Menü

Thermostate

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Dank Thermostaten steuern Heizkörper genau die gewünschte Raumtemperatur an. Wer sie richtig nutzt, kann Energie sparen.
  • Ob von Hand zu drehende, programmierbare oder über WLAN steuerbare Heizkörperthermostate empfehlenswert sind, hängt vom Alltag der Nutzer und dem Wunsch nach Komfort ab.
  • Vorhandene Heizungsthermostate können auch Laien wechseln und so zum Beispiel selbstständig auf programmierbare Geräte umsteigen.
On

Standard-Thermostat an der Heizung
Foto: Andrey Popov /Fotolia.com

Arten von Thermostaten

Standard-Thermostate

Mit Standard-Thermostaten wird die gewünschte Raumtemperatur an jedem Heizkörper einzeln von Hand eingestellt. Dies geschieht anhand der Stufen 1 bis 5. Stufe 3 ist dabei gleichbedeutend mit rund 20 Grad, wer Stufe 5 nutzt, steuert 28 Grad an. Der Abstand zwischen zwei Stufen beträgt etwa 4 Grad, die kleineren Striche dazwischen markieren Unterschiede von jeweils einem Grad.

Ein Vorteil der Standard-Thermostate sind die geringen Kosten und die einfache Handhabung. Allerdings müssen die Geräte für ein energiesparendes Heizen immer wieder von Hand herauf- und heruntergeregelt werden.

Programmierbare Thermostate

Programmierbare Thermostate sind kleine Geräte, die statt der Standard-Thermostate an die Heizkörper montiert werden. Sie messen die Raumtemperatur und steuern das Heizkörperventil mit einem elektrischen Stellantrieb. Es bleibt aber jederzeit möglich, von der Programmierung abzuweichen und von Hand eine andere Temperatur zu wählen.

An programmierbaren Thermostaten wird eingestellt, zu welchen Zeiten der Heizkörper welche Temperatur ansteuern soll. Passend zu ihrem Alltag können die Bewohner so bequem festlegen, wann welcher Raum wie warm sein soll. Zu Zeiten, in denen sie für gewöhnlich nicht zu Hause sind, bleibt die Wohnung zum Beispiel kühler. Das spart Energie. Rechtzeitig zum Feierabend wird es dann wieder wärmer.

Anbringen an allen Heizkörpern möglich

Programmierbare Heizkörperthermostate können grundsätzlich an allen Heizkörpern angebracht werden. Meist liegen den Geräten mehrere Adapter für unterschiedliche Befestigungsarten bei.

Mit Strom werden die Thermostate in der Regel über Batterien versorgt, die etwa alle ein bis zwei Jahre ersetzt werden müssen. Manche Produkte können auch auf Batterien verzichten. Sie gewinnen die benötigte Energie aus der Umgebungswärme oder dem Umgebungslicht.

Energie sparen

Mit programmierbaren Thermostaten lässt sich zumindest sicherstellen, dass keine Energie verschwendet wird. Ob das eine Einsparung bedeutet, hängt vom vorherigen Heizverhalten hat: Wem es zum Beispiel bislang zu lästig war, die Heizung morgens vor dem Verlassen des Hauses herunterzudrehen, der wird einen finanziellen Effekt bemerken. Wer aber bisher schon immer gewissenhaft heruntergedreht hat, gewinnt vor allem an Komfort.

Unterschiede zwischen den Modellen

Die Modelle unterscheiden sich darin, wie viele verschiedene Tagesprofile sich einstellen lassen, zum Beispiel für Arbeitstage, Samstage und Sonntage. Auch die Zahl der unterschiedlichen Heizphasen pro Tag ist unterschiedlich. Wer die Temperatur mehrfach am Tag hoch- und wieder herunterfahren möchte, braucht entsprechend viele Phasen. Zudem ist zu überlegen, ob eine Komfort- und eine Absenktemperatur ausreichen, oder feinere Wärme-Abstufungen gewünscht sind. Manche Thermostate erlauben auch mehrere Wochenprofile, was vor allem für Arbeitende im Schichtdienst vorteilhaft ist.

Die meisten programmierbaren Thermostate werden direkt am Heizkörper bedient. Es gibt aber auch Varianten, die eine Einstellung per Funk, zum Beispiel über eine App im Smartphone, ermöglichen.

Manche programmierbare Thermostate regeln bei schnellem Temperaturabfall den Heizkörper automatisch für eine bestimmte Zeit ab. So wird verhindert, dass während des Lüftens Energie verschwendet wird. Dies ist eine starre Regelung: Im Zweifelsfall pausiert die Heizung 20 Minuten, obwohl das Fenster nach fünf Minuten wieder geschlossen wurde oder springt wieder an, obwohl das Fenster noch offen ist.

Flexibler sind Thermostate, die mit separaten Fensterkontakten kombiniert werden. Diese erkennen zuverlässig, wann Türen oder Fenster geöffnet und geschlossen werden und regeln entsprechend herauf oder herunter. Solche Lösungen gibt es einzeln oder als vernetztes Element im Smart Home.

Manche programmierbare Thermostate lassen sich nachträglich in ein sogenanntes Smart Home einbinden. Wer eine solche spätere Vernetzung mit anderen Anwendungen in Erwägung zieht, sollte beim Kauf auf diese Möglichkeit achten.

Viele programmierbare Thermostate haben einen Schutz gegen Festsetzen des Ventils bei längerem Stillstand. Diese Funktion arbeitet meist unbemerkt vom Nutzer automatisch wöchentlich. Viele Modelle schützen auch Heizkörper im Keller vor dem Einfrieren.

Die Preisspanne ist groß. Die einfachsten Modelle kosten heute kaum noch mehr als die von Hand zu bedienenden Standard-Thermostate. Sie sind ab etwa 10 Euro erhältlich. Modelle mit mehr Funktionen oder zum Beispiel Fensterkontakten sind allerdings um einiges teurer. Hier gibt es Lösungen ab 35 Euro für das Thermostat und 25 Euro für den Fensterkontakt.

Wie funktioniert eigentlich ein Thermostatventil?

Das Thermostatventil am Heizkörper besteht aus einem Ventil und einem Thermostat. Das Thermostat regelt die Öffnung des Ventils abhängig von der Raumtemperatur.

Im Detail funktioniert das wie folgt: Wie heiß ein Heizkörper wird, hängt davon ab, wie viel heißes Wasser sein Ventil in ihn hineinströmen lässt. Das regelt ein kleiner Stift. Wird er in Richtung des Heizkörpers hineingedrückt, verkleinert sich die Öffnung des Ventils. Es fließt also weniger Heizwasser hinein.

Das Thermostat übt bei unterschiedlichen Raumtemperaturen unterschiedlich starken Druck auf diesen Stift aus. So steuert es den Heizkörper. Das funktioniert, weil in dem Thermostatkopf ein Gas oder eine Flüssigkeit ist. Im weiteren Beispiel gehen wir von einem Modell mit Gas aus. Dieses Gas dehnt sich aus, wenn es wärmer wird, und zieht sich zusammen, wenn es abkühlt. Je wärmer es also im Raum wird, desto mehr Druck übt das sich ausdehnende Gas im Thermostat auf den Stift am Ventil aus. Das Ventil schließt sich entsprechend, der Heizkörper wird kühler. Fällt die Temperatur wieder, zieht sich das Gas zusammen, und das Thermostatventil öffnet sich wieder - es wird wieder mehr geheizt.

Bei welcher Temperatur das Ventil schließt, hängt von der Einstellung des Thermostats ab. Wer ein Standard-Thermostat dreht, merkt, dass es auf Stufe 5 am weitesten vom Heizkörper entfernt ist. Das bedeutet: Je höher die eingestellte Temperatur ist, desto stärker muss sich das Gas im Heizkörperthermostat ausdehnen, um den Stift zu drücken und das Ventil zu schließen. Es muss also wärmer werden, um das zu erreichen. Deshalb wird bis zu einer höheren Raumtemperatur geheizt.

Wie nutzt man Heizkörperthermostate richtig?

Das Drehen an einem Thermostatventil ist nicht vergleichbar mit dem Öffnen und Schließen eines einfachen Wasserhahns. Deshalb macht es auch keinen Sinn, ein Thermostat auf Stufe 5 oder 28 Grad zu stellen, um einen ausgekühlten Raum schneller zu erwärmen. Besser ist es, immer die wirklich gewünschte Temperatur einzustellen, zum Beispiel 20 Grad oder Stufe 3. Denn so lange der Raum kühler ist, wird das Ventil automatisch geöffnet. Ist sie aber erreicht, wird automatisch abgeriegelt und keine Heizenergie verschwendet.

Damit ein Thermostat einen Heizkörper richtig steuern kann, darf es nicht durch Vorhänge oder Möbel verdeckt werden. Sonst sammelt sich um den Heizkörper heiße Luft und das Thermostat regelt die Heizung herunter, bevor der Rest des Raumes warm ist. Lässt sich das Verdecken des Heizungsthermostats nicht vermeiden, können Thermostate mit Fernfühler eine Lösung sein. Sie erlauben die Messung der Raumtemperatur in einiger Entfernung vom Heizkörper.

Sind mehrere Heizkörper in einem Raum montiert, sollten die Thermostate alle auf dieselbe Temperatur eingestellt werden. Sonst versucht recht bald nur noch der Heizkörper mit der höchsten Einstellung einsam, sein Ziel zu erreichen, während die anderen längst komplett abgeschaltet haben.

Wie spart man mit Thermostaten Energie?

Die Vorwahl der genauen Wunschtemperatur verhindert das Überheizen und damit Energieverschwendung.

Wer die Temperatur nachts oder vor Verlassen der Wohnung herunterregelt, spart zudem jedes Mal sofort Energie. Jedes Grad weniger entspricht ungefähr einer Einsparung von sechs Prozent. Hier darf allerdings nicht übertrieben werden: 16 Grad oder Stufe 2 sollten auch in ungenutzten Räumen das Minimum sein. Sonst droht schnell Schimmelbildung.

So lange ein Raum gelüftet wird, kann der Heizkörper eine Pause machen und abgestellt werden. Sonst arbeitet die Heizung vergeblich stark gegen die kühle Zugluft an. Unter anderem deshalb ist eine kurze, gründliche Stoßlüftung besser als eine dauerhafte Kipplüftung.

Was tun, wenn das Heizungsthermostat streikt?

Wenn sich ein Thermostat nur noch sehr schwer bewegen lässt, ist es wahrscheinlich defekt und muss ausgetauscht werden. Ein klares Zeichen für ein Problem ist es auch, wenn ein Heizkörper nach dem Aufdrehen nicht warm wird oder nach dem Abdrehen nicht auskühlt. Hier ist in vielen Fällen aber gar nicht das Thermostat selbst der Verursacher, sondern das Ventil. Darin kann es mit der Zeit zu Verkalkungen kommen, die die Beweglichkeit des Stiftes einschränken.

Bevor sie einen Fachbetrieb rufen, können Verbraucher deshalb selbst Folgendes probieren: Das Thermostat abmontieren und dann mithilfe eines festen Gegenstandes den Ventilstift hineindrücken. Lässt er sich auch mit einem gewissen Kraftaufwand nicht bewegen oder verändert der Heizkörper trotz Bewegung des Stifts seine Temperatur nicht, müssen Fachleute ran. Oftmals aber nimmt er, einmal frei geworden, danach wieder seinen Dienst auf und das Thermostatventil funktioniert wieder.

Kann jeder seine Thermostate selbst wechseln?

Der Tausch eines Thermostates ist einfach, auch Laien können ihn problemlos durchführen. Benötigt werden je nach Thermostattyp nur eine Wasserpumpenzange oder ein Schraubendreher und ein Paar Handschuhe. Da das Thermostat außerhalb des Rohrsystems aufgeschraubt ist, tritt beim Wechsel kein Wasser aus.

Auch Mieter dürfen grundsätzlich selbst Thermostate austauschen, um zum Beispiel mit programmierbaren Modellen an Komfort zu gewinnen. Sie müssen aber die alten Thermostate aufbewahren, damit sie im Falle eines Auszugs den Ursprungszustand wiederherstellen können.

Sobald nicht nur das Thermostat, sondern das eigentliche Ventil ausgetauscht werden soll, ist der Wechsel ein Fall für den Fachbetrieb.

Was, wenn noch gar kein Thermostatventil installiert ist?

Ist statt eines Thermostatventils noch ein Handventil ohne Skala am Heizkörper montiert, ist ein Austausch vorgeschrieben. Handventile haben keinen Temperaturfühler, sondern öffnen und schließen das Ventil direkt, vergleichbar einem Wasserhahn. Auch wenn der Raum warm genug ist, wird solange weiter geheizt, bis von Hand wieder heruntergeregelt wird. Dadurch wird viel Energie verschwendet.

Der Einbau von Handventilen an Heizkörpern ist seit 1979 verboten. Eigentümer sind verpflichtet, sie durch Thermostatventile zu ersetzen. Diesen Austausch muss allerdings ein Fachbetrieb durchführen, da das ganze Ventil betroffen ist.

Vernetzte Thermostate im Smart Home

Vernetzte Thermostate sind in ein sogenanntes Smart Home eingebunden. Sie werden über eine zentrale Steuereinheit kontrolliert, das "Gateway". So können sie auch mit anderen Geräten wie elektrischen Rollläden oder Bewegungsmeldern kombiniert werden. Die meisten Modelle lassen sich auch von unterwegs über das Internet steuern, können aber auch so eingerichtet werden, dass sie nur lokal über WLAN erreichbar sind.

Das eigentliche Thermostat am Heizkörper funktioniert ähnlich wie beim programmierbaren Thermostat. Die Wunschtemperatur wird aber an der zentralen Steuereinheit oder über PC, Tablet oder Smartphone eingegeben. Neben den Thermostaten können weitere Sensoren die Temperatur überwachen. Manche Systeme lernen mit der Zeit, wie schnell ein Raum die gewünschte Temperatur erreicht und beginnen genau passend mit der Aufheizphase.

Mehr als Heizen

Je nach System können weitere Smart-Home-Elemente an das Gateway angeschlossen und eingebunden werden. Dann können sich zum Beispiel die Fenster je nach Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit öffnen und schließen, oder Bewegungsmelder aktivieren die Heizung in einem Raum. Licht und Musik können bei Verlassen des Hauses automatisch ausgeschaltet werden, oder die Alarmanlage sendet eine Mitteilung an das Smartphone, wenn sie ausgelöst wird. Die Bandbreite an Möglichkeiten ist groß.

Wer mehr möchte, als nur die Heizungssteuerung, sollte sich vor dem Kauf über die Erweiterbarkeit der erhältlichen Systeme informieren. Es gibt nämlich bislang keinen gemeinsamen technischen Standard aller Hersteller, so dass längst nicht alle Komponenten miteinander kompatibel sind. Auch der Check, ob das System und ggf. erforderliche Programme auf dem eigenen Smartphone oder Tablet überhaupt laufen, ist wichtig. Eine langfristige Nutzung gewährleisten Systeme, die auch ohne Internetverbindung funktionieren. Bei diesen können zumindest alle bestehenden Komponenten auch dann weitergenutzt werden, wenn der Hersteller seine Dienste einmal einstellen sollte. Smart-Home-Lösungen sind ab ca. 250 € zu bekommen, einzelne Thermostate kosten knapp 40€.

System vor Zugriff und Datenklau schützen

Gerade im drahtlosen Smart Home müssen die Nutzer ihre Daten und Anwendungen gut vor unbefugtem Zugriff schützen. Deshalb sollten ausschließlich Funksysteme mit verschlüsselter Übertragung genutzt werden. Alle Einstellungen sollten zudem durch ein starkes, regelmäßig geändertes Passwort geschützt sein.