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Gentechnik in Lebensmitteln

Stand:

Obwohl Verbraucher mehrheitlich keine Gentechnik im Essen wollen, können sie kaum erkennen, ob Lebensmittel gentechnisch produziert sind.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei tierischen Lebensmitteln erfahren Kunden nicht, wenn gentechnisch verändertes Futter eingesetzt wurde.
  • Gentechnische Verunreinigungen sind relativ häufig, müssen aber nur selten gekennzeichnet werden.
  • Etiketten, die auf Gentechnik hinweisen, sind im Handel kaum zu finden.
eine Tomate mit Spritze
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Lebensmittel mit Gentechnik-Kennzeichnung sind selten im Handel zu finden

Verschiedene gentechnisch manipulierte Sorten von Soja, Mais, Raps, Baumwolle (Verwendung als Baumwollsaatöl) und Zuckerrüben sind in der Europäischen Union für die Verwendung als Lebensmittel oder Futtermittel zugelassen. Aus ihnen können Speiseöl, Stärke und weitere Zutaten für Lebensmittel hergestellt werden. Diese müssen entsprechend gekennzeichnet sein, beispielsweise: "aus gentechnisch verändertem Mais hergestellt".
Hersteller vermeiden ihren Einsatz, weil sie wissen, dass Verbraucher gentechnisch produzierte Lebensmittel mehrheitlich ablehnen und sie daher ihre Produkte in deutschen Supermärkten nicht absetzen können. Nur vereinzelt finden sich Lebensmittel, die gentechnisch veränderte Zutaten enthalten, wie Schokoriegel aus den USA oder Produkte im Asiashop. Andere Gen-Lebensmittel wie Tomaten, Reis, Weizen oder Papaya sind gar nicht auf dem Markt oder nicht in der EU zugelassen.

Kennzeichnungslücke bei tierischen Lebensmitteln - der Hinweis auf Gen-Futter fehlt

Fleisch, Milch und weitere Lebensmittel, bei denen die Tiere gentechnisch verändertes Futter bekommen haben, bleiben ohne Hinweis auf die Gentechnik. Über drei Viertel der Welt-Sojaproduktion ist gentechnisch verändert.
Auch in der Europäischen Union bestehen die handelsüblichen Futtermittel auf Sojabasis in der Regel aus gentechnisch veränderten Pflanzen. Aufgrund von Lücken im EU-Kennzeichnungsrecht hat es die Gentechnik hier im großen Stil in die Supermarktregale geschafft, ohne, dass Verbraucher davon etwas bemerken konnten.

Gentechnisch verunreinigte Lebensmittel müssen in der Regel nicht entsprechend gekennzeichnet werden

Gentechnik ist inzwischen so weit verbreitet, dass bei Lebensmitteln immer häufiger Verunreinigungen festgestellt werden. So weist mittlerweile schon jedes dritte konventionelle Sojaprodukt Bestandteile aus Gensoja auf.
Auch bei herkömmlichem Mais entdeckt die Lebensmittelüberwachung immer wieder Spuren des gentechnisch veränderten Verwandten.
Auf den Produkten erfahren die Kunden davon fast nie etwas. Denn auf die unbeabsichtigte gentechnische Verunreinigung müssen die Hersteller erst hinweisen, wenn der Schwellenwert von 0,9 % pro Zutat überschritten wird.

Einsatz von gentechnisch veränderten Mikroorganismen bleibt ohne Hinweis auf Lebensmitteln

Lebensmittel können Zusatz- und Hilfsstoffe enthalten, die von gentechnisch veränderten Mikroorganismen (beispielsweise Bakterien oder Schimmelpilzen) hergestellt werden, sie enthalten jedoch keine gentechnisch veränderten Bestandteile. Lebensmittelenzyme, wie Chymosin in Käse oder Amylasen für die Brotherstellung, werden heute in der Regel mit Hilfe von Gentechnik hergestellt. Dies gilt auch für Aromen oder Vitamine, die Vitamine B 2 und B12 werden bereits überwiegend gentechnisch produziert.