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Nahrungsergänzungsmittel der Firma Asea - 200 Euro für 4 Liter Salzwasser?

Stand:
Wie glaubwürdig ist die Werbung über angeblich bahnbrechende Wirkungen der Produkte auf den Zellschutz?
Off

Frage:

Mich interessieren die Produkte der Firma ASEA... "Wasser", Creme und Kapseln.
Es werden bahnbrechende Erkenntnisse und Wirkungen ausgelobt; z.B.: REDOX-Signalmoleküle greifen in die Zellen ein und verbessern faktisch alles... Prellungen, Ausdauer, Krebs, ...
Wie glaubwürdig sind solche Auslobungen?
Was ist hierzu über Wirkungen und Nebenwirkungen bekannt?
Wenn es solch ein Durchbruch für die Menschheit ist (wie ausgelobt), dann sollte das Bundesministerium für Gesundheit diese Entdeckung und Entwicklung zügig aufgreifen?!!

Antwort:

Wir sind wie Sie der Meinung, dass es sich bei der Werbung mit „Redox-Signalmolekülen“ um fragwürdige Werbung für mehr als zweifelhafte und stark überteuerte Produkte handelt.
Wir können von der Verwendung dieser Produkte nur abraten. Das Geld kann besser in qualitativ hochwertige Lebensmittel (wie frisches Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte) gesteckt werden, die wirklich zum Zellschutz beitragen.

Bei den Produkten der Firma Asea handelt es sich um mehrere Nahrungsergänzungsmittel (wie Kapseln oder Drink), die schon seit einigen Jahren im Direktvertrieb und mittels Netzwerkmarketing vertrieben werden.

Der „Asea Drink“ besteht aus „Wasser und Natrium-Chlorid“, von dem 120 ml pro Tag getrunken werden sollen – knapp vier Liter werden für knapp 200 Euro angeboten! Der Natrium-Chlorid-(Kochsalz-)Gehalt beträgt laut Anbieter etwa 2,7 Gramm pro Liter. Nach Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung sollten Nahrungsergänzungsmittel weder Natrium noch Chlorid enthalten.

Es wird mit dubiosen „Redox Signal Molekülen“ (ein angeblich „wichtiger Bestandteil des Körpers“) geworben – aber nirgends erläutert, worum es sich dabei genau handelt. Angeblich soll mit ihrer Hilfe die „Kommunikation zwischen den Zellen“ und die „angeborene Fähigkeit des Körpers, sich selbst zu regenerieren“, verstärkt werden.
Für diese Behauptungen gibt es keine seriösen wissenschaftlichen Belege.

Was "Mikronährstoffe auf Vollwertbasis" sein sollen, die angeblich in den Kapseln stecken, erschließt sich uns ebenfalls  nicht, denn im Gegensatz zu unverarbeiteten, vollwertigen Lebensmitteln bleiben bei aus Lebensmitteln isolierten Nährstoffen immer Substanzen auf der Strecke. Das heißt, bei weitem nicht alles, was in einem Apfel steckt, findet sich später auch in einer Kapsel wieder. Und diese isolierten Nährstoffe sind synthetischen Nährstoffen nicht überlegen.

Ebenso ist unklar, was eine "geschützte Nährstoffmischung" (aus Vitaminen, Mineralstoffen, Phytonährstoffen, organischen Superfoods, Spurenelementen und Enzymen) oder ein „geschützter Source Komplex“ sein sollen.

Im Infoflyer, der sich auf der Anbieter-Homepage herunterladen lässt, wird behauptet, dass „selbst die sorgfältigste Auswahl an Lebensmitteln“ einen „vielleicht nicht mit den notwendigen Nährstoffen versorgen“ könne, um gesund zu bleiben. Nahrungsergänzungsmittel könnten eine Möglichkeit bieten, um diese Lücken auszugleichen. Eigentlich ist eine solche Aussage nach § 4 (4) der Nahrungsergänzungsmittel-Verordnung verboten.
Aus Sicht der Verbraucherzentrale sollten Menschen, die unsicher sind, ob sie ausreichend mit Nährstoffen versorgt sind und eventuell ein Nahrungsergänzungsmittel benötigen, Rat in der Hausarztpraxis oder bei einer Ernährungsberatung suchen.

Diese Checkliste hilft Ihnen: Nahrungsergänzungsmittel - ja oder nein

Die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter Karlsruhe und Stuttgart hatten 2014 und 2015 Proben von Nahrungsergänzungsmitteln mit angeblichen Redox-Signalmolekülen untersucht, in denen lediglich Wasser und Natriumchlorid enthalten sein sollten. Die Proben wurden als inakzeptabel für den Menschen beurteilt, da sie mit erheblichen Mengen an Chlor und Trihalogenmethanen verunreinigt waren sowie hohe Chlorat- und Perchloratgehalte aufwiesen. Die gesundheitlichen Wirkversprechen zur „Redoxwirkung“ wurden als „in hohem Maße irreführend“ bezeichnet, auch sei die Bezeichnung „Nahrungsergänzungsmittel“ nicht gerechtfertigt.

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