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Energy Drinks: Gesundheitsrisiko für Vieltrinker

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) hat in einem wissenschaftlichen Gutachten die Werte für Koffein ermittelt, die gesundheitlich unbedenklich sind.
  • Für gesunde Erwachsene stellen 200 Milligramm Koffein (entspricht 2-3 Tassen Kaffee oder 2,5 Dosen Energy Drink), innerhalb kurzer Zeit getrunken, kein gesundheitliches Risiko dar.
  • Über den Tag verteilt gelten 400 Milligramm Koffein als unbedenklich.
  • Für Kinder und Jugendliche gelten 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag als unbedenklich.
  • Bei Schwangeren und stillenden Frauen ist eine Koffeinmenge bis zu 200 Milligramm über den Tag verteilt für den Fötus und das gestillte Kind unbedenklich.
Mehrere Dosen mit Energydrinks
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Fast 70 Prozent aller Jugendlichen trinken Energy Drinks, und jeder vierte von ihnen mehr, als gesund ist. Aber auch Studenten und Erwachsene greifen zu den koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken, um ihre Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit zu steigern; auf Partys und beim Autofahren sollen sie die Müdigkeit vertreiben.

Was in Energy Drinks drin steckt

Die meisten Energy Drinks schmecken künstlich süß und setzen sich in der Regel aus folgenden Zutaten zusammen:

Wasser, Zucker (zum Beispiel Dextrose, Glucose, Saccharose, Fruktose), Kohlensäure, Koffein, Taurin, Glucuronolacton, Farbstoffe und Aromen. Dabei sorgt das Koffein für die anregende Wirkung, das gilt aber nur für Koffein in Maßen. Je nach Hersteller unterscheiden sich die Getränke durch Pflanzenextrakte wie Mate oder Guarana, verschiedene Aroma- und Farbstoffe.

Hoher Zuckergehalt

Durch den hohen Zuckergehalt enthalten Energy Drinks relativ viele Kalorien, etwa so viel wie Cola-Getränke oder Limonaden. Zwei Dosen dieses Getränks (500 Milliliter) können bis zu 70 Gramm Zucker enthalten, umgerechnet 24 Stück Würfelzucker. Alternativ gibt es zuckerfreie Varianten, die mit Süßstoffen gesüßt sind.

Verbindliche Höchstmengen für Zusätze in Energy-Drinks

Die gesetzlichen Bestimmungen zu Energy Drinks stehen in der Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung. Danach handelt es sich bei Energy Drinks um ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk , das maximal 320 Milligramm Koffein pro Liter enthalten darf. Auch für andere Zutaten gelten Höchstgehalte.

Inhaltsstoff Höchstgehalt (Milligramm je Liter)
Koffein 320
Taurin 4.000
Inosit 200
Glucuronolacton 2.400

Kennzeichnungspflicht bei erhöhtem Koffeingehalt

Beträgt der Koffeingehalt mehr als 150 Milligramm pro Liter, müssen Getränke seit Ende 2014 den Hinweis tragen: "Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen". In Klammern muss der Koffeingehalt in Milligramm pro 100 Milliliter angegeben werden.

Diese Anforderungen gelten auch bei loser Abgabe des Getränkes. Hier müssen die Angaben auf einem Schild auf oder neben der Ware oder in Gaststätten auf der Speise- und Getränkekarte aufgeführt sein.

Die Regelungen für den Koffeingehalt gelten nicht für koffeinhaltige Erfrischungsgetränke auf der Grundlage von Kaffee oder Tee, wenn "Kaffee" oder "Tee" in der Bezeichnung steht. Das ist beispielsweise bei Eistee der Fall.

Gefahren durch Energy Drinks

Eine Dose mit 250 Millilitern enthält 80 Milligramm Koffein, so viel wie eine Tasse Kaffee. Das klingt zunächst harmlos, aber es bleibt oft nicht bei einer Dose. Wenn mehrere Energy Drinks hintereinander getrunken werden, können unerwünschte Wirkungen auftreten.

Dazu gehören unter anderem:

  • Nervosität
  • Schlaflosigkeit
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schweißausbrüche
  • Bluthochdruck
  • Herzrasen
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Herz-Rhytmusstörungen
  • Kreislaufkollaps

Für Kinder und Jugendliche besteht ein gesundheitliches Risiko, wenn sie mehr als 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag aufnehmen. Diese Menge erreicht ein 13-jähriger Junge mit einem Körpergewicht von circa 54 Kilogramm mit 0,5 Liter (zwei Dosen) Energy Drink. Bei Erwachsenen sind Koffein-Einzeldosen von bis zu 200 Milligramm (Tagesdosen bis 400 Milligramm) gesundheitlich unbedenklich. Dies entspricht 2 bis 4 Tassen Kaffee.

Bislang ist noch nicht geklärt, ob die unerwünschten Wirkungen von Koffein durch die Kombination mit anderen Inhaltsstoffen wie Taurin, Guarana oder L-Arginin verstärkt werden.

Weitere Ergebnisse zu den Höchstwerten für Koffein finden Sie bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). finden Sie hier: EFSA erklärt Risikobewertung

Gefährliche Kombination mit Alkohol

Jugendliche und junge Erwachsene trinken Energy Drinks oft schneller und in größeren Mengen. Nach Untersuchungen des Bundesinstituts für Risikobewertung rinken vor allem Männer im Alter zwischen 20 und 25 Jahren große Mengen Energy Drinks, oft gemischt mit Alkohol. Wenn Energy-Drinks mit Alkohol getrunken werden, dann meistens mit Wodka. um den scharfen Geschmack des Alkohols zu reduzieren. In Diskotheken mit langen Wachzeiten können zum Beispiel innerhalb von 24 Stunden bis zu 5 Liter Energy Drinks gemischt mit Alkohol getrunken werden.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Mehr als 52 000 Personen - Erwachsene, Jugendliche und Kinder - aus 16 EU-Mitgliedsstaaten wurden befragt. Jeder dritte Erwachsene in Europa konsumiert danach Energy Drinks, jeder zehnte sogar vier- bis fünf¬mal pro Woche oder öfter. Besonders beliebt sind sie aber bei den 10- bis 19-Jährigen. 68 Prozent der befragten Jugendlichen trinken Energy Drinks, davon jeder zehnte mehrmals pro Woche. Jeder Zweite der Erwachsenen und der Jugendlichen trinkt Energy Drinks zusammen mit Alkohol.

Das Koffein "maskiert" die Wirkung des Alkohols. In Studien wurde beobachtet, dass das Gefühl der Trunkenheit deutlich verringert ist, Müdigkeit und Erschöpfung werden nicht richtig wahrgenommen.. Dies führt zu einer höheren Risikobereitschaft. So verursachten Studenten in den USA, die Energy Drinks gemischt mit Alkohol getrunken hatten, doppelt so häufig Autounfälle.

Es hat mehrere Todesfälle gegeben, die in Zusammenhang mit dem Konsum von Energy Drinks gebracht worden sind, meist in Verbindung mit Alkohol und intensiver Bewegung wie Tanz. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) berichtet in einer Stellungnahme zur Bewertung von Energy Drinks von Fällen mit Herzrhytmusstörungen und Nierenversagen bis hin zu Todesfällen.

Doch ein direkter ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Konsum des Getränks und den Todesfällen ist bisher nicht nachgewiesen. Sollte es einen solchen Zusammenhang geben, müssten Energy Drinks als nicht sichere Lebensmittel eingestuft und der Verkauf generell verboten werden. Warnhinweise zur Kombination mit Alkohol oder Sport sind aber nicht vorgeschrieben.

Forderung nach Verkaufsverbot

Die Verbraucherzentralen fordern aufgrund der EFSA-Bewertung und einer randomisierten, doppelblinden, kontrollierten Cross-over-Studie des David Grand Medical Centers ein Verkaufsverbot an Minderjährige für alle Erfrischungsgetränke mit einem erhöhten Koffeingehalt (über 150 Milligram je Liter. Dazu zählen viele Energy Drinks und einige Colagetränke.

Darüber hinaus halten die Verbraucherzentralen eine bessere Kennzeichnung der Produkte für dringend erforderlich: Der Hinweis "erhöhter Koffeingehalt" ist völlig unzureichend. Der Warnhinweis muss ergänzt werden um die Nebenwirkungen in Kombination mit Alkohol und körperlicher Anstrengung. Auch der Warnhinweis "Für Kinder und schwangere und stillende Frauen nicht geeignet", der inzwischen Pflicht ist, reicht nicht. Diese Hinweise sollten deutlich sichtbar auf der Vorderseite der Produkte stehen!

Koffeingehalte im Vergleich

  • 1 Tasse (150 Milliliter) Kaffee: 50–-100 Milligramm je nach Stärke
  • 1 Espresso: 50–-60 Milligramm
  • 1 Glas (200 Milliliter) Colagetränk: 30 Milligramm
  • 1 Dose (250 Milliliter) Energy Drink: 80 Milligramm Koffein
  • 1 Vollmilchschokolade (100 Milligramm): 3-35 Milligramm

In der Regel wird Kaffee nicht in so großen Mengen getrunken wie Energy Drinks.

Kaffee und Schwarzer Tee in der Schule?

Es gibt keine generelle Altersempfehlung für den Konsum koffeinhaltiger Getränke für Jugendliche. Für Schüler der Oberstufe ist der Kaffeekonsum oft mit dem Besuch trendiger Kaffeehausketten verbunden - die damit einhergehende "Chill-Atmosphäre" wird meist mehr geschätzt als das Getränk selbst. Grundsätzlich spricht gegen ein solches Angebot in der Schule nichts, wenn sichergestellt werden kann, dass die jüngeren Schüler/-innen von einem Konsum ausgeschlossen sind. Somit ist ein Kaffeeautomat nur in Ausnahmefällen zu empfehlen.