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Neue Gentechnik-Verfahren wie CRISPR/Cas9 bei Lebensmitteln

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit neuen Verfahren können Gentechniker vorhandenes Erbgut verändern, ohne fremde Erbsubstanz hinzuzufügen.
  • Auch solche Veränderungen an Lebensmitteln müssen geprüft und für Verbraucher gekennzeichnet werden, hat der Europäische Gerichtshof entschieden.
  • Dieser Text beantwortet häufig gestellte Fragen zum Thema.
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Gezielter und kostengünstiger soll das Erbgut von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen verändert werden als in bisherigen gentechnischen Verfahren. Ermöglichen sollen dies Techniken wie CRISPR/Cas9. Die Methode wird auch als "Gen-Schere" bezeichnet. Dabei wird keine fremde DNA (Erbinformationen) in das Lebewesen eingebracht, sondern die vorhandenen Erbinformationen selbst werden verändert. Gentechniker können beliebige Stellen im Erbgut ausschneiden und austauschen, aktivieren oder blockieren.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) musste darüber entscheiden, ob neue Verfahren wie CRISPR/Cas9 zur Gentechnik zählen und somit nach dem Gentechnikrecht reguliert werden. Am 25. Juli 2018 haben die Richter das bejaht (Az. C-528/16). Denn durch die neuen Verfahren und Methoden würde eine auf natürliche Weise nicht mögliche Veränderung am genetischen Material eines Organismus' vorgenommen, heißt es in der Pressemitteilung des Gerichts zu dem Urteil.

Was bedeutet das EuGH-Urteil zu Crispr und Co. für Verbraucher?

Das Urteil ist positiv für Verbraucher. Damit ist geregelt, dass für derartig produzierte Lebensmittel mögliche Risiken in jedem Einzelfall bewertet werden müssen, bevor sie auf den Markt kommen. Die Produkte müssen dann gekennzeichnet werden, so dass jeder Verbraucher selbst entscheiden kann, ob er sie konsumieren will oder nicht.

Bei welchen Lebensmitteln können die neuen Techniken angewendet werden?

Im Prinzip bei allen. Es können Pflanzen wie Weizen oder Reis verändert werden ebenso wie Nutztiere.

Gibt es schon Lebensmittel, die so hergestellt wurden?

Ja, z.B. Champignons und Äpfel, die nach dem Anschneiden nicht braun werden.

Gibt es in der EU schon derart hergestellte Lebensmittel im Supermarkt?

Wahrscheinlich nicht. Nach dem EuGH-Urteil ist es derzeit verboten, diese ohne Zulassungsverfahren und Kennzeichnung auf den europäischen Markt zu bringen.