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Betreutes Wohnen - eine Alternative fürs Wohnen im Alter

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Häufig wird für spezielle Seniorenwohnanlagen so genanntes Service-Wohnen oder Betreutes Wohnen geworben. Bei näherem Hinsehen halten diese Angebote aber nicht immer, was die Hochglanzbroschüren versprechen. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie die richtige Wohnanlage finden.

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Seit einigen Jahren wird für Senioren verstärkt das Betreute Wohnen oder Service-Wohnen angeboten. Das Prinzip dieser Wohnungen ist immer gleich: Neben der Wohnung, die Sie kaufen oder mieten können, werden Ihnen verschiedene Serviceleistungen wie z.B. Hausnotruf, Vermittlung von Hilfeleistungen, Wohnungsreinigung, Mahlzeitendienste, Hausmeistertätigkeiten oder Pflege angeboten.

Was kostet "Betreutes Wohnen"?

Einige dieser Leistungen sind bereits in einer monatlichen Pauschale enthalten, die Sie bezahlen müssen, egal, ob Sie die darin enthaltenen Leistungen nutzen oder nicht. Andere Dienstleistungen können Sie je nach Bedarf abrufen. Diese werden dann gesondert berechnet. Welche Leistungen in der Pauschale enthalten sind und welche Zusatzleistungen angeboten werden, entscheiden die Anbieter.

Was bedeutet "Betreutes Wohnen"?

Da der Begriff "Betreutes Wohnen" nicht geschützt ist, verbergen sich dahinter sehr verschiedene Konzepte. Die Angebote reichen von Wohnungen, die eng an ein Altenheim angegliedert sind und dementsprechende Vor- und Nachteile mit sich bringen, über seniorengerechte Wohnungen im normalen Wohnungsbau, die nur einen Hausmeisterdienst bieten, bis hin zu eher hotelähnlichen Immobilien mit Sauna, Wellness und Auslandsreisen im Angebot. Die Preise schwanken dementsprechend. Um so wichtiger ist es, sich ein Angebot auszuwählen, das den eigenen Bedürfnissen entspricht.

Eine gewisse Orientierungshilfe können Qualitätssiegel bieten. Spezielle Siegel für das Betreute Wohnen gibt es zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg. Seit Herbst 2006 gibt es die DIN Norm 77800 für Betreutes Wohnen, nach der einzelne Wohnanlagen zertifiziert wurden.

Folgende Kriterien sollten Sie bedenken:

  • Die Wohnung, die Wege und gemeinschaftlich genutzte Räume und Freiflächen sollten so gebaut sein, dass auch Personen mit einer Gehbehinderung selbst dorthin gelangen und sich gut bewegen können.

  • Die Wohnung sollte bei Bedarf mit einer Notrufanlage, am besten mit einem Funksystem, ausrüstbar sein, das von allen Stellen der Wohnung ausgelöst werden kann. So können Sie jederzeit Hilfe rufen.

  • Beachten Sie, dass die Wohnung so im Stadtteil liegt, dass Sie auch weiterhin Kontakt zu Angehörigen und Freunden halten und selber Besorgungen machen können.

  • Für Sie wichtige Einrichtungen (z.B. Ärzte, Geschäfte, Grünanlagen, Kirche, Post) sollten von der Wohnung aus gut erreicht werden können.

  • Erkundigen Sie sich nach den angebotenen Serviceleistungen der Wohnanlage! Was brauchen Sie jetzt, was später? Was muss immer bezahlt werden, was nur nach Nutzungsumfang?

  • Verfügt die Wohnanlage ggf. über Kultur- und Freizeitangebote (zum Beispiel Vorträge, Kurse, Konzerte, Spiele, Feste, Cafeteria, Ausflüge)?

  • Fragen Sie, wie die Versorgung bei längerer Pflegebedürftigkeit oder zunehmender Demenz sichergestellt werden kann! Einige Anbieter des Betreuten Wohnens sichern Ihnen umfangreiche Pflege und einen Platz auf Lebenszeit zu; in anderen Wohnanlagen wird bei großem Pflegebedarf vielleicht der Umzug in ein Pflegeheim nötig. Dieses wird teilweise ganz in der Nähe von dem gleichen Träger betrieben.

  • Prüfen Sie, ob der Vertrag die Ihnen zugesicherten Versprechungen enthält und prüfen Sie ihn auch auf Zahlungsmodalitäten und Kündigungsfristen!