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Privatsender über DVB-T2 kosten 69 Euro im Jahr

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Am 29.März 2017 startete der Regelbetrieb von DVB-T2 in vielen Regionen.
  • Die nächste "Umstellungswelle" findet am 8.November 2017 statt. Hiervon betroffen sind die Regionen rund um Koblenz, Freiburg, Kassel und Dresden.
  • Mit passenden Receivern lassen sich ca. 20 öffentlich-rechtliche Fernsehsender, sowie circa 20 Privatsender empfangen.
  • Alte Antennen können auf jeden Fall weiterverwendet werden.
  • Ab dem jeweiligen Umstellungsdatum gelten Gebühren von 69 Euro pro Jahr (bzw. 5,75 Euro pro Monat) und pro Gerät für die Privatsender.Das alte DVB-T wird schrittweise abgeschafft. Jedoch sind durch den Kauf der Entschlüsselungshardware (Receiver oder CI+ Modul) die ersten drei Monate kostenfrei.

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In 18 Ballungsgebieten, die sich über alle Bundesländer erstrecken, war am 31. Mai 2016 der Testbetrieb von DVB-T2 gestartet. Zunächst können sechs Sender empfangen werden, in diesem Zeitraum bleibt das für Verbraucher – bis auf die Anschaffungskosten für Receiver oder das Entschlüsselungsmodul (CI+) - noch kostenlos.

Mit Beginn des Regelbetriebes am 29.März 2017 begann auch die Kostenpflichtigkeit der Privatsender. Mit dem Kauf der Entschlüsselungshardware erwirbt der Käufer auch automatisch einen Nutzungsgutschein für drei Monate, so dass die erste kostenpflichtige Verlängerung somit ab Juli 2017 notwendig war. Hierzu muss man beim Pay-TV Anbieter "Freenet TV" 69 Euro für die Freischaltung der Privatsender bezahlen. Die Freischaltung gilt für ein Jahr und pro Gerät. Rund 20 private Sender wie RTL, ProSieben, SAT.1 und VOX sind damit zu empfangen. Inzwischen gibt es auch ein Abomodell, bei dem monatlich per Lastschrift bezahlt werden kann. Hier sind 5,75 Euro pro Monat fällig.

Haben Sie mehrere Fernseher etwa in Wohn- und Kinderzimmer, müssen Sie für jeden Receiver bzw. jedes Entschlüsselungsmodul bezahlen, um die Privaten zu empfangen. Sonst müssten Sie das Gerät, das das Signal entschlüsselt, jedes Mal an den passenden Fernseher anschließen. Für Zweit- und Drittgeräte soll es zukünftig einen Rabatt von rund 20 Prozent geben.

Zum Empfang benötigt wird ein neuartiger DVB-T2-Receiver. Sowohl die alten externen DVB-T-Empfangsgeräte als auch in ältere Fernseher integrierte Lösungen lassen sich nicht auf DVB-T2 umstellen.

Bessere Bildqualität für HD-Standard

Ziel der Umstellung ist eine Anpassung an die heute weit verbreiteten großen Flachbildfernseher. Dafür werden die Programme per DVB-T2 "hochauflösend" im HD-Standard ("High Definition") verbreitet. Weiterhin wird durch ein neues Kompressionsverfahren auch die Anzahl der Programme erhöht werden.

Set-Top-Boxen und Flachbildfernseher, die für den DVB-T2-Empfang in Deutschland geeignet sind, werden im Handel mit dem grün-weißen DVB-T2-HD-Logo gekennzeichnet sein.

 

DVB-T2 Gebiet

Programme der öffentlich-rechtlichen Sender bleiben frei

Für den Empfang der privaten, werbefinanzierten Fernsehsender sind dabei Geräte erforderlich, die auch mit verschlüsselten Programmen umgehen können. Die Programme der öffentlich-rechtlichen Sender werden grundsätzlich unverschlüsselt übertragen.

Wollen Sie nur die öffentlich-rechtlichen Sender über DVB-T2 empfangen, brauchen Sie eine Antenne und einen entsprechenden Receiver. Die Privatsender entschlüsselt ein so genanntes CI+ Modul. Im Handel gibt es Kombigeräte, die mehrere Funktionen übernehmen - und auch bei einigen Fernsehern gibt es integrierte Lösungen.

Am 29.03.2017 wird DVB-T2 dann zunächst in den Ballungsgebieten in vollem Umfang auf Sendung gehen. Gleichzeitig erfolgt die DVB-T Abschaltung. Einen Parallelbetrieb wird es nicht geben. Lediglich im Sendegebiet des NDR werden vereinzelt noch für einen kurzen Zeitraum etwa 3-4 öffentlich-rechtliche Fernsehprogramme über DVB-T empfangbar sein.

Wer über eine Dach- oder Außenantenne verfügt, kann diese genauso weiter nutzen wie die weit verbreiteten kleinen Zimmerantennen. Dach- oder Außenantennen werden aber immer eine stabilere Empfangssituation auch in größeren Entfernungen von DVB-T2-Sendern gewährleisten.