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Stromvertrag oder Gasvertrag: Das ist wichtig

Stand:

Je kürzer die Vertragsbindung, umso flexibler ist der Strom- oder Gaskunde.

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Empfehlenswert sind Vertragslaufzeiten von nicht mehr als einem Jahr sowie kurze Folgelaufzeiten, damit man relativ schnell auf aktuelle Preisentwicklungen reagieren und eventuell zu einem neuen Anbieter wechseln kann. Die Kündigungsfrist sollte nicht mehr als einen Monat betragen. Für den Fall, dass der Strom- oder Gaspreis steigt, muss der neue Versorger ein Sonderkündigungsrecht einräumen.

Bevor Sie einen Strom- oder Gasliefervertrag abschließen, sollten Sie folgende Punkte prüfen:

Hat der Vertrag eine feste Grundlaufzeit?

In der Regel ist es empfehlenswert, sich vertraglich nicht länger als ein Jahr zu binden. So können Sie auf aktuelle Preisentwicklungen reagieren und nach Ablauf der Bindungsfrist ggf. zu einem günstigeren Anbieter wechseln.

Wie geht es nach der Erstvertragslaufzeit weiter?

Die Folgelaufzeit sollte möglichst kurz sein. Wir empfehlen eine Folgelaufzeit von einem Monat. Bei einer langen Folgelaufzeit von z. B. einem Jahr sind Sie bei einer verpassten Kündigung an einen dann eventuell ungünstigen Tarif gebunden.

Wie lang ist die Kündigungsfrist?

Die Kündigungsfrist sollte nicht mehr als einen Monat betragen.

Ist das Datum des Lieferbeginns genannt?

In der Regel wird im Antragsformular kein genaues Datum für den Lieferbeginn genannt, da sich die Versorger wegen des notwendigen Datenaustauschs nicht binden wollen. Der Lieferant muss Ihnen aber unverzüglich mitteilen, ob und zu welchem Termin eine Belieferung erfolgen kann. Der Vertrag sollte daher für Sie ein Rücktrittsrecht vorsehen, wenn die Lieferung nicht innerhalb einer bestimmten Frist (höchstens drei Monate) erfolgt.

Sind alle Preisbestandteile genau aufgeführt?

Die Preise müssen grundsätzlich als Endpreise einschließlich Umsatzsteuer angegeben werden. Dies gilt sowohl für den Grund- als auch für den Arbeitspreis. Entsprechend der gesetzlichen Verpflichtung für die Grundversorgung sollten auch bei Sonderverträgen die einzelnen Preisfaktoren aufgeschlüsselt sein. Prüfen Sie, wann und unter welchen Bedingungen ein etwaiger Bonus oder Rabatt verrechnet wird?

Handelt es sich um einen Tarif mit Preisgarantie für eine bestimmte Zeit?

Auch wenn Sie einen Vertrag mit einem für eine bestimmte Zeit garantierten Preis abschließen, kann dieser eine Klausel enthalten, die dem Anbieter dennoch eine Preisänderung erlaubt, zum Beispiel bei gestiegener EEG-Umlage. Viele Preisanpassungsklauseln hat der BGH jedoch als unwirksam angesehen, so dass es bei einer Preiserhöhung an einer Rechtsgrundlage fehlen kann. In diesem Fall gilt dann der durch die Preisgarantie versprochene Preis. Ob die AGB-Klausel unwirksam ist, muss bei jeder Klausel neu geprüft werden. Abgesehen davon, dass Preisgarantien häufig durch AGB eingeschränkt werden, haben diese den Nachteil, dass Anbieter sie oft nur bei einer langen Vertragsbindung gewähren. Dies kann dazu führen, dass Sie für längere Zeit an denselben Preis gebunden sind und nicht flexibel auf Preisentwicklungen reagieren können.

Handelt es sich um einen Online-Tarif?

Online-Tarife sind kostengünstiger. Sie schließen die Verträge zu solchen Tarifen aber nicht nur online ab, Sie erhalten auch alle wichtigen Informationen wie Rechnungen, Kündigungen und Preiserhöhungen ausschließlich per E-Mail. Es besteht durchaus ein Risiko, dass wichtige Dokumente nicht gelesen werden oder verloren gehen. Zudem muss Ihnen klar sein, dass es bei diesen Tarifen unter Umständen keine Möglichkeit gibt, Fragen oder Probleme im persönlichen Gespräch zu klären.

Übernimmt der neue Energielieferant die Kündigung des alten Vertrags?

In der Regel ja. Sie erteilen dem neuen Lieferanten dafür eine Vollmacht. Kündigen aber auf jeden Fall selbst, wenn Ihr laufender Vertrag kurzfristig gekündigt werden muss, z.B. wenn Sie Ihr Sonderkündigungsrecht wegen einer Preiserhöhung wahrnehmen.

Wie funktioniert das Ablesen des Zählers?

Der Versorger kann die Ablesedaten des Netzbetreibers verwenden, die Messeinrichtungen selbst ablesen oder von Ihnen verlangen, dass Sie das Ablesen übernehmen. In letzterem Fall sollten die Einzelheiten in den AGB geregelt sein. Eine Übermittlung der Daten per E-Mail dürfte genügen.

Sind verschiedene Zahlungsweisen möglich?

§ 41 Abs. 2 Satz 1 EnWG schreibt vor, dass Ihnen der Strom- bzw. Gaslieferant vor Vertragsschluss verschiedene Zahlungsweisen anbieten muss. Damit ist gemeint, dass Sie pro Tarif zwischen mindestens zwei Zahlungsweisen wählen können. Eine Einzugsermächtigung kann der Versorger also nicht zwingend verlangen. Zusätzliche Kosten für die Einzugsermächtigung oder eine Überweisung sind für alle ab dem 13.Januar 2018 geschlossenen Verträge unzulässig. Auch für die Zahlung mittels gängiger Debit- und Kredtikarten, z.B. der Marke „Girocard“, „Mastercard“ und „Visakarten“ dürfen Anbieter kein Entgelt mehr verlangen.

 

Wechsel des Energieversorgers