilfunkverträge, die er nicht abgeschlossen hat. Sein Verdacht: Bei einem falschen Bewerbungsgespräch haben Kriminelle seine Daten geklaut.