Menü

Digital-TV in HD-Qualität: die verbraucherunfreundliche Strategie HD+

Stand:

ARD und ZDF bieten all ihre Programme - Das ERSTE, ZDF, 3 Sat, die "Dritten", Kika und die Digitalkanäle wie Tagesschau24.de, Einfestival, ZDFneo etc. - grundsätzlich unverschlüsselt an. Gleiches gilt auch für den deutsch-französischen Gemeinschaftssender arte.

Off

Die HD-Versionen der Öffentlich-Rechtlichen lassen sich mit allen HD-Sat-Receivern ohne zusätzliche Kosten nutzen. Mit HD-Sat-Receiver aber auch alle Sender empfangen werden, die nicht in HD, sondern nur in Standardqualität (SD-Qualität) verbreitet werden.

Die Programme der RTL- und der ProSieben.Sat1-Gruppen sowie eine Reihe anderer Sender strahlen ihre HD-Versionen allerdings nur verschlüsselt aus. Dies erfolgt auf der so genannten HD+ Plattform, die von der Firma HD+ GmbH, einer Tochter des Satelittennetzbetreibers SES ASTRA betrieben wird.

Derzeit werden über die HD+-Plattform 20 Privatsender in HD-Qualität verbreitet.

Wer auf die HD-Versionen dieser werbefinanzierten Privatsender Wert legt, muss auf spezielle Eigenschaften des Sat-Receivers, erkennbar am Logo HD+ achten und zur Entschlüsselung eine spezielle Smartcard der Firma HD+ GmbH nutzen.

Alternativ ist auch die Verwendung eines CI+-Moduls mit HD+-Smartcard möglich.

Der HD-Empfang der Sender, die über die HD+-Plattform verbreitet werden, ist nach Erstkauf zunächst für 12 Monate kostenfrei. Anschließend verlangt die HD+ GmbH für die Verlängerung oder den Neukauf der notwendigen Smartcard aktuell 70 bis 75 Euro pro Jahr.

Auf diese kostenpflichtige Verlängerung kann man allerdings problemlos verzichten, wenn man zu den unverschlüsselt ausgestrahlten SD-Versionen der "Privaten" wechselt.

HD-Sat-Receiver werden oft auch in Kombination mit einem Festplattenrecorder angeboten, der entweder direkt eingebaut ist oder per USB-Kabel angeschlossen werden kann (PVR ready - Private Video Recording). Dabei ist bei Aufzeichnung und Wiedergabe der verschlüsselten HD-Programme über die HD+-Plattform mit verbraucherunfreundlichen Nutzungseinschränkungen zu rechnen. So können aufgezeichnete Programme in der Regel nicht vorgespult werden. Auch kann die Aufzeichnung eines HD-Programms vom Sender völlig unterbunden sein. Bei Verwendung eines CI+-Moduls sind Aufzeichnungen grundsätzlich nicht möglich.

Auch hier ist der Wechsel auf die unverschlüsselt verbreiteten SD-Versionen eine interessante Alternative: sie können ohne Einschränkungen aufgezeichnet und wiedergegeben werden.

Die Verbraucherzentrale spricht sich gegen die Verschlüsselung werbefinanzierter Vollprogramme aus, unabhängig vom Übertragungsstandard (HD bzw. SD) und vom Übertragungsweg (Terrestrik – Kabel – Satellit – Internet).